Menschenmassen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden anlässlich der Wiedereröffnung am 13. Februar 1985.
Menschenmassen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden anlässlich der Wiedereröffnung am 13. Februar 1985. Bildrechte: IMAGO

DAS WERK | 16.09.2017 | 14:05-16:00 Uhr "Ein Dirigent alter deutscher Schule"

Am 6. September hat Wolf-Dieter Hauschild seinen 80. Geburtstag gefeiert. Der Thüringer gehörte zu den wichtigsten Dirigenten der DDR in den 70er und 80er Jahren.

Menschenmassen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden anlässlich der Wiedereröffnung am 13. Februar 1985.
Menschenmassen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden anlässlich der Wiedereröffnung am 13. Februar 1985. Bildrechte: IMAGO

Von Greiz

1937 kam Wolf-Dieter Hauschild im thüringischen Greiz zur Welt. 1954 ging er nach Weimar, um an der Musikhochschule Klavier, Komposition und Dirigieren zu studieren. Nach dem Studium bekam er direkt eine Stelle als Korrepetitor am Nationaltheater in Weimar. Später leitete er den Rundfunkchor Berlin und war Gastdirigent an der Deutschen Staatsoper und der Komischen Oper.

Flucht in den Westen

1978 ging er nach Leipzig, um das Rundfunk-Sinfonieorchester und den Rundfunkchor zu übernehmen. International bekannt wurde er 1985, anlässlich der Wiedereröffnung der Semperoper. Damals dirigierte Hauschild Webers Oper „Der Freischütz“, live im Fernsehen übertragen auch von der ARD. Im selben Jahr verließ er die DDR und ging nach Stuttgart, um mit den dortigen Philharmonikern zu arbeiten. Es war ein tiefer Einschnitt für ihn. Die DDR-Regierung untersagte ihm, den Chefposten mit einem Arbeitsvisum zu übernehmen. Nach einem Gastkonzert im Westen kehrte er schließlich nicht mehr zurück. Später sagte er in einem Interview:

Den Rundfunk im Stich lassen zu müssen, war schrecklich für mich.

Wolf-Dieter Hauschild

Es folgten Engagements in Essen und nach der Wende in Halle (Saale) und Rostock.

Wichtigster Dirigent der DDR

Hauschild hat das Gesamtwerk von Johannes Brahms sowie mehre Oratorien von Händel sowie Sinfonien von Anton Bruckner und Werke Max Regers für Schallplatte und CD eingespielt. Während seiner Zeit in der DDR gewann er außerdem den Kunstpreis sowie den Nationalpreis und zählte bis zu seiner Ausreise zu den wichtigsten Dirigenten der DDR.

Angaben zur Sendung "Das Werk" am 16.09.2017 Hérold, Louis-Joseph-Ferdinand (1791-1833)
Sinfonie Nr. 1 C-Dur
Orchestra della Svizzera Italiana
Hauschild, Wolf-Dieter

Aufnahme: September 1998

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 14:52 Uhr