Musik

Oldie-Geschichten | MDR THÜRINGEN - Das Radio | 09.10.2013 : "Lola" von The Kinks

1970: Der erste Ford Escort rollt vom Band - und "The Kinks" bringen "Lola" heraus.

Ray Davies platzt der Kragen. Zig Millionen Kinks-Platten sind in den letzten Jahren verkauft worden, trotzdem hat der Sänger längst nicht ausgesorgt. Er fühlt sich ausgebeutet. Plattenbosse, Musikergewerkschaft und Hitparadenmanager, alle teilen den Gewinn unter sich auf, manipulieren laut Davis die Hitparaden und blicken mit Verachtung auf Bands und Musiker.

Das neue Kinks-Album "Lola versus powerman and the moneygoround, part one" soll seine Abrechnung mit den Zwängen der Musikindustrie und des Rockstarlebens werden. In einem der Songs verarbeitet er eine heikle Geschichte, die sich vor Jahren tatsächlich so zugetragen hat. Damals erwischte er Kinks-Manager Robert Wace in flagranti, völlig betrunken, beim Liebesspiel mit einem Transvestiten. Die BBC wollte den Titel auf den Index setzen - doch nicht wegen der sexuellen Anspielung. Die war eher pikiert, dass in einer Textzeile von Coca Cola die Rede war. - Thema Schleichwerbung!

Erst als der Schnipsel in "Cherry Cola" geändert wurde, lief der Song auch in den Radios. So oder so wurde "Lola" ein Riesenerfolg und der letzte große Hit für die Kinks.

Der Text …

… war für damalige Verhältnisse sehr gewagt. Auch wenn Davies die Liaison zwischen einem Mann und einem Transvestiten mit Augenzwinkern beschreibt. "Ich bin nicht blöd oder so, aber ich kapier' einfach nicht, warum sie wie eine Frau ging und wie ein Mann redete. Oh, Lola."

Coverversionen …

… gibt es unter anderem von Travis und von Robbie Williams. Heinz Rudolf Kunze hat im Jahr 1984 auch eine deutsche Version des Songs aufgenommen.

Und heute?

Heute sind die Kinks für viele aktuelle Bands ein großer Einfluss.

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2013, 05:00 Uhr

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK