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MDR INFO | Hörer machen Programm | 23.01.2012 : Wie spare ich Heizkosten richtig?

Im vergangenen Winter war es extrem kalt – also bekommen wir das alle wohl in unserer Heizkostenabrechnung zu spüren. In diesem Jahr ist der Winter zwar bislang mild, die Energiepreise aber sind extrem hoch und steigen stetig. Darüber macht sich MDR INFO-Hörer Alexander Kupke aus Dresden Gedanken. Seine drei Monate alte Tochter soll nicht frieren, aber die Kosten sollen auch nicht unverhältnismäßig in die Höhe schnellen. Wie gelingt es also, eine gute Balance zwischen Wohlbefinden und den Kosten zu finden?

von Elisabeth Ihme

Das Bild zeigt das Foto eine sHauses, davor der Grundriss, dann ein Wärmebild des Hauses und einen taschenrechner.

Eins ist sicher. Wer sparsam heizen möchte, muss einen gewissen Aufwand betreiben und natürlich die Temperatur in der Wohnung im Blick behalten. Das sagt Bauingenieur Hendrik Fölsch, Energieberater aus Leipzig. "Man kann über die Heizungssteuerung Geld sparen. Wenn man die Raumtemperatur um ein Grad runter reguliert, spart man etwa sechs Prozent der Heizenergie. Je weniger Energie ich an meinem Heizkörper verbrauche, desto geringer sind die jährlichen Kosten. Die Ersparnisse in einem relativ milden Winter sind natürlich geringer."

Heizung nicht ganz ausdrehen

Bei den besagten sechs Prozent bleibt es aber. Fölsch rät, überhitzte Wohnräume zu vermeiden. Wer sparen möchte, kann sich an Richtwerte halten. Im Wohnzimmer reichen zum Beispiel 20 Grad aus. In der Küche und im Schlafzimmer 16 bis 18. Und im wärmstem Raum der Wohnung, im Bad, rund 24 Grad. Die Türen der beheizten Räume sollten geschlossen sein. Was aber, wenn man morgens die Wohnung Richtung Arbeit verlässt? Das fragt MDR INFO-Hörer Alexander Kupke. "Auf keinen Fall den Thermostat bis zum Frostschutz-Symbol runterregeln", sagt der Energieberater. Das Mauerwerk kühlt völlig aus. Und der Energieverbrauch zum wieder Aufheizen wäre enorm. Hendrik Fölsch über die Energie sparendere Methode: "Da würde ich zu 14 bis 16 Grad raten. Das wäre dann Stufe eins bis zwei. Da bietet sich ein Thermometer an, um zu schauen, wie warm mein Raum bei diesen Stufen jeweils ist. Bin ich einen Tag nicht zu Hause, lohnt es sich nicht, die Heizung ganz abzustellen. Wird der Zeitraum länger, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich lohnt."

Mieter kann Instandsetzung verlangen

Das Abschalten der Heizung lohnt sich erst, wenn man drei, vier Tage nicht zu Hause ist. Deshalb sollte die Heizung auch nachts auf niedriger Stufe weiterlaufen. Beim Lüften übrigens die Fenster für einige Minuten ganz öffnen und die Heizung ausmachen. Die Feuchtigkeit kann abziehen, man beugt Schimmel vor. Der Raum kühlt aber nicht völlig aus. Energieberater Fölsch berät vor allem Eigenheimbesitzer, die ihr Haus mit einer neuen Dämmung oder einer modernen Heizungsanlage ausstatten wollen, um langfristig zu sparen.

Vermieter von Mehrfamilienhäusern sind dagegen weniger am Umrüsten interessiert. Und grundsätzlich hat der Mieter keinen Modernisierungsanspruch, sagt Antje Matejka, Vorsitzende des Leipziger Mietervereins. "Der Mieter muss aber keine Heizkosten zahlen, die unwirtschatlich sind. Da hätte er dann einen Anspruch auf Instandsetzung der Heizung. Oder was auch immer die Ursache dafür ist." Besser ist es deshalb, vorm Unterschreiben des Mietvertrags zu prüfen, wie energiesparend oder -verschwenderisch das Wohnhaus ist. Das steht im Energieausweis des Hauses. Der Vermieter ist verpflichtet, dem Wohnungsinteressenten dieses Papier vorzulegen. Peter Schmude, Chef der Leipziger Heizungsinstallationsfirma Pipe-Tec, sagt, mit einer zentralen Heizanlage in einem Einfamilienhaus könne man tatsächlich einfacher sparen.

Thermostat raus, Sparregler rein

"Wenn man ein Einfamilienhaus hat, kann man individuell die Programmierung der Heizung nach den eigenen Bedürfnissen einstellen ... Wann geht man aus dem Haus, wann kommt man wieder, wann kommen die Kinder nach Hause usw." Allerdings können Wohnungsmieter einen ähnlichen Effekt erzielen, wenn sie die Thermostaten an der Heizung gegen Energiesparregler austauschen. Also programmierbare Regler, mit denen man einstellen kann, wann es wie warm im Zimmer sein soll. Solche Energiesparregler sind ab knapp zwanzig Euro im Handel erhältlich.

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2012, 17:05 Uhr

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