Pläne der EU-Kommission : Alte Autos sollen jährlich zum TÜV
Besitzer alter Autos sollen ihre Wagen künftig jährlich vom TÜV untersuchen lassen. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas präsentierte einen Vorschlag, wonach Pkw und Motorräder ab dem siebten Jahr jedes Jahr zur Hauptuntersuchung sollen. In Deutschland müssen die Besitzer nur aller zwei Jahre eine neue Prüfplakette abholen.
Kürzere Prüfabstände sollen Tote verhindern
Kallas begründete seinen Vorstoß mit der Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle, die durch technische Mängel an Autos verursacht wurden. Mit den kürzeren Prüfabständen könnten seiner Meinung nach rund 1.200 Menschenleben im Jahr gerettet werden.
Deshalb schlägt Kallas vor, dass Neuwagen nach vier Jahren das erste Mal zum TÜV sollen. Die zweite Hauptuntersuchung soll nach zwei Jahren folgen, danach sind sie jedes Jahr fällig. Vier Jahre alte Autos, die mehr als 160.000 Kilometer unter den Rädern haben, sollen ebenfalls jährlich vom TÜV gecheckt werden. In Deutschland müssen Neuwagen derzeit nach drei Jahren erstmals den Prüfern vorgestellt werden. Ältere Fahrzeuge sind aller zwei Jahre dran.
Ramsauer und ADAC wettern
Den TÜV-Plänen des EU-Kommissars müssen noch das Europaparlament und die EU-Mitgliedsländer zustimmen. Die Chancen, dass sie unverändert Gesetz werden sind deshalb eher gering. Unter anderem regt sich in Deutschland lautstark Widerstand.
Schon vor Bekanntwerden der Details kritisierten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und der ADAC die Pläne. Beide verwiesen auf die Kosten für die Autofahrer und die zusätzliche Bürokratie. Der Automobilclub widersprach auch der Behauptung, häufigere Überprüfungen würden zu mehr Sicherheit auf den Straßen führen.
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