MDR INFO | Büchermarkt : "Warten auf Frauen"
von Karsten Möbius
Es gibt Dinge, die passieren einfach, die werden hingenommen, ohne groß darüber nachzudenken. Beispielsweise, dass Männer ständig auf Frauen warten müssen. "Das ist so und so bleibt es, Punkt!", meint Autor Moritz Petz, der offensichtlich nicht nur klug genug war, über das Thema zu philosophieren, sondern auch ein Buch geschrieben hat.
Insgesamt wartet ein Mann in seinem Leben ein Jahr lang auf Frauen. Vor Kindergärten, an der Wohnungstür, wenn man gerade los will, beim Shoppen in der Stadt. Das hat eine englische Studie ergeben. Der Schriftsteller Moritz Petz hält dieses Phänomen für allgegenwärtig. Er ist überzeugt, dass es kaum einen Mann gibt, der diese Erfahrungen nicht teilt.
Moritz Petz geht davon aus, dass sich das nicht ändern lässt, weil Frauen anders ticken als Männer. Hinweise, doch bitte am Zeitmanagement zu arbeiten, seien völlig sinnlos. Ich beispielsweise versuche meiner Frau immer beizubringen: "Wenn man um eins los will, muss man mindestens Dreiviertel aus dem Bad raus sein. Und wenn man weiß, man braucht eine halbe Stunde, dann geht man eben Viertel rein. Ganz einfach!"
Und weil man das nicht ändern kann, leidet Moritz Petz zwar immer noch, aber er leidet klüger. Nachdem er sich mit diesem Phänomen beschäftigt hat, trägt er ständig einen Notizblock dabei. Er nutzt das Warten zum Denken und notiert sich tolle Ideen. Er hat ständig ein Buch dabei, um sich die Zeit zu vertreiben. Auch das Handy zum Spielen ist ganz nützlich. Und er hat sich im Flur eine kleine Bücherecke eingerichtet mit einem kleinen Sessel.
Mit diesem 'erfüllten Warten', schreibt Petz fast dankbar, habe er sämtliche Beethoven-Sinfonien gehört. Er spricht mittlerweile reihenweise wartende Männer an und hat so die eine oder andere schöne Bekanntschaft gemacht. So kommt offenbar auch der Untertitel des Buches zustande: 'Eine Liebeserklärung an einen untragbaren Zustand'. Moritz Petz glaubt ganz fest daran, dass er damit eine Lawine lostreten wird und die weibliche Antwort auf sein Buch nicht lange auf sich warten lässt.
Über den Autor
Udo Weigelt, geboren 1960 in Hamburg, studierte Germanistik und Geschichte. Seit 1998 hat er bei unterschiedlichen Verlagen rund fünfzig Kinderbücher veröffentlicht, die in 15 Sprachen übersetzt wurden. In "Warten auf Frauen" lässt er sein Alter Ego Moritz Petz zu Wort kommen. Das Ergebnis ist eine erstaunlich zärtliche Betrachtung, selbstkritisch, parteilich und immer bemüht, die Sache mit Humor zu nehmen. Illustriert ist das 256 Seiten starke Taschenbuch mit Zeichnungen von Jana Moskito. Es ist ab 1. August lieferbar.
