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Der MDR erinnert an 80 Jahre Rundfunk

Am Anfang war alles live

Am 29. Oktober 1923 um 8 Uhr abends sendete die Radiostunde AG in Berlin, die sich bald darauf in Funkstunde AG umtaufte, zum ersten Mal ihr Programm, das sich “Unterhaltungsrundfunk“ nannte. Das war die Geburtsstunde der ersten deutschen Rundfunkanstalt in Deutschland. Vier Monate später folgte als zweite der Mitteldeutsche Rundfunk in Leipzig.

Sendestart mit Cello-Musik

80 Jahre ist es her, dass in einem Berliner Mietshaus in der Potsdamer Straße die Geschichte des deutschen Unterhaltungsrundfunks begann. "Achtung, Achtung, hier ist das Berliner Vox-Haus" - auf diese kurze Begrüßung folgte eine Cello-Sonate von Fritz Kreisler. Zuhörer gab es bei den ersten Sendungen aber kaum. Gebührenzahler Nummer eins meldet sich erst zwei Tage später im Reichspostministerium an. Vor allem Musik und populärwissenschaftliche Vorträge wurden live ausgestrahlt - mithilfe eines auf dem Dachboden des Hauses aufgestellten 0,25 Watt starken U-Boot-Senders.

Auf Berlin folgt Leipzig

Nur vier Monate später, am 1. März 1924, nahm in Leipzig die Mitteldeutsche Rundfunk AG, kurz MIRAG, als zweite deutsche Rundfunkanstalt den Betrieb auf. Zum Sendegebiet gehörten Sachsen, die preußische Provinz Sachsen (das heutige Sachsen-Anhalt), Thüringen sowie Teile der Regierungsbezirke Magdeburg und Braunschweig. Zur Übertragung von Konzert- und Wortsendungen wurden bald in den meisten größeren Städten einfach ausgestattete Studios, so genannte "Besprechungsstellen" eingerichtet.

Der Rundfunk wird Massenmedium

Zur Ausstrahlung des Programms diente der "Messamtssender der Reichs-Telegraphen-Verwaltung" im Johannishospital, ein 250-Watt-Mittelwellensender der Firma C. LORENZ A.-G. Treibende Kraft für den Aufbau des Senders war die Leipziger Frühjahrsmesse, zu der auch eine vielbeachtete Radio-Messe gehörte. Am 1. Juli 1924 gab es in Deutschland bereits knapp 100.000 angemeldete Rundfunkhörer.

Hörspiel als neues Genre

Binnen kurzem entwickelten Rundfunkpioniere in Berlin, Leipzig, Breslau oder Königsberg neue Sendeformen, welche die technischen Möglichkeiten des Massenmediums Radio nutzten. So entstand eine eigenständige Gattung: das Hörspiel. Der erste Hörspielleiter Deutschlands war Alfred Braun. Er hat seit 1923 maßgeblich in der Berliner Funkstunde mitgearbeitet und übernahm 1924 den Auftrag, das Funktheater, wie man damals sagte, aufzubauen.

Radiogeschichte im MDR

MDR KULTUR widmet der 80-jährigen Unterhaltungsrundfunk-Geschichte vom 26. Oktober bis 2. November zahlreiche Sendungen. So bringt "FIGARO am Morgen" am 29. Oktober zwischen 6.00 und 9.00 Uhr ein Spezial zum Thema - mit Reportagen, Kolumnen und Interviews. Bekannt gegeben wird der Gewinner im Wettbewerb um die beste Hörergeschichte.

Am 30. Oktober erzählt Alfred Braun, um 22 Uhr aus der Geschichte des Hörspiels. MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT sendet vom 27. bis 31. Oktober täglich zwischen 5.00 und 9.00 Uhr Originaltöne aus 80 Jahren Rundfunk zu politischen und sportlichen Höhepunkten. MDR 1 RADIO THÜRINGEN veranstaltet am 29. Oktober ein Gewinnspiel um ein "Glücksradio".

Rechte: Illustrirte Zeitung
Im Hörspielstudio des Mitteldeutschen Rundfunks, 1925 (Bild: Illustrirte Zeitung)

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2003, 17:53 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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