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MDR INFO | Hörer machen Programm | 04.02.2013 : Warum werden Kreditkarten oft nicht akzeptiert?

Viele haben inzwischen neben der klassischen EC-Karte noch eine Kreditkarte im Portmonee: Visa, Mastercard oder American Express. Das Plastikgeld ist vor allem im Urlaub praktisch. Unserem Hörer Holger Hänsgen aus dem Wartburgkreis ist aber aufgefallen, dass ihm die Kreditkarte in Deutschland oft nichts nützt: "In Skandinavien, Großbritannien, Irland und so weiter kann ich in faktisch jedem Supermarkt, Schwimmbad oder Restaurant mit Kreditkarte bezahlen. Warum ist das in Deutschland nicht so? Und ist hier eine Änderung in Sicht?" Wir sind beiden Fragen nachgegangen.

von Ralf Geißler

Die Kreditkarte einer französischen Bank wird vor einen Computermonitor gehalten

Nur Bares ist Wahres

Plastikgeld wird von vielen Händler nicht gemocht. So ist das auch bei Steffen Körner, der in Halle eine Reisebuchhandlung betreibt: "Bei uns kann man nicht mit Kreditkarte bezahlen, weil der Abschlag mit über vier Prozent relativ hoch ist. Vier Prozent hört sich erstmal nicht viel an, aber es fallen noch andere Kosten an – und die sind mir einfach zu hoch." Neben besagten vier Prozent vom Umsatz muss der Händler oft noch eine Pauschale von 10 bis 25 Cent pro Transaktion bezahlen und die Gerätekosten tragen.

"Man muss schon sehr viel Rendite erwirtschaften, um das alles wieder reinzuholen."

Steffen Körner, Inhaber der Reisebuchhandlung "Auf und Davon" in Halle

Nicht ohne meine Kreditkarte

Eine Ikea-Filiale
Beim Einrichtungskonzern IKEA kann man nicht per Kreditkarte zahlen.

Das ist selbst manchem Großunternehmen zu viel: IKEA zum Beispiel akzeptiert in Deutschland keine Kreditkarten, obwohl die konzerneigene Ikano-Bank selbst welche ausgibt. In den USA dagegen kann man selbst einen Kaugummi mit Kreditkarte bezahlen. Die Gebühren für den Händler sind dort zwar ähnlich hoch, hierzulande fallen sie aber stärker ins Gewicht, sagt Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland: "Wir haben in Deutschland eine besondere Situation, die begründet liegt in dem sehr starken Wettbewerb, der im Einzelhandel herrscht. Dementsprechend ist auch die Gewinnspanne im Vergleich zu anderen Ländern extrem niedrig." Zwar seien die Kosten für den Händler in den USA ähnlich hoch wie in Deutschland, allerdings existiere dort nicht ein so starker Wettbewerb. So könnten die Abschläge besser in die Preiskalkulation eingehen.

Bezahlen wird immer einfacher

Und doch akzeptieren auch in Deutschland immer mehr Händler Kreditkarten, denn der Kunde erwartet diesen Service zunehmend. Derzeit sind 33 Millionen Kreditkarten im Umlauf - vor allem Mastercard und Visa. Die Umsätze steigen und die Herausgeber entwickeln neue Bezahl-Technologien.

Das Bild zeigt die Funktionsweise des neuen "Girogo"-Bezahlsystems.
Zukunftsmusik: auf die Karte geladenes Guthaben drahtlos abbuchen.

Aktueller Trend: das Bezahlen im Vorbeigehen. Hans-Bernhard Beykirch, Vizechef von Visa Deutschland erklärt, wie das funktioniert: "Der Unterschied ist, dass Sie die Karte nicht mehr in das Lesegerät schieben müssen, sondern sie nur noch kurz an das Terminal ranhalten." Eine PIN braucht man nur noch für Beträge ab 25 Euro. Potential sehen die Kreditkartenfirmen auch beim Bezahlen mit Smartphone. Neue Technologien sollen bargeldlosen Zahlungsverkehr beliebter und billiger machen. Wenn die Gebühren sinken, lassen sich vielleicht auch mehr kleine Händler überzeugen, bei dem System mitzumachen.

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2013, 05:00 Uhr

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