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Empfehlung des Wissenschaftsrates : Akademische Ausbildung für Pflege-Fachpersonal

Der Wissenschaftsrat hat sich dafür ausgesprochen, Fachkräfte in der Gesundheitsversorgung verstärkt akademisch auszubilden. Der Magdeburger Neurologe Hans-Jochen Heinze, Mitglied der wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats, sagte am Montag in Berlin, bis zu 20 Prozent eines Jahrgangs sollten an Universitäten oder Fachhochschulen mit dem Ziel eines Bachelor-Abschlusses ausgebildet werden.Als Beispiele nannte er Physio-, Logo- und Ergotherapeuten.

Mehr Qualität bei der Gesundheitsversorgung

Der Wissenschaftsrat empfahl den Fachhochschulen, die neu zu schaffenden Studiengänge unter dem Dach einer Fakultät für Gesundheitswissenschaften einzurichten. Diese sollte dann eng mit der medizinischen Fakultät einer benachbarten Universität zusammenarbeiten. Universitäten wiederum könnten ein Institut für Gesundheitswissenschaften schaffen, das der medizinischen Fakultät angegliedert ist. Der Wissenschaftsrat berät den Bund und die Landesregierungen unter anderem in Fragen der Hochschulentwicklung.

Heinze erklärte, wegen des demografischen Wandels müsse nicht nur der Umfang der Gesundheitsversorgung ausgebaut, sondern auch die Qualität erhöht werden. Er räumte allerdings ein, dass dies mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. Das beträfe zum einen die nach Ansicht des Rats mindestens fünfjährige Ausbildung, zum anderen müssten diese Fachkräfte auch besser bezahlt werden. Außerdem gibt es Vorbehalte in der Ärzteschaft, die Wert auf den akademischen Bildungsabstand zwischen Medizinern und Pflegepersonal legen.

Auch bei Umschulungen auf Standards achten

Eine Ergotherapeutin liest zusammen mit einer an Demenz erkrankten Patientin
Der Wissenschaftsrat plädiert bei Ergotherapeuten für einen Bachelor-Studiengang.

Der Wissenschaftsrat fordert dagegen nicht mehr, sondern weniger Abstand zwischen den Berufen im Gesundheitswesen. So fordert Heinze, die einzelnen Berufe stärker zu vernetzen. Durch die wachsende Zahl chronisch kranker und pflegebedürftiger Menschen müssten die verschiedenen Fachkräfte bei der Betreuung enger zusammenarbeiten. Die diskutierte Umschulung von Arbeitslosen zu Pflegekräften sei generell zu begrüßen, sagte Heinze. Aber auch hier müssten die Qualitätsstandards eingehalten werden.

In Meiningen hat beispielsweise jetzt ein solches Umschulungsprojekt begonnen. Hier werden in den nächsten 15 Monaten rund 30 Arbeitslose für Tätigkeiten in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft ausgebildet. Den Theorie-Teil bietet das Lebenshilfe-Bildungs-Werk an, die praktischen Fähigkeiten erwerben die Teilnehmer in 23 Altenpflegeeinrichtungen der Region. Das Projekt "Wir für Alt" wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2012, 11:41 Uhr

1. Sven Schmitt:
Grundsätzlich eine gute Idee; wird letztlich daran scheitern, das keine so akademisch ausgebildete Pflegekraft bei den Minilöhnen Lust hat in Deutschland zu arbeiten. Viele werden schön auf Staatskosten umgeschult und ausgebildet auswandern. Also Löhne verdoppeln, Kompetenzen der Pflegekräfte entsprechend erweitern, dann wirds ja vielleicht
17.07.2012
13:16 Uhr

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