MDR INFO | Hörer machen Programm | 18.01.2012 : Weniger Parkplätze in Ludwigsdorf
MDR-INFO-Hörer Frank Noack aus Bad Muskau hat ein Parkplatzproblem. Und zwar ein ganz Spezielles. Es geht um LKW-Parkplätze an der Autobahn. Die sind knapp in Deutschland. An der A4 bei Ludwigsdorf gab es Parkmöglichkeiten für bis zu 440 LKW. Herr Noak fragt, warum im Zuge des Rückbaus der Zollstationen nur noch höchstens 90 Stellflächen erhalten bleiben sollen? Karsten Möbius hat sich erkundigt.
Die Fläche an der ehemaligen Zollstation Ludwigsdorf ist tatsächlich riesig. Südlich der A4 ist sie noch in voller Größe vorhanden. Auf der anderen Seite nicht mehr. Da wird schon gebaut. Wenn man davon ausgeht, dass wirklich etwa 440 LKW-Stellflächen vorhanden waren, bleibt davon nach dem geplanten Umbau auf beiden Seiten insgesamt nur noch ein Bruchteil übrig. Michael Stritzke vom Autobahnamt Sachsen:
Pausen für Fahrer sind vorgeschrieben
Die Verwunderung von Hörer Frank Noack ist also zu verstehen. Denn auf den deutschen Autobahnen gibt es für LKWs ein Parkplatzproblem. Offizielle Zahlen sprechen von über 5.000 Parkplätzen, die noch fehlen. Jeden Abend beginnt deshalb auf deutschen Autobahnen für viele Fernfahrer ein Alptraum. Wie für David Kölzner. Er fährt für die Spedition Bares in Siersleben/Sachsen-Anhalt:
Dabei geht es nicht darum, schnell eine Pause zu machen, sondern darum, nach einem Arbeitstag auf dem LKW die Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Das heißt, die LKW-Fahrer müssen einen Parkplatz finden oder sie machen sich strafbar.
Oder noch schlimmer, sie sitzen übermüdet hinter dem Steuer oder parken sogar vor den überfüllten Parkplätzen auf den Standstreifen der Autobahnen. Wieland Richter, selbst Spediteur und Präsident des sächsischen Verkehrsgewerbes, macht auch noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam:
Bedarf in Ludwigsdorf wurde ermittelt
Auch Michael Stritzke vom Autobahnamt Sachsen weiß um die Nöte der Fahrer. Am Rastplatz Dresdner Tor, so Stritzke, habe man deshalb auf jeder Seite etwa 30 zusätzliche LKW-Parkplätze gebaut. Aber zwischen Bautzen und Ludwigsdorf nehme der LKW Verkehr deutlich ab. Da gebe es keine Not, sagt er. Außerdem habe man vor den Planungen zum Umbau der Parkflächen den Bedarf genau ermittelt:
Hörer Frank Noack und Wieland Richter, der Präsident des sächsischen Verkehrsgewerbes, bleiben trotzdem skeptisch. Sie finden es grundsätzlich bedenklich, wenn LKW-Stellflächen verschwinden. Fest steht, dass am Grenzübergang Ludwigsdorf noch in diesem Jahr eine neue Rastanlage entsteht. Dort, wo früher LKWs auf die Zollabfertigung warteten, wird aus den großen riesigen Betonflächen die Rastanlage mit dem neuen Namen "An der Neiße". Für sechseinhalb Millionen Euro entstehen beidseitig der Autobahn Parkplätze, Grünflächen, Gehwege, Beleuchtungsanlagen und Toilettenanlagen. Außerdem wird im ehemaligen Zollbereich die Autobahn so ausgebaut, dass der Verkehr noch in diesem Jahr ohne Geschwindigkeitsbegrenzung durchrollen kann.
