Verbrauchertipps

MDR INFO | Verbraucherservice : DAB+ stört Kabelfernsehen

von Stefan Römermann

Wenn das TV-Bild grieselt und rauscht, ist die Vorfreude auf einen informativen und gemütlichen Fernsehabend schnell hinüber. Seit gut zehn Tagen haben MDR-Zuschauer - vor allem in Dresden - Probleme mit dem Fernsehempfang. Wir erklären, woran das liegt und was sie dagegen tun können.

DAB-Radio steht im Regionalstudio

Viele Anrufer bei der Technischen Hotline des MDR bewegt vor allem ein Problem. Warum ist mein Fernsehbild so schlecht geworden? Besonders Geräte, die sich rund um den Fernsehturm in Dresden-Wachwitz befinden, haben zurzeit mit Bildstörungen zu kämpfen, erklärt MDR-Technikexperte Stephan Kämmerer. "Das Bild ist dann stärker verrauscht, vergrisselt. Also, wie man das eigentlich so von früher kennt, wenn der Empfang nicht optimal ist."

Gestört ist meist nur ein Programm - in Dresden das MDR Fernsehen. Betroffen sind auch nur Zuschauer, die noch analoges Kabelfernsehen nutzen. Beim Digitalfernsehen sowohl per Antenne als auch per Kabel gibt es keine Probleme. Schuld ist in der Regel ein nicht ausreichend abgeschirmtes Kabel zwischen Fernseher und Anschlussdose, teilweise auch so genannte T-Stücke, über die das Signal auf mehrere Apparate aufgeteilt wird. "Dann sind die Fernseher teilweise für ein paar Groschen aus dem Billigmarkt erworben, und die sind nicht störfest gegenüber äußeren Einflüssen."

Ursachen bekannt

Drei Fernseher in verschiedenen Größen
Wenn Sendeanlagen in der Nähe sind, empfehlen Fachleute Kabel der Klasse A oder A+.

Die Störungen werden verursacht durch die Sendeanlagen für das neue Digitalradio DAB+, die seit Anfang August in Betrieb sind. Das Digitalradio sendet auf der gleichen Frequenz, auf der auch das analoge Kabelfernsehen übertragen wird. Ist das Fernsehkabel an irgendeiner Stelle nicht richtig abgeschirmt, können beispielsweise die Radiosignale in das Kabel eindringen und Bildstörungen verursachen. Die Kabelnetzbetreiber kennen das Problem und raten ihren Kunden deshalb zu besonders gut abgeschirmten Anschlusskabeln der so genannten Klassen A oder A+. Einfache Kabel funktionieren zwar oft auch – allerdings nur solange in der Nähe keine Funkmasten oder Sendeanlagen in Betrieb gehen, erklärt Hannes Lindhuber vom Kabelnetzbetreiber Tele Columbus. "Hier kommt es immer wieder zu Veränderungen oder zu neuen Sendern, die On Air gehen. Und wir hatten auch in der Vergangenheit immer wieder den Fall, dass bei Sendestarts Kunden feststellen mussten, dass ihre Anschlusskabel nicht ausreichend abgeschirmt sind."

Worauf Sie achten sollten

Beim Kauf sollte man deshalb unbedingt darauf achten, dass das neue Anschlusskabel mindestens der Klasse A entspricht und ein so genanntes Schirmungsmaß von 90 dB hat. Noch besser sind Kabel der Klasse A+ mit einer Abschirmung von 120 dB. Gute Kabel kosten je nach Länge meist zwischen 15 und 25 EUR. Wichtig dabei: Wer Antennenweichen oder T-Stücke benutzt, sollte auch diese erneuern und beim Kauf auf die entsprechende Abschirmung achten. In den allermeisten Fällen sollte das Bild dann wieder klar werden. Falls nicht, sollte man sich an seinen Vermieter oder den Kabelnetzbetreiber wenden.

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2011, 19:58 Uhr

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