MDR INFO | digital | 17.01.2012 : Suchmaschinen für Kinder im Internet
Kennen Sie das? Kinder nutzen das Internet, wollen für die Schule lernen oder Hausaufgaben machen und stoßen nur auf komplizierte Erwachsenen-Seiten. Oder beim Chatten: Da ist das schlimmste, was passieren kann, dass Knuddelmausi 10 eben nicht die kleine Altersgenossin ist, sondern der böse Onkel Friedrich, der sich an kleine Mädchen heranmachen möchte. Davor schützen keine technischen Hilfsmittel - aber Kindersuchmaschinen.
Der Klassiker ist die Hausaufgabe aus dem Religionsunterricht: Tragt Informationen über die Jungfrau Maria zusammen. Dieser Auftrag führte bei einigen Eltern zu heller Aufregung. Je nach Suche landeten die Kinder bei Annoncen wie "Jungfrau 24 sucht …“ oder bei Hautpflegeprodukten. Das kann bei Kindersuchmaschinen nicht passieren. Doktor Friederike Siller von der vielfach ausgezeichneten Suchmaschine fragFinn:
Eltern können wählen
Allein im deutschsprachigen Raum gibt es mehrere Kindersuchmaschinen. Blinde Kuh, Helles-Köpfchen und fragFINN sind die besten und bekanntesten, unter anderem, weil sie ohne Werbung sind:
Wer diese Mühe nicht scheut, der wird belohnt, sagt Melanie Engel von der Initiative "Ein Netz für Kinder". Denn die Seiten, auf die Kindersuchmaschinen führen, entsprechen in der Regel hohen pädagogischen Standards:
Suchmaschinen werden überprüft
Es gehört einen Menge Aufwand dazu, verständliche Seiten zu finden, Seiten zu kontrollieren und andere auszusortieren. Das lässt sich nicht durch Maschinen oder Programme machen. Allein bei fragFinn arbeiten zehn Medienpädagogen, die jede Seite, die die Suchmaschine anbietet, persönlich kontrolliert haben und immer wieder in Abständen prüfen.
Spiele und Chats sind extrem beliebt bei Kindern und führen die Hitliste der Suchbegriffe an. Deshalb sind - wie wir gerade gehört haben - die sogenannten moderierten Chaträume besonders wichtig. Chaträume, in denen die vielzitierten bösen Onkels, die sich an Kinder heranmachen wollen, keine Chance haben, erklärt Melanie Engel von der Initiative „Ein Netz für Kinder“:
Suchmaschinen helfen beim Einstieg ins Internet
fragFinn wendet sich an die Altersgruppe von sechs bis zwölf. Aber auch an alle anderen, die Angst vor dem großen unberechenbaren Internet haben, betont Doktor Friederike Siller:
Mittlerweile umfasst das Angebot im deutschen Internet etwa 800 Seiten, die speziell für Kinder gemacht sind. Jeden Monat kommen etwa zehn neue dazu. Wenn Sie sich und Ihrem Kind einen Gefallen tun wollen, gehen Sie noch heute an den Computer und richten Sie einen Account für ihren Nachwuchs ein, inklusive neuer Startseite.
