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MDR INFO | Exklusiv : Halles künftiger OB Wiegand: "Haushalt ist dringlichste Aufgabe"

Der neu gewählte Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, sieht den Haushalt 2013 als dringlichste Aufgabe. Bei MDR INFO sagte Wiegand am Montag, der Etat für das kommende Jahr sei in Vorbereitung. "Da hoffen wir natürlich, in diesem Jahr den Haushalt für das nächste Jahr dem Stadtrat präsentieren zu können und möglicherweise auch zu einer Beschlussfassung zu kommen. Das ist das drängendste Problem, damit die Vereine Planungssicherheit haben für das nächste Jahr."

Wiegand wünscht sich frühzeitige Bürgerbeteiligung

Dr. Bernd Wiegand
Wiegand will die Bürger früh beteilgen

Zu seinen ersten Amtshandlungen werde der Versuch gehören, mit den Beigeordneten ein Team zu bilden. Wiegand betonte, er werde Verantwortung klar delegieren und jeder müsse seiner Verantwortung gerecht werden. Zudem wünscht sich Wiegand eine frühzeitige Bürgerbeteiligung: "Offenheit des Rathauses, gläsernes Rathaus ist das oberste Prinzip, damit alle Informationen auch fließen und jeder auch rechtzeitig informiert wird." Die niedrige Wahlbeteiligung nannte Wiegand ernüchternd: "Wir müssen in Zukunft sehr, sehr viel tun, um kommunale Politik in die Bevölkerung hineinzutragen."

Wiegand hatte sich bei der Stichwahl am Sonntag als Einzelbewerber gegen den CDU-Kontrahenten Bernhard Bönisch durchgesetzt. Der bisherige Innendezernent der Saalestadt erhielt rund 53 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit knapp 29 Prozent noch einmal niedriger als im ersten Wahlgang vor zwei Wochen.

"Offenheit des Rathauses, gläsernes Rathaus ist das oberste Prinzip, damit alle Informationen auch fließen und jeder auch rechtzeitig informiert wird."

Bernd Wiegand, Halles künftiger Oberbürgermeister

Wiegands Antworten auf Fragen der Facebook-Nutzer

Auf seiner Facebook-Seite hatte MDR INFO seine Hörer aufgerufen, dem künftigen Hallenser Stadtoberhaupt Fragen zu stellen. Hier können Sie die Fragen und Wiegands Antworten nachlesen.

Welche Pläne zur Rettung von Kunst und Kultur in der Stadt haben Sie - besonders im Bereich Jugendförderung?

Die Kulturleitlinien müssen noch einmal vollständig überarbeitet werden. Es müssen sehr viel mehr Kulturschaffende mitwirken. Das gilt nicht nur für die Hochkultur, d.h. für unsere Kultur-GmbH, sondern es gilt natürlich auch für alle Kulturschaffenden innerhalb der Stadt. Die bildenden Künste müssen stärker einbezogen werden und deshalb muss die Kunst neu abgebildet werden. Für den Bereich der Jugendkultur bedeutet das natürlich, dass wir so schnell wie möglich Orte ausweisen müssen, an denen Spontanpartys auch möglich sind. Da ist der Kollege Neumann als Beigeordneter schon in der Funktion und wird dem Stadtrat einen entsprechenden Vorschlag präsentieren. Das müssen wir dringend nachholen und den Vorgang auch weiter beschleunigen.

Wird die Umweltplakettengängelung wieder abschafft?

Die Umweltplakettengängelung ist eine gesetzliche Vorgabe. Das heißt, mit der Umweltzone ist hier der Stadt klar vom Bund eine Pflicht auferlegt. Es ist eine gesetzliche Vorschrift - die ist nicht abschaffbar.

Wie möchten Sie Halle für Firmenansiedlungen attraktiver machen und weitere Unternehmen in Halle ansiedeln?

Das geht mit einem in sich geschlossenen Wirtschaftskonzept, das sehr viele Teile beinhaltet. Das bedeutet, dass ich sehr stark für Zukunftstechnologien eintrete. Das heißt, der Weinberg-Campus wird weiter seine führenden Positionen ausbauen, aber auch insgesamt sind alle Unternehmer aufgerufen, mit ihren Ideen dazu beizutragen, dass sie diese auch verwirklichen. Mein Ansatz ist, innerhalb der Verwaltung sämtliche Blockaden zu lösen mit einem einheitlichen Ansprechpartner, der dann den Unternehmen zur Verfügung steht und wir dann wesentlich schneller auf Neuansiedlungen reagieren können.

Beiträge zur Oberbürgermeisterwahl in Halle

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2012, 14:42 Uhr

Bernd Wiegand - Halles künftiger Oberbürgermeister

Bernd Wiegand wurde 1957 in Braunschweig geboren. Nach dem Abitur diente er zunächst bei der Bundeswehr, arbeitete später bei einem Verlag in seiner niedersächsischen Heimatstadt. An der Fachhochschule Braunschweig studierte er später Verwaltungswirtschaft. Seit den 1990er-Jahren ist er in Sachsen-Anhalt. Von 1998 bis 2008 arbeitete er als Hochschullehrer an der Hochschule Harz in Wernigerode. 2001 promovierte Wiegand an der Martin-Luther-Universität Halle zum Doktor der Rechte. 2008 wurde der Jurist vom halleschen Stadtrat zum Beigeordneten für Sicherheit, Ordnung und Sport gewählt. Wiegand ist verheiratet und Vater einer Tochter.

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