MDR INFO | digital | 31.07.2012 : Olympische Lorbeeren zu Hause holen
Die Olympischen Spiele laufen auf Hochtouren, aber nur die wenigsten sind vor Ort dabei. Die meisten sitzen vorm Fernseher und schauen sich die Wettkämpfe an. Das lässt sich im digitalen Zeitalter problemlos ändern: Indem man sich Olympische Sportarten ins Wohnzimmer holt und selbst zum Sportler, zum Olympioniken, wird. "Summer Stars 2012" passt dafür perfekt. MDR INFO-Reporter Karsten Möbius führt in seinem X-Box-Spieletest mit dem Bewegungssensor Kinect die deutsche Mannschaft an.
Das Sportspiel kann man grundsätzlich auch mit klassischen Konsolen spielen. Aber der Kinect-Sensor, mit dem man durch die eigenen Bewegungen das Spiel steuert, indem man wirklich Lauf- und Wurfbewegungen macht, ist für diese Art von Spielen wie geschaffen. Zuerst wählt man die Nation, für die man startet. Und dann geht es schon los: "So! Go. Wir haben jetzt wieviel? 1, 2, 3, 4, 5, 6 ... Tausende Sportarten!" Na, na, Herr Möbius nicht gleich übertreiben.
Von Bogenschießen bis Turmspringen
Insgesamt sind es 18! Vom 100-Meter-Sprint, Hürdenlauf, Weit- und Hochsprung, Stabhochsprung, Schwimmen, Turmspringen, Fechten, Bogenschießen - bis hin zu Downhill Mountainbiking. Das, was da als Riesenauswahl erschien, waren unterschiedliche Varianten in diversen Levels. "Ok, wir machen Hochsprung. Nee, das geht noch nicht, wir haben erst zwei freigeschaltete Disziplinen - Bogenschießen und Laufen. Gut, ich entscheide mich mal fürs Bogenschießen." Also einen Arm nach vorn, den anderen angewinkelt - durch ein Fadenkreuz kann man problemlos zielen und schießen, als hätte man wirklich einen Bogen in der Hand. Aber irgendwie habe ich nicht mal das Trainingslevel erfüllen können. Also, vorher vielleicht mal kurz die Anleitung öffnen.
Der Spaß liegt im Detail
"Aha! Achte auf die roten Fähnchen hinter der Zielscheibe. Sie geben dir Auskunft darüber, aus welcher Richtung der Wind kommt und wie stark er weht. Kommt er zum Beispiel von links, wird der Pfeil entsprechend nach rechts abgelenkt." Und schon klappte es: "Schuss. Bulls Eye! - JAAAA!" und jetzt der 100-Meter-Lauf: "Ready - Steady - Schuss - Laufen - Was?" Wieder nicht erfüllt. Die Zeit war sensationell, aber der Start zu langsam. Auf den kam es an. Auch das war dann kein Problem, wenn man es erstmal weiß. Schwierig war es bei Weit- und Hochsprung oder beim Speerwerfen. Wo es drauf ankommt, wo man abspringt oder abwirft. Da bin ich überhaupt nicht zurechtgekommen. "Oh, übergetreten! Der Wurf ist ungültig. Zweiter Wurf. Ich bin gespannt, was jetzt kommt. Noch ein ungültiger Versuch. Jetzt muss er sich aber konzentrieren, sonst ist alles aus! Ich krieg hier keinen Wurf rüber, immer übertreten. Ich weiß nicht, woran es liegt. Das macht keinen Spaß!"
Steigerung und Muskelkater inklusive
Mountainbiking, Fechten, Schwimmen, Turm- und Trampolinspringen waren wieder besser zu spielen. Immer wieder gibt es neue Varianten, man kann sich neues Equiment durch Erfahrungspunkte erspielen und wird dadurch schneller und besser. Zum Abschluss jedes Levels gibt es dann einen Wettbewerb ähnlich einem Siebenkampf - mit den unterschiedlichen Disziplinen. Ich habe übrigens die deutsche Mannschaft im Medaillenspiegel hinter den Amerikanern auf Platz 2 gebracht. Mit viel Schweiß und einem gehörigen Muskelkater in fast allen Bereichen des Körpers.
