Hand hält geknüllte Alumniumfolie
Bildrechte: Colourbox.de

Service | 16.10.2017 Wie gefährlich ist Aluminium?

In Aluminium verpackte Speisen können gesundheitsschädlich sein, das sagt die Verbraucherzentrale Thüringen. Wenn Salz oder Säure auf die Alu-Schalen trifft, löst sich Aluminium. Die kleinen Metall-Bestandteile wandern in die Lebensmittel, wir essen sie mit. Das Aluminium reichert sich im Laufe des Lebens im Körper an und kann Schäden anrichten. Welche Schäden entstehen können und welche Alternativen es gibt, beantwortet die Verbraucherzentrale in der Servicestunde bei MDR THÜRINGEN - Das Radio.

Hand hält geknüllte Alumniumfolie
Bildrechte: Colourbox.de

Aluminium gehört zu den am häufigsten vorkommenden Elementen der Erdkruste. Daher taucht es in gewissen Mengen in so gut wie allen Nahrungsmitteln auf. Besonders viel Aluminium enthalten Gewürze, getrocknete Kräuter und Schokolade. Auch Wasser und einige Medikamente enthalten das Erdmetall. Das Aluminium gelangt über die Lebensmittel in den menschlichen Körper und wird dort vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Dieser entzieht den Lebensmitteln ungefähr ein Prozent der enthaltenen Menge Aluminium. Diese Prozentzahl mag sich gering anhören, die Verbraucherzentrale Thüringen weist jedoch darauf hin, dass bereits in diesem Rahmen langfristig Schäden am Nervensystem und den Nieren hervorgerufen werden können.

Wie viel Aluminium verträgt der Körper?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit geht davon aus, dass ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht unschädlich ist. Jedoch zeigen Studien, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder diesen empfohlenen Wert durchaus überschreiten. Das ist jedoch noch kein Grund zur Beunruhigung. Tierversuche haben gezeigt, dass eine chronische Vergiftung erst entsteht, wenn über einen langen Zeitraum mehr als 50 bis 100 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht am Tag aufgenommen werden.

Was tun gegen die Aluminiumaufnahme?

Grundsätzlich sollten keine sauren und salzigen Speisen in Aluminiumschalen zubereitet werden. Daher rät die Verbraucherzentrale Thüringen, die Lebensmittel erst nach dem Erhitzen zu würzen und auch keine Zitrone, Essig oder Marinaden zu verwenden.

Auch nach der Zubereitung sollten die Speisen nicht in Aluminium-Assietten gelagert werden. Laut Verbraucherzentrale ist es für den Verbraucher unmöglich zu erkennen, ob diese beschichtet, und somit überwiegend unbedenklich sind, oder nicht. Alternativen zu den Metallschalen sind zum Beispiel abwaschbare Plastik- oder Glasbehälter. Damit ist nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch der Umwelt geholfen. Ein weiterer Tipp zur Vermeidung von Aluminium ist es, die Alu-Grillschale durch eine Edelstahl-Schale auszutauschen. Dadurch verhindert man, dass sich Aluminiumpartikel von der Oberfläche lösen. Dabei spielt es dann auch keine Rolle mehr, ob die Lebensmittel Salz oder Säure enthalten.

Deodoranten ohne Aluminium verwenden

Eine weiterer Weg auf dem Aluminium in den Körper gelangt ist, Deodoranten mit Aluminium zu benutzen. Die Antitranspirantien, welche den Achselschweiß unterdrücken sollen, enthalten die schädlichen Aluminiumverbindungen. Außerdem sorgen die aluminiumhaltigen Deos dafür, dass die Schweißdrüsen verstopfen. Inzwischen gibt es jedoch genug Hersteller, welche vergleichbare Produkte anbieten, die auf das schädliche Metall verzichten.

Auch die Umwelt leidet

Aluminium ist in der Erstgewinnung sehr energielastig. Eine Aufbereitung bereits genutzter Aluminiumverpackungen hingegen benötigt nur fünf Prozent dieser Energie. Daher ist es wichtig, Aluminium immer vorschriftsgemäß zu entsorgen oder vollständig darauf zu verzichten. Verpackungen aus Aluminium gehören in den Gelben Sack oder auf den Wertstoffhof. Die Leichtverpackungen sollten überwiegend sauber sein und Papier- oder Plastikbandarolen entfernt werden, bevor sie im Müll landen.

Beratungshinweise:

Die persönliche Beratung der Thüringer Verbraucherzentrale zu Lebensmitteln und Ernährung findet seit Juni 2017 in der neuen Beratungsstelle statt:

Willy-Brandt-Platz 1
99084 Erfurt

Nach Terminvereinbarung unter 0361 555-140 können Sie sich dort jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr kostenlos beraten lassen.

Für weitere Fragen, auch zu anderen Themen im Bereich Lebensmittel und Ernährung, ist das Ratgebertelefon jeden Dienstag von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr unter 0361 555-1427 zu erreichen. Antworten auf Ihre Fragen erhalten Sie auch im Internetforum der Verbraucherzentrale Thüringen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 16. Oktober 2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2017, 13:08 Uhr