MDR THÜRINGEN - Das Radio MDR THÜRINGEN - Nachrichten um 18:00 Uhr


Bausewein fordert von Land mehr Fördermittel für öffentlichen Nahverkehr

Der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein fordert vom Land mehr Fördermittel für den öffentlichen Nahverkehr. Bausewein sagte, allein seine Stadt erhalte in diesem Jahr gut dreieinhalb Millionen Euro weniger an Betriebskostenbeihilfe und Investitionszuschüssen. Das treffe die Erfurter Verkehrsbetriebe hart. Bessere die Landesregierung nicht nach, müsste das Angebote reduziert und Investitionen gestreckt werden. Nach Einschätzung von Bausewein haben die anderen größeren Städte in Thüringen ähnliche Probleme. Aus dem Infrastrukturministerium hieß es, das Land verhandele zurzeit noch mit dem Bund über die so genannten Regionalisierungsmittel. Solange nicht klar sei, wieviel Geld der Bund für den Nahverkehr bereitstellt, halte sich das Land mit den Zuschüssen zurück.


Erste Erfolge im Kampf gegen Fachleutemangel

Im Kampf gegen den Mangel an Fachpersonal sieht die Handwerkskammer Ostthüringen erste Erfolge durch die Integration von Flüchtlingen. Wie Geschäftsführer Frank Hohle auf einer Expertentagung in Erfurt sagte, haben sich erste Projekte in der Region etabliert. So erlernten in Zeulenroda oder Rudolstadt rund 120 Menschen aus Eritrea, Syrien, Iran und dem Irak die deutsche Sprache und würden auf einen Beruf vorbereitet. Eine Umfrage unter bislang 700 Unternehmen habe ergeben, dass ein Großteil sofort einen Flüchtling einstellen würde, weil es an Fachkräften fehle. Ministerpräsident Bodo Ramelow sieht für die Integration von Flüchtlingen derzeit noch zu viele bürokratische Hindernisse.


Anti-Moschee-Hetzer stellt sich Polizei

Der Produzent eines Internet-Hetzvideos gegen die geplante Moschee in Erfurt hat sich der Polizei gestellt. Wie die Beamten mitteilten, erschien der 15 Jahre alte Erfurter gestern im Beisein eines Anwalts und zweier Verwandter bei der Kriminalpolizei. Er habe angegeben, der Jugendliche aus dem Youtube-Video zu sein. In dem Streifen wurde dazu aufgerufen, die Moschee niederzubrennen. Außerdem zeigt die Person in dem Video den Hitlergruß und beschimpft minutenlang Muslime, den Islam und Frauen. Gegen den 15-Jährigen wird jetzt unter anderem wegen Volksverhetzung und wegen öffentlicher Aufforderungen zu Straftaten ermittelt. Der Video-Macher war von den Landtagsabgeordneten Katharina König und Astrid Rothe-Beinlich angezeigt worden.


Familiennachzug von Syrern wird leichter

In Thüringen lebende syrische Flüchtlinge sollen ihre Verwandten leichter nachholen können. Wie das Migrationsministerium mitteilte, müssen Syrer oder Thüringer dafür eine Bürgschaft über fünf Jahre übernehmen. Bisher hätten sie unbegrenzt garantieren müssen, für die nachgeholten Familien einzustehen. Die damit verbundenen Haftungsrisiken hätten aber dazu geführt, dass kaum jemand gebürgt habe, hieß es. Die Neuregelung gelte ab sofort. Migrationsminister Dieter Lauinger sagte, Thüringen stelle sich an die Spitze der Länder, die für einen erleichterten Familiennachzug aus Syrien einstünden.


Gera: Haftstrafe nach sexuellem Missbrauch der Tochter

Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter hat das Landgericht Gera einen Mann zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Insgesamt befand ihn die 2. Strafkammer in 61 Fällen für schuldig. Das Mädchen war zwischen neun und 13 Jahren alt, als sich ihr Vater bei Wochenendbesuchen an ihr verging. Ermittler hatten bei dem Mann auch Kinderpornografie gefunden. Der Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Tiefensee: Gastronomen sollen gut bezahlen

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sieht die Gastronomen selbst in der Pflicht, für ausreichend Nachwuchs in der Branche zu sorgen. Tiefensee sagte MDR AKTUELL, wenn Fachkräfte gut bezahlt würden, könnten sie in Thüringen gehalten werden. Das sichere Qualität im Hotel- und Gastgewerbe und ziehe neue Kunden an. Tiefensee sagte, die Landesregierung könne nur flankierend helfen, etwa durch Fördergelder für Sanierungen oder Werbung auf Touristikmessen.


