MDR THÜRINGEN - Das Radio

Wort zum Tag : Augenblick mal

Täglich um 06:20 und 09:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN das Wort zum Tag. In dieser Woche kommt es von Andrea Wilke von der katholischen Kirche.

Mittwoch, 22.05.2013: Wagner

Mein Kollege schwärmt von ihm. Oder besser gesagt, von seiner Musik. Richard Wagner ist für ihn, was sein musikalisches Können betrifft, ein ganz Großer. Ich dagegen kann dem Künstler nur sehr wenig abgewinnen. Aus einem Grund: ich weiß zu wenig von ihm. Mir ist damals nur hängen geblieben, dass es zwischen Richard Wagner und dem Nationalsozialismus durchaus Zusammenhänge gibt.

Rundfunkbeauftragte Andrea Wilke
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Augenblick mal am 22.05.2013 (Verkündigungssendung)

22.05.2013, 06:20 Uhr | 01:31 min

Von da an hatte ich auch kein Interesse mehr daran, seine Musik kennenzulernen. Schön dumm, denn als ich meinen Kollegen gestern nach Richard Wagner fragte, spielte er mir als Hörprobe das Vorspiel von "Lohengrin" vor. Ich war beeindruckt. Das hätte ich dem von mir geschmähten Wagner nicht zugetraut.

"Prüft alles, das Gute behaltet", heißt es in der Bibel. Ein guter Rat. Wie schnell ist ein Urteil gefällt ohne alles vorher erforscht zu haben. Wie bitter ist die Erfahrung, wenn man selbst von anderen abgestempelt wird, ohne dass sie einen wirklich kennen. Wie kurzsichtig ist es, eine Idee sofort abzuschmettern, weil sie auf den ersten Blick verrückt zu sein scheint."Prüft alles, das Gute behaltet!"

In diesem Sinne einen schönen Tag! Ihre Andrea Wilke aus Erfurt von der katholischen Kirche.

Dienstag, 21.05.2013: Denkmal

"Damit hat er oder sie sich ein Denkmal gesetzt". Das wird manchmal gesagt, wenn jemand etwas Herausragendes geleistet hat. Mitunter bekommen diese Personen dann tatsächlich ein Denkmal gesetzt. Manchmal schon zu Lebzeiten, manchmal erst von der Nachwelt. Egal wann, Denkmale wollen an die Verdienste der so geehrten Person erinnern. Das ist auch gut so.

Andrea Wilke
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Augenblick mal am 21.05.2013 (Verkündigungssendung)

21.05.2013, 06:20 Uhr | 01:31 min

Es gibt eine ganze Menge Leute, denen ich auch ein Denkmal setzen würde. Meiner Freundin zum Beispiel. Eigentlich hatte sie sich gerade daran gewöhnt, dass ihre Kinder aus dem Haus sind. Mit ihrem Mann hatte sie Pläne, was sie zu zweit alles unternehmen wollen. Jetzt war es ja möglich. Das änderte sich schlagartig als ihre Tochter erkrankte und sich nicht mehr um ihren Sohn kümmern konnte. Nun zieht sie ihren kleinen Enkelsohn groß.

Mir fallen noch viele andere Menschen ein. Menschen, die wahrlich genug um die Ohren haben. Aber die mir, wenn ich sie anrufe, helfen, wenn es ihnen irgendwie möglich ist.

Jeder von uns hat irgendwelche Talente und Fähigkeiten. Am Ende zählt bei Gott nicht, ob wir es damit zu einem sichtbaren Denkmal gebracht haben. Am Ende zählt, ob wir unsere Talente für unsere Mitmenschen eingebracht haben.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen Andrea Wilke aus Erfurt von der katholischen Kirche

Montag, 20.05.2013: Auf Liebe eingestellt

Es gibt Dinge, die kann man nicht so einfach mit zwei, drei  Worten erklären. Zum Beispiel die Liebe. Wir haben ja alle unsere Erfahrung mit der Liebe. Aber wie erklärt man sie?

Andrea Wilke
MDR THÜRINGEN - Das Radio

Augenblick mal am 20.05.2013 (Verkündigungssendung)

20.05.2013, 06:20 Uhr | 01:35 min

Liebe ist ... ein schönes Gefühl - nein, das ist zu wenig. Liebe ist, ...wenn zwei sich wahnsinnig gern mögen - nein, auch das trifft es nicht wirklich. So eine Definition von Liebe, die es auf den Punkt bringt, gibt es einfach nicht. Liebe lässt sich wohl am besten an ihrer Auswirkung beschreiben. Liebe bewirkt z. B., dass man völlig selbstlos für andere da ist, ja sogar Strapazen für andere auf sich nimmt. Liebe macht großzügig, barmherzig, nachsichtig.

Beim Heiligen Geist, dessen Fest an Pfingsten ja gefeiert wird, ist es genauso. Man kann ihn, wie die Liebe, nicht wirklich begreifen. Empirische Daten können seine Existenz nicht belegen. Aber er zeigt Wirkung: Wo Gottes Geist ist, da herrscht Frieden. Da geht es gerecht zu, da werden Menschen nicht klein gemacht. Gottes Geist bewirkt, dass Menschen selbstlos füreinander da sind, dass sie sich versöhnen können und noch vieles andere mehr. Eigentlich alles genau wie bei der Liebe. Kein Wunder: Der Heilige Geist ist Liebe.

In diesem Sinne einen schönen Tag voller Liebe wünscht Ihnen Andrea Wilke aus Erfurt von der katholischen Kirche

Sonntag, 19.05.2013: Pfingsten

Pfingsten. Es ist neben Weihnachten und Ostern das dritte von drei Hochfesten, welches Christen im Laufe eines Jahres feiern. Seinen Namen hat es von dem griechischen Wort "pentecoste" und das heißt in der Übersetzung "fünfzig".

Andrea Wilke
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Augenblick mal am 19.05.2013 (Verkündigungssendung)

19.05.2013, 06:20 Uhr | 01:29 min

Die Bibel berichtet von diesem fünfzigsten Tag nach Ostern. Dieser Tag ist ein jüdischer Festtag. Und zu diesem waren auch die engsten Freunde von Jesus Christus in Jerusalem versammelt. Er selbst war nicht mehr unter ihnen. Aber er hatte ihnen vor seinem Heimgang zu Gott, seinem Vater einen Beistand versprochen: den Heiligen Geist. Am 50. Tag nach Ostern geschieht dieses Pfingstwunder. Der Heilige Geist kommt auf die Freunde Jesu herab. Und diese, die sich ohne Jesus an ihrer Seite aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatten, treten nun mutig und wortgewaltig und tatkräftig vor die Menschen.

Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, ist nicht nur eine Geschichte von damals. Wenn Christen dieses Fest feiern, dann ist das auch eine Willensbekundung:  Sie wollen sich von Gottes heiligem Geist leiten lassen, damit er uns und unsere Welt zum Guten hin verändere.

Ein schönes Pfingstfest wünscht Ihnen Andrea Wilke aus Erfurt von der katholischen Kirche

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2013, 08:27 Uhr

Kurzbiografie: Andrea Wilke

- 1964 in Potsdam-Babelsberg geboren
- nach Ausbildung als Krippenerzieherin einige Jahre als solche tätig
- 1989-1995: Studium der katholischen Theologie in Erfurt
- bis 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte
- seitdem Referentin im Seelsorgeamt des Bistums Erfurt und Rundfunkbeauftragte
- Andrea Wilke lebt mit ihrem Sohn in Erfurt

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