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Aus für große Koalition - AfD erzielt hohe Gewinne

Die Große Koalition in Deutschland ist Geschichte - die Regierungsparteien erlitten bei der Bundestagswahl eine schwere Niederlage. CDU/CSU kommen nach den letzten Hochrechnungen auf 32,8 Prozent, das sind gut acht Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Die SPD fällt um mehr als fünf Prozentpunkte auf 20,6 Prozent - ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten. Großer Wahlgewinner ist die AfD, die mit 12,8 Prozent erstmals in den Bundestag kommt und drittstärkste politische Kraft in Deutschland wird. Die FDP verdoppelt ihr Ergebnis auf 10,4 Prozent und zieht wieder in den Bundestag ein. Die Linken verbessern sich leicht auf 9,1 Prozent. Ebenso leicht zugelegt haben die Grünen auf 9 Prozent. Nachdem die SPD ankündigte, in die Opposition zu gehen, wäre derzeit rein rechnerisch nur eine Jamaika-Koaliton aus Union, FDP und Grünen möglich. SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach von einem schweren und bitteren Tag für die Sozialdemokratie. Schulz sagte, er werde den Fraktionsvorsitz nicht anstreben, wolle aber Parteichef bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie sehe trotz der Verluste ganz klar den Regierungsauftrag bei der Union. Das werde man in Ruhe erörtern. AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte, die AfD werde starken Druck auf die Kanzlerin ausüben und sie - so wörtlich - "jagen". Die Linkspartei hat eine scharfe Auseinandersetzung mit der AfD im Bundestag angekündigt. In der AfD gebe es Rassisten, kritisierte Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch. FDP-Chef Christian Lindner soll Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Bundestag werden. Die Wahlbeteiligung lag laut ARD mit 75,0 Prozent höher als 2013 mit 71,5 Prozent.


96 Prozent der Stimmen in Thüringen ausgezählt

In Thüringen liegt nach der Auszählung von 96 Prozent der Stimmen weiter die CDU vorn. Sie kommt aber nur noch auf knapp 29 Prozent, das sind fast zehn Prozentpunkte weniger als 2013. Platz zwei geht an die AfD mit knapp 23 Prozent. Das sind fast 17 Punkte mehr als 2013. Drittplatzierte Partei ist die Linke mit 16,7 Prozent. Sie verliert damit rund sechseinhalb Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl. Die SPD kommt auf 13,2 Prozent und verliert drei knapp Punkte. Gut fünf Punkte zugelegt hat die FDP auf derzeit knapp acht Prozent. Die Grünen verlieren leicht und liegen bei vier Prozent. Die acht Direktmandate gehen nach derzeitigem Stand alle an die CDU. Die Wahlbeteiligung liegt bei 73 Prozent.


Thüringer Reaktionen auf Bundestagswahl

In Thüringen sind die Ergebnisse auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen. Ministerpräsident Bodo Ramelow von den Linken sagte, er habe mit einem solchen Wahlergebnis gerechnet. Nun müsse man damit umgehen, dass sieben Parteien im Bundestag vertreten sind. CDU-Landeschef Mike Moring sagte, trotz der Wahlverluste habe die CDU einen klaren Regierungsauftrag erhalten. Der Thüringer SPD-Chef Andreas Bausewein nannte das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl niederschmetternd. Die SPD sei in den letzten Wochen nicht glaubwürdig gewesen. Den angekündigten Gang in die Opposition begrüßte Bausewein deshalb. Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke sprach von einem historischen Tag und einem Riesenerfolg für die AfD. Er kündigte eine knallharte Oppositionspolitik an. FDP-Landeschef und Spitzenkandidat Thomas Kemmerich freute sich über den Wiedereinzug seiner Partei. Gleichzeitig nannte er es eine große Aufgabe, jetzt eine Regierung zustande zu bekommen. Auch die Grünen-Spitzenkandiatin Katrin Göring Eckard sagte, sie erwarte nun schwierige Koalitions-Gespräche.


Kai Buchmann gewinnt Stichwahl in Nordhausen

Kai Buchmann ist Nordhausens neuer Oberbürgermeister. Der parteilose Kandidat hat sich in der Stichwahl mit knapp 70 Prozent gegen die CDU-Frau Inge Klaan durchgesetzt. Im ersten Wahlgang lag er mit 29 Prozent noch hinter Klaan. Buchmann ist als gebürtiger Nordhäuser in der Stadt bekannt. Er arbeitet derzeit als Referent der Geschäftsleitung im Südharzklinikum. Angetreten war er, weil er den Nordhäusern eine Alternative zu den Kandidatinnen von CDU und SPD bieten wollte. 35.000 Menschen durften am Sonntag ihre Stimme abgeben. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 46 Prozent.


Letzter Tag für Landesgartenschau Apolda

In Apolda ist am Abend die 4. Thüringer Landesgartenschau zu Ende gegangen. Zur Abschlussgala auf das Gelände Herressener Promenade waren noch einmal knapp 6.000 Besucher gekommen. Mit insgesamt 366.000 Gästen wurde das von den Veranstaltern selbst gesteckte Ziel übertroffen. Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand erklärte, rund 50 Millionen Euro seien in den letzten Jahren in der Stadt verbaut worden. Die Gartenschau endete am Abend nach 149 Tagen. Für die nächste Landesgartenschau 2024 haben sich Altenburg, Leinefelde-Worbis, Mühlhausen und das Städtedreieck Saalfeld-Rudolstadt-Bad Blankenburg beworben.


Geburtenrate in Gera über dem Bundesschnitt

Die Stadt Gera hat eine angeblich niedrige Geburtenrate dementiert. Der Focus hatte gestern gemeldet, dass laut einer Studie in Gera nur 1,1 Kinder pro Frau geboren werden. Das sei der zweitniedrigste Wert in Deutschland. Ein Sprecher der Stadt sagte aber heute, bei der Studie gehe es nur um die Kinderzahl von Frauen im Alter von 45 bis 48 Jahren. Zurzeit habe Gera die höchste Geburtenrate seit 1991 - nämlich 1,7 Kinder pro Frau.


US-Armee tötet IS-Kämpfer in Libyen

Die US-Streitkräfte haben mehrere Luftangriffe in Libyen geflogen Dabei wurden nach Angaben der US-Armee 17 Kämpfer der Terrormiliz IS getötet. Der IS hatte sich nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Gaddafi 2011 und dem staatlichen Zerfall Libyens in dem nordafrikanischen Land ausgebreitet.


Niederlagen für RWE und USV Jena

In der 3.Fußball-Liga ist Rot-Weiß Erfurt auf den letzten Tabellenplatz gefallen. Die Erfurter verloren in Karlsruhe mit 0:2. Die Fußballerinnen von Bundesligist USV Jena sind beim VfL Wolfsburg unter die Räder gekommen. Die Jenaerinnen verloren mit 0:5.

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 06:10 Uhr