Verbrauchertipps

ADAC/Stiftung : Test: E-Räder lassen sich schlecht bremsen

Kein Radmodell legt beim Absatz derzeit so viel zu wie die Elektrofahrräder. Schließlich vermitteln sie ein leichtes Fahrgefühl. Auch muss man nicht mehr schwitzen, um zur Arbeit zu kommen. Diesen Vorteil wollen ADAC und Stiftung Warentest auch nicht kleinreden und dennoch haben sie ernstzunehmende Kritik an den Testmodellen. Von zwölf erprobten E-Rädern bekamen lediglich drei ein "Gut". Der Rest schnitt noch schlechter ab. Das ist ein durchwachsenes Ergebnis für Räder, die seit mehr als zehn Jahren gebaut werden.

Kritik an Bremsen, Akku und Preis

Das Hauptproblem sind die Bremsen. Denn E-Räder wiegen mit bis zu 30 Kilogramm doppelt so viel wie herkömmliche Fahrräder. Samt erwachsenem Fahrer kommen so bereits ohne Gepäck schnell mehr als 100 Kilogramm zusammen. Für die Bremsen ist das eine Herausforderung. Doch muss die Branche nachlegen, denn alle Test-Kandidaten bremsten schlecht, bei einem brach sogar der Rahmen.

Auch sonst offenbarten die Test-Räder große Qualitätsunterschiede. Schwache Kandidaten kamen mit ihrem Akku gerade mal 25 Kilometer weit, gute an die 100 Kilometer. Doch dauerte es Stunden, sie dann auch wieder aufzuladen. Auch die Kosten können abschrecken. Gute Pedelecs – wie E-Räder auch genannt werden -  kosten mehr als 2.000 Euro.

Boom-Zeit fürs E-Rad

Die jüngste Kritik der Warentester ist ein Dämpfer für den Elektrofahrrad-Markt - aber auch ein Anreiz nachzurüsten. Denn Hightech-Fahrräder gelten als Branchenhoffnung – es gibt kaum einen Hersteller und Großhändler, der sie nicht im Sortiment hat. Ihr Marktanteil hat sich in den vergangenen beiden Jahren auf fünf Prozent verdoppelt. Und die Zweirad-Industrie schätzt, dass die Boom-Zeit für das E-Rad noch nicht vorbei ist. Doch kaufen und einfach losfahren? Von dieser gängigen Praxis rät der ADAC beim E-Rad dringend ab, denn die plötzliche Antriebskraft ist ungewohnt. Vielmehr sollte man sich erst einmal auf einem Parkplatz ausprobieren und die neue Geschwindigkeit ein bisschen langsamer angehen.

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2011, 07:43 Uhr

Elektrorad

Ist ein Fahrrad mit zusätzlichem oder eingebautem Elektromotor. Der wird wiederum über einen Akku versorgt. Ein E-Rad nennt man Pedelec, wenn der Elektromotor anspringt, indem in die Pedale getreten wird.

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