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MDR INFO | Hörer machen Programm | 30.01.2012 : Warum verkaufen Laptophersteller fast nur noch verspiegelte Displays?

Ob im Büro, in der Bahn oder im Biergarten, die kleinen handlichen Laptops sind überall dabei. Aber nicht immer ist die Technik auch perfekt. Es geht um ein Problem, über das sich Stephan Lenor aus Magdeburg immer wieder ärgert, wenn er mit seinem Laptop arbeitet: "Warum setzen Laptophersteller auf verspiegelte Displays?"

von Dietrich Karl Mäurer

Ein junger Mann mit Laptop sitzt auf dem Gras am Hang

Das Problem kennen viele, die einen relativ neuen Laptop besitzen. Man kann den Computer drehen wie man will: einmal spiegelt sich die Schreibtischlampe, ein anderes Mal das Fenster. Noch schlimmer ist es, wenn man den Rechner im Freien benutzen will, bestätigt Technikredakteur Michael Schmidt von der Zeitschrift Computerbild:

"Wenn Sie damit rausgehen, haben Sie die Sonne, und die reflektiert natürlich auch ganz stark. Das kann wirklich störend sein, wenn Sie zum Beispiel arbeiten wollen."

Michael Schmidt, Zeitschrift Computerbild

Warum aber setzen so viele Produzenten auf die Hochglanzdisplays, wenn es doch andere Möglichkeiten gibt? Wir haben bei Markus Schütz, dem Sprecher vom Computerhersteller DELL nachgefragt. Er betont, dass der Bildeindruck natürlich sei. Auch seien die Farben sehr kräftig und die gesamte Helligkeit besser als bei matten Displays. Das würden alle schätzen, betont der DELL-Sprecher, die oft Videos und Bilder ansehen und bearbeiten. Auch Georg Albrecht vom Hersteller Apple, der übrigens nur noch Laptops mit Hochglanz-Displays ausliefert, ist davon überzeugt, dass mit Hochglanzdisplays die Farbdarstellung und auch die Helligkeit erheblich besser ist.

Computerbild-Technikredakteur Michael Schmidt kennt diese Vorteile. Doch er vermutet noch einen anderen Grund, warum sich Hersteller für die spiegelnden Monitore entscheiden.

"Es gibt einen immensen Kostendruck auf dem Markt für Notebooks, Netbooks und für Displays sowie generell für PC's. Da muss der Hersteller gucken, wo er Kosten sparen kann. Die verspiegelten Displays lassen sich deutlich günstiger produzieren, weil sie in weiteren Produktionsschritten erst entspiegelt werden müssten. Das heißt, Geräte mit verspiegelten Displays sind in der Regel günstiger zu produzieren und deswegen wird […] öfter diese Technik gewählt."

Michael Schmidt, Zeitschrift Computerbild

Manche Hersteller produzieren nach wie vor teurere Businessmodelle mit entspiegelten Displays. Wer den Preis dafür aber scheut und dennoch genervt ist von den Reflektionen, dem seien Dienstleister empfohlen, die das Entspiegeln anbieten. Dazu wird meist in einer staubfreien Umgebung eine matte Folie aufgetragen. Je nach Bildschirmgröße kostet das etwa 60 Euro. Davon, die matten Folie selbst aufzukleben, rät Technik-Experte Schmidt eher ab, da manche billigen Folien das Bild schnell kontrastlos und verschwommen erscheinen lassen könnten. Folien von Markenherstellern gibt es ab 20 Euro aufwärts zu kaufen.

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2012, 07:50 Uhr

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