MDR INFO

Ameos-Kliniken : Ver.di gegen neuen Kompromiss

Im Streit um den drohenden Abbau von 360 Arbeitsplätzen bei den Ameos-Kliniken im Salzlandkreis hat die Gewerkschaft Ver.di die Beschäftigten jetzt aufgerufen, die Einigung von Klinik-Leitung und Betriebsrat abzulehnen.

Ver.di-Sekretär Jens Berek sagte MDR INFO: "Ich kann nur an alle Beschäftigten appellieren, diesen Kompromiss nicht mitzutragen. Wenn viele Beschäftigte unterschreiben, haben wir keine Möglichkeit, mit Druck in die Verhandlungen zu gehen." Für Ameos gebe es dann keinen Grund zu verhandeln. Berek kritisierte die Inhalte des Kompromiss-Papiers, dessen Details der Öffentlichkeit noch nicht vollständig bekannt sind. Schlecht sei zum Beispiel, dass leitende Angestellte aus dem Kompromiss herausgenommen seien: "Diejenigen, die am meisten tragen könnten, sind von vornherein erstmal raus - die Ärzte übrigens auch."

Berek nennt Vorgehen rechtswidrig

Gewerkschaftssekretär Berek äußerte zudem seinen Unmut über die Art, wie drei Betriebsräte mit der Geschäftsführung den Kompromiss ausgehandelt hatten: "Wir halten das für einen rechtswidrigen Akt." Ver.di außen vor geblieben. "Das haben drei Betriebsräte in Geheimratsmanier Ende letzten Jahres mit der Geschäftsführung allein gemacht - übrigens auch über die Köpfe der anderen Betriebsräte hinweg." Nun steckten die Beschäftigten in dem Dilemma, sich entscheiden zu müssen, ob sie dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft vertrauen.

Berek zufolge sind zwanzig Prozent der Beschäftigten der Ameos-Kliniken Ver.di-Mitglieder. Im Streit um den Personalabbau setzt Berek weiter auf eine Lösung in den geplanten Tarifverhandlungen. "Wir sind ab 18. Januar verhandlungsbereit, die paar Tage hätten den Kohl auch nicht fett gemacht. Dann kann man getrost in die Gespräche gehen, fair und auf gleicher Augenhöhe." Nach Bereks Worten liegt bislang noch keine endgültige Lösung auf dem Tisch, weil fraglich sei, ob die Beschäftigten dem jüngsten Kompromiss-Papier zustimmen würden.

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2013, 16:26 Uhr

1. kwe:
Wenn ich schon wieder lese, dass Verdi meint dem Vertrag nicht zu zustimmen, kann ich nur herzlich lachen. Verdi besorgt den Leuten auch keine Arbeit, wenn es so weit ist u. wirklich unterstützen können die Gewerkschaften einen auch nicht. Uns wurde auch geraten die neuen Arbeitsverträge nicht zu unterschreiben bzw. mit Vorbehalt. und was hat es gebracht, nichts. Verraten und Verkauft wurden hunderte von Leuten. Egal ob man 10, 20, 30 Arbeitsjahre und mehr auf dem Rücken hatte. Jeder muss für sich entscheiden, wie weit er mitgehen kann, um sich noch ein vernünftiges Leben mit weniger in der Tasche leisten kann. Ich habe für mich eine Entscheidung getroffen und kann nur jeden raten in sich rein zu hören was man will. Auf die Gewerkschaft kann man sich nicht verlassen, die wollen ihre Mitglieder nur halten. Denn daran hängen ihre Arbeitsplätze. Ich habe mit einem Rechtsanwalt letztendlich mehr erreicht.
05.01.2013
15:14 Uhr

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