Kuh-Pauschale soll in Milchkrise helfen

Mit einer neuen Forderung macht der Thüringer Bauernverband auf die Misere der Milchbauern aufmerksam. Der Freistaat solle eine Pauschale pro Kuh zahlen, so Präsident Helmut Gumpert bei einem Termin auf der Agrarfarm im ostthüringischen Knau. So könne der Tiefpunkt der aktuellen Krise überbrückt werden. Seine genauen Pläne will Gumpert im direkten Gespräch mit der Landesregierung vorstellen. Ohne Hilfe stehen nach seinen Angaben viele Milchviehbetriebe vor dem Aus. Und das wiederum hätte auch Folgen für die Weidewirtschaft.


Durchsuchungen nach Angriff auf linkes Jugendzentrum

Drei Wochen nach dem Angriff auf ein linkes Jugendzentrum in Erfurt hat es Durchsuchungen gegeben. Wie das Landeskriminalamt mitteilte, richteten sich die Einsätze gegen mehrere Objekte von Rechtsextremen in Erfurt, im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und in Hannover. Die Ermittler hätten neben Speichermedien auch Kleidungsstücke sichergestellt, die wahrscheinlich bei dem Überfall getragen worden seien. Dem LKA zufolge werden insgesamt neun Personen beschuldigt, die bereits mit rechtsextremen Straftaten oder als "Gewalttäter Sport" aktenkundig seien. Bei dem Angriff am Himmelfahrtstag waren vier Männer verletzt worden.


17-Jähriger nach Badeunfall vom Sonntag gestorben

Der beim Baden am Sonntag in Sömmerda-Leubingen verunglückte 17-Jährige ist im Krankenhaus gestorben. Das teilte die Polizei mit. Der Jugendliche aus Marokko war mit einer Gruppe unbegleiteter Flüchtlinge und Betreuern am bewachten Badestrand der Kiesgrube ins Wasser gegangen und plötzlich untergegangen. Er konnte zunächst vor dem Ertrinken gerettet werden, sein Zustand verschlechterte sich aber im Krankenhaus weiter. Die Kripo Erfurt ermittelt zu dem Unglück.


Stichtags-Regelung für Straßenausbaubeiträge geplant

Die Thüringische Landesregierung steht offenbar vor einer Neuregelung der Straßenausbau-Beiträge. Innenminister Holger Poppenhäger schlägt vor, die Abgabe künftig rückwirkend nur noch bis zum 1. Januar 2000 zu erheben. Für die Zeit davor plane er eine Kann-Regel. Demnach können Gemeinden Beiträge erheben, müssen es aber nicht. Allerdings stehe das nur Kommunen zu, denen es finanziell gut geht und die keine Landeshilfen erhalten. Außerdem sieht der Vorschlag des Innenministers vor, dass Einwohner gezahlte Beiträge für Arbeiten vor dem Jahr 2000 zurückerstattet bekommen.


"Stuttgart-21"-Abraum landet in Nordthüringen

Im Kreis Nordhausen sollen bis Jahresende rund 600.000 Tonnen Abraum von der Großbaustelle Stuttgart 21 deponiert werden. Nach Angaben der zuständigen Erdbau-Firma werden mit dem Material Teile des Tagebaus Kohnstein in Niedersachswerfen aufgefüllt. Der Leiter des Tagebaus sagte MDR THÜRINGEN, der Abraum aus Stuttgart passe geologisch dorthin. Nach Angaben der Erdbau-Firma wird das Gestein aus Baden-Württemberg mit Güterwagons angeliefert. Bisher seien bereits mehr als 800 Züge eingetroffen.


Mindestlohn: Kontrolleure entdecken nur wenige Verstöße

Wegen Verstößen gegen den gesetzlichen Mindestlohn sind bisher nur relativ geringe Bußgelder verhängt worden. Die Summe belief sich im vergangenen Jahr auf knapp 200.000 Euro, wie die Bundesregierung mitteilte. Die zuständige Stelle beim Zoll leitete demnach gut 700 Verfahren gegen Arbeitgeber ein. Die meisten Fälle wurden in Baden-Württemberg entdeckt, gefolgt von Berlin und Nordrhein-Westfalen. Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro seit Anfang 2015.


Torwart Domaschke verlängert bei RWE bis 2018

Torwart Erik Domaschke bleibt dem FC Rot-Weiß Erfurt bis Sommer 2018 erhalten. Wie der Verein mitteilte, verlängerte Domaschke seinen bis 2017 geltenden Vertrag vorzeitig um ein Jahr. Zuvor hatten bereits Andre Laurito und Christoph Menz ihre Verträge bei RWE um zwei Jahre verlängert.

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2016, 18:05 Uhr