Nach Rückzug von Opel-Chef Stracke : IG Metall: Opel muss jetzt die Kurve kriegen
Die IG Metall hat nach dem Rückzug von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke schnelle Entscheidungen zum Unternehmensumbau verlangt. Gewerkschaftschef Berthold Huber sagte, es gehe "um nicht weniger als die Zukunft von Opel insgesamt". Für die IG Metall, die Betriebsräte und die Opel-Beschäftigten sei "nur ein Zukunftskonzept tragfähig, dass keine Schließung von Standorten vorsieht". Die Belegschaften müssten mit ihrer Kompetenz an der Sanierung beteiligt werden.
Beschäftigungsgarantie hinfällig?
Strackes überraschender Abschied verunsichert den angeschlagenen Autobauer zusätzlich. Der 56-Jährige hatte seinen Posten erst im April 2011 angetreten. Die Konzernspitze reagiert damit auf den anhaltenden Absatzschwund - im Juni wurden erneut acht Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Nach Angaben des US-Mutterkonzerns General Motors soll Stracke künftig Sonderaufgaben übernehmen – im Gespräch ist das Russland-Geschäft. Für ihn übernimmt vorläufig GM-Strategiechef Steve Girsky das Ruder.
Mit dem Abschied von Stracke steht nun auch dessen erst kürzlich angekündigter Sanierungsplan wieder infrage. Demnach sollten die bundesweit rund 20.800 Opel-Beschäftigten bis 2016 eine Beschäftigungsgarantie erhalten. Zudem hatte das Werk im thüringischen Eisenach mittelfristig eine Standortzusicherung bekommen. Dort soll der neue Kleinwagen Adam gebaut werden.
Betriebsrat fordert Zugang zu neuen Märkten
Der Betriebsrat des Bochumer Werks verlangte vom Mutterkonzern eine Öffnung der außereuropäischen Märkte für die Marke Opel. Vorsitzender Rainer Einenkel sagte, die Marke müsse jetzt wachsen. Eine weitere Kahlschlagpolitik wäre verheerend. Eine neue Diskussion über Werkschließungen würde Belegschaften und Autokunden weiter verunsichern.
Einenkel forderte die Konzernführung auf, die bestehenden Zusagen und Verträge einzuhalten. Hintergrund ist, dass die Konzernmutter GM den Vertrieb von Opel-Modellen auf den weitgehend gesättigten europäischen Markt beschränkt hat und von Wachstumsmärkten wie Asien ausschließt. Dort verkauft GM lieber seine anderen Marken. Opel schreibt seit Jahren Verluste. In den vergangenen Jahren hatte der traditionsreiche Autobauer bereits Tausende Stellen abgebaut, weitere sollen folgen.

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