MDR INFO | Hörer machen Programm | 16.07.2012 : Was wird gegen Unterrichtsausfall in Sachsen getan?
Im letzten Schuljahr musste in den sächsischen Gymnasien und Mittelschulen jede zehnte Unterrichtsstunde vertreten werden bzw. fiel ganz aus. An den Grundschulen fielen vor allem Fächer wie Kunst, Werken oder Sport aus. Dirk Fliegner aus Hohnstädt im Muldentalkreis macht sich angesichts dessen ernste Sorgen um die schulische Ausbildung seines Sohnes. Er wollte wissen, wie der massive Unterrichtsausfall zukünftig verhindert werden kann. Wird es mehr Lehrerstellen geben?
In der Grundschule Hohnstädt lernen 133 Kinder. Die meisten kommen gern hierher und auch die Eltern sind mit der Schule eigentlich sehr zufrieden, nur dass ständig so viel Unterricht ausfällt, wollen sie nicht mehr hinnehmen. Schulleiterin Monika Funke versucht, die Situation an ihrer Schule zu erklären. Von den neun Lehrerinnen ihrer Schule waren zwei längere Zeit krank. Seitens der Schulaufsichtsbehörde wird erst ab der achten Krankheitswoche ein Lehrer zur Verfügung gestellt, der als Ersatzlehrer die Vertretung übernehmen kann.
Die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth hat ihr Amt mit dem Versprechen angetreten, hier etwas zu ändern. Mit Finanzminister Unland hat sie sich geeinigt, 565 neue Lehrer für das kommende Schuljahr einzustellen. 90 weitere werden über EU-Mittel finanziert. Kultusministerin Brunhild Kurth benennt die Versäumnisse und will auf verschiedenen Wegen Abhilfe schaffen.
Im Doppelhaushalt 2013/2014 hat Sachsen 570 Millionen Euro für die Bildung veranschlagt. Das ist mehr als doppelt so viel wie ursprünglich im Bildungspaket vorgesehen. Schulleiterin Funke begrüßt, dass damit vor allem neue Lehrer eingestellt werden. Sie hofft, dass bereits jetzt genügend Kollegen gefunden werden können, und dass die Schulen nicht erst in der ersten Unterrichtswoche erfahren, mit wem sie rechnen können. Einen größeren Handlungsspielraum für die Direktoren hat sie bereits seit Jahren gefordert. Wenn an ihrer Schule Kollegen krank werden, dann könnte sie in manchem Fall schnell für Abhilfe sorgen. Denn von ehemaligen Lehrerinnen, die jetzt im Ruhestand sind, liegt durchaus die Bereitschaft vor einzuspringen:
Was die Kultusministerin da im Detail plant, ist noch offen. Ob es ausreicht, wird das neue Schuljahr zeigen.

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