Kripo Jena : Staatsschützer soll Geheimnisse verraten haben
Weil er interne Informationen weitergegeben haben soll, ist ein hochrangiger Staatsschützer der Landespolizeiinspektion Jena vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Freitag, es bestehe der Anfangsverdacht des Geheimnisverrats, der Strafvereitelung im Amt und der Bestechlichkeit.
Ermittelt werde seit drei Wochen. Dabei seien auch Privat- und Diensträume des Beamten durchsucht worden. Die Vorwürfe seien "sehr diffus" und stammten von einem Mann, der bei Ermittlungen im Drogenmilieu festgenommen wurde und Kontakte in die rechte Szene haben soll, sagte der Leiter der Jenaer Landespolizeiinspektion, Heiko Schmidt. Der Mann habe sich "eher pauschal" geäußert, was es schwierig mache, die Aussagen zu bewerten. Allerdings bezögen sich die Vorwürfe auf die jüngere Vergangenheit und nicht auf die 1990er Jahre, als das Neonazi-Terrortrio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in Jena abgetaucht war. Die Vorwürfe gegen den Staatsschützer würden genau geprüft, betonte Schmidt. Doch gelte auch für Beamte die Unschuldsvermutung.
