Reporterin Uschi Hase interviewt einen Mann
Reporterin Uschi Hase im Gespräch mit einem Einbruchsopfer. Bildrechte: MDR/Lothar Schirmer

"Tatort Sachsen-Anhalt" Kellereinbrüche

Es sind nicht unbedingt die Profi-Einbrecher, die sich mit dem Aufbrechen von Kellerverschlägen beschäftigen. Von wem man bestohlen wird, ist den Opfern jedoch am Ende egal. Wichtig ist, wie sie sich schützen können.

von Lothar Schirmer

Reporterin Uschi Hase interviewt einen Mann
Reporterin Uschi Hase im Gespräch mit einem Einbruchsopfer. Bildrechte: MDR/Lothar Schirmer

In der Regel sind Mehrfamilienhäuser von Kellereinbrüchen betroffen. Mehrere Mieter nutzen einen gemeinsamen Hauseingang und in der Regel einen großen, mit einer Tür versehenen Gemeinschaftskellerraum, in dem sich die einzelnen Keller befinden. Die Qualität dieser Keller ist sehr unterschiedlich. Das geht von Kellerräumen, die feste Trennmauern haben und mit einer ordentlichen Tür gesichert sind, bis hin zu Lattenrostverschlägen, deren Lattentüren als Sicherung nur ein kleines Vorhängeschloss besitzen. Eines haben alle gemeinsam: Sie dienen als Aufbewahrungsraum für Lebensmittelkonserven, Werkzeuge, Fahrräder, Haushaltsgeräte, ausrangierte Möbel und vieles mehr.

Schutz beginnt an der Eingangstür

Der Schutz vor Diebstahl aus dem Keller beginnt schon im Erdgeschoss. Die Hauseingangstür zu einem Mehrfamilienhaus sollte mit einem Knauf und Summer versehen und auch am Tage immer eingeklinkt sein. Nicht wenige Kellerdiebstähle geschehen gerade zu dieser Zeit. Mit Einbruch der Dunkelheit – aber spätestens ab 22:00 Uhr sollte die Hauseingangstür abgeschlossen sein. Es gibt Wohnungsgesellschaften, die per Aushang das Abschließen der Hauseingangstür zur Nachtzeit untersagen. Dies soll Rettungskräften im Notfall einen schnelleren Zugang zum Haus verschaffen. Meine Auffassung ist, dass Rettungskräfte im Notfall immer durch Personen verständigt werden, die in der Regel auch für sie die Tür öffnen können. Einem Dieb bieten zur Nachtzeit nur eingeklinkte Türen eine leichte Möglichkeit unbemerkt ins Haus und dann in den Keller zu kommen. Wie es bei Ihnen gehandhabt wird, entscheidet der Vermieter.

Reporterin Uschi Hase interviewt einen Mann
Bildrechte: MDR/Lothar Schirmer

Die Zahl der Einbrüche hat sich in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren vervielfacht. Salzwedel erlebt gerade eine regelrechte Serie von Kellereinbrüchen. Fritz Müller ist einer der Betroffenen.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mi 02.08.2017 11:40Uhr 02:14 min

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Die Tür zum Gemeinschaftskellerbereich erfüllt zwar meist nicht die empfohlene Sicherheitsklasse RC II, sollte aber wenigstens mit einem guten Schließblech, das mit Mauerankern gesichert ist und einem einbruchhemmenden Türbeschlag versehen sein, der den Schließzylinder nicht hervorstehen lässt.

Tipps für unterschiedliche Türen

Bei der Sicherung des persönlichen Kellers muss, je nach Voraussetzung, individuell vorgegangen werden. Grundsätzlich sollte Fremden die Sicht in den Keller versperrt werden. Das kann bei Gitterrostverschlägen durch eine innen montierte Sperrholzplatte geschehen. Sind die Türen mit langen Scharnieren versehen, dann ist über dem Bereich, in dem das Scharnier eingehakt wird, eine Sperre anzubringen, die das Ausheben auf der Scharnierseite verhindert.

Bolzenschneider und ein Schloss
Einfache Vorhängeschlösser können mit einem Bolzenschneider durchgeschnitten werden. Bildrechte: MDR/Lothar Schirmer

Bei Türen, die mit einem Vorhängeschloss gesichert werden, sollte eine Panzer-Überfalle angebracht sein. Die herkömmliche Überfalle, durch deren Öse das Vorhangschloss geführt wird, hat freiliegende Schrauben, die vom Täter abgeschraubt werden können und so das Öffnen der Tür ermöglichen, ohne das Schloss zu knacken. Bei der Panzer-Überfalle werden bei geschlossener Tür die Schrauben verdeckt und sind so nicht zugänglich.

Besser als die einfache Sicherung mit Vorhangschloss ist ein quer über die Tür verlaufendes Flacheisen, das auf der einen Seite an einem fest im Mauerwerk verankerten Punkt befestigt ist und auf der anderen Seite, ebenfalls im Mauerwerk, die Möglichkeit des Anbringens eines Vorhangschlosses hat. Über dem Türblatt fast dieses Flacheisen in mindestens zwei u-förmige, im Türblatt verschraubte Winkel, die verhindern, dass die Tür nach innen oder außen aufgedrückt werden kann.

Diskusschloss
Ein Diskusschloss ist nicht einfach mit einem Bildrechte: MDR/Lothar Schirmer

Achten Sie bei der Wahl des Vorhangschlosses auf gute Qualität. Empfehlenswert sind Diskusschlösser oder Blockschlösser, deren Schließzylinder schwer nachzuschließen sind und bei denen nicht mit einem Bolzenschneider angesetzt werden kann.

Versperren Sie gegebenenfalls Einstiegsmöglichkeiten, die in Form von ungesicherten Spalten über der Kellertür liegen mit fest montierten Blenden. Denken Sie auch an das Kellerfenster. Häufig reicht es, wenn innen zwei Metallstäbe, die rechts und links in die Mauerlaibung eingelassen sind, angebracht werden.

Wenn Sie noch auf gute Naschbarschaft setzen, Fremde ansprechen, die sich im Haus oder sogar im Keller aufhalten, dann haben Sie schon viel dafür getan, dass Ihr Keller vor ungebetenen Gästen sicher ist.

Lothar Schirmer als "Sherlock Holmes" und Reporterin Uschi Hase
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Die Akteure: Lothar Schirmer Kriminalrat a.D. als aktiver Kriminalist seit Gründung des MDR mit im Boot in Sachen Prävention sowohl beim Hörfunk wie im Fernsehen. Im Unruhestand brennt er genauso für seine Sache Zuletzt bei "Schirmers Fälle" im Hörfunk.

Uschi Hase, Hörfunkredakteurin der ersten Stunde bei MDR SACHSEN-ANHALT mit großer Zuneigung zu Ratgeberthemen. Zuletzt verantwortliche Redakteurin für den Hörerbriefkasten bzw. das Hörermikrofon.

Dieses Thema im Programm: • MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02.08.2017 | 10:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2017, 09:21 Uhr