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Weihnachten : Schneider: Mehr Aufklärung im Osten notwendig

Während der DDR-Zeit ist nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, die Tradition des christlichen Glaubens aus dem Bewusstsein vieler Menschen verdrängt worden. Schneider sagte MDR INFO am Dienstag, nach 40 Jahren Diskriminierung und Unterdrückung würden viele Menschen in den östlichen Bundesländern die Tradition des Christentums überhaupt nicht mehr kennen, auch im Sinne kulturellen Kennens. Daher sei gerade in den neuen Ländern viel Aufklärungsarbeit notwendig.

Menschen haben Bedürfnis nach Rhythmus im Leben

Dennoch sei Weihnachten im Bewusstsein der Gesellschaft verankert. Schneider sagte, dass auch Menschen, die nicht an Gott glauben, ein Bedürfnis haben, Rhythmus in ihr Leben und ins Jahr zu bekommen. "Sie haben das Bedürfnis, danach zu fragen, wer sie sind, wo sie herkommen und wo sie hingehen. Alle Menschen brauchen eine Reflexion über ihren Weg." Gerade für Menschen, die allgemein auf der Suche sind, habe die Kirche ein wunderbares Angebot, so Schneider. "Wer einmal kommt oder ganz wenig weiß, soll die Erfahrung machen: Ich bin hier willkommen und hier ist was Wichtiges für mein Leben zu hören und zu erfahren. Und es soll Geschmack darauf machen, dass hier Mahlzeiten bereitet sind, die man auch über das Jahr hinaus genießen kann."

Daher sind auch die sogenannten einmaligen Kirchgänger, die an Weihnachten die Kirche besuchen, für Schneider kein Problem. "Jeder muss für sich zur Klarheit kommen, wie er seinen Glauben lebt und wie er am Gottesdienst  teilnimmt", begründete er. Er freue sich aber darüber, wenn der Besuch des Weihnachtsgottesdienstes Lust auf mehr mache. Wenn der Gottesdienstbesucher nämlich merke, die Kirche habe eine Botschaft, die zu hören und mit der sich auseinanderzusetzen, sich richtig lohne.

Psychologe: "Konflikte an Weihnachten nicht diskutieren"

Konflikte sollten allerdings während der Weihnachtszeit nach Möglichkeit nicht diskutiert werden. Das sagte der Psychologe und ärztliche Geschäftsführer der Oberbergkliniken Berlin, Götz Mundle MDR INFO. An den Festtagen sollte man keine Grundsatzdiskussionen führen. "Weihnachten ist die Zeit der Besinnung", erklärte der Psychologe. Um Stress zu vermeiden, sollte man darüber sprechen, "was wir uns wünschen und wie wir es gerne hätten". Für Mundle ist es daher wichtig, die Feiertage mit seinen Mitmenschen vorher im direkten Gespräch zu planen. "Dann kann Weihnachten auch zu einem schönen Fest werden", sagte der Psychologe.

"Kein Getriebener des Festes werden"

Mundle empfiehlt darüber nachzudenken, ob die Erwartungen und Wünsche, die man an das Weihnachtsfest habe, die eigenen seien oder ob es eine Tradition sei, die einem von anderen übergestülpt werde. "Gegebenenfalls sagen Sie: Nein, dass müssen wir nicht machen." Er rät daher, den Mut zu finden, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Sei man bei der Vorbereitung des Festes nur Getriebener der Erwartungen, was alles getan werde müsse, damit das Fest gut werde, dann gehe es zweifelsfrei schief, warnte der Psychologe.

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2011, 17:40 Uhr

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