Handy am Fahrradlenker
Immer wieder nur ein kurzes Klingeln - das könnte ein Ping-Anruf sein. Bildrechte: IMAGO

Service | 08.11.2017 Ping-Anrufe zocken Verbraucher ab

Das Telefon klingelt nur kurz, eine Nummer erscheint und wer zurückruft, zahlt und zwar kräftig. Genau das ist das Ziel. Bei den sogenannten Ping-Anrufen zielen Betrüger darauf ab, Nutzer möglichst lange in der Leitung zu halten. Derzeit kommen die Anrufe vor allem aus Tunesien und Burundi.

Handy am Fahrradlenker
Immer wieder nur ein kurzes Klingeln - das könnte ein Ping-Anruf sein. Bildrechte: IMAGO

Das Handy klingelt nur ganz kurz und wer zurückruft, tappt in die Kostenfalle. Genau das ist das Ziel sogenannter Ping-Anrufe oder Ping-Calls. Dabei wird oft mit der Nummer getrickst, so dass der Anrufer nicht sieht, dass er es gerade in Tunesien oder Burundi klingeln lässt, wenn er zurückruft.

Der Pressesprecher des sächsischen Landeskriminalamtes, Tom Bernhardt, sagte MDR AKTUELL, die Betrüger wollten mit einem kurzen Anklingeln einen kostenpflichtigen Rückruf provozieren. Dieser Rückruf könne Verbraucher dann unter Umständen einige Euro pro Minute kosten.

Lange Leitung ist das Ziel

Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale Sachsen sind bei einem Rückruf häufig Bandansagen zu Gewinnspielen oder Erotikdiensten zu hören. Stefanie Siegert sagte MDR AKTUELL, damit werde darauf abgezielt, die Anrufer so lange wie möglich in der Leitung zu halten. Die Verbraucherzentrale rät, bei Anrufen deren Nummer man nicht kennt und bei denen das Telefon immer wieder für ein paar Sekunden klingelt, vorsichtig zu sein.

Wer skeptisch ist, wer ihn da möglicherweise zu erreichen versucht, kann die Nummer im Internet eingeben. Laut Polizei hat die Bundesnetzagentur bereits tausende Nummern aufgelistet, bei denen diese Betrugsmasche festgestellt wurde. Man bekomme deshalb im Internet meist sofort einen Hinweis. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, über seinen Telefonanbieter Mehrwertdienst- und Sonderrufnummern sperren zu lassen.

Wie kann man sich schützen?

Nummern, die man nicht kennt, sollte man nicht zurückrufen. Das rät die Verbraucherzentrale. Außerdem sollte jeder vorsichtig mit der Weitergabe seiner Daten sein. Stefanie Siegert empfiehlt, immer zu hinterfragen, warum man seine kompletten Daten angeben soll, sich aber beispielsweise eigentlich nur einen Routenplan aus dem Internet ausdrucken möchte. Das treffe auch auf Gewinnspiele und kostenlose Services zu. Häufig sei dies der Weg, über den die Nummern in Umflauf gerieten.

Zurückgerufen – was kommt danach?

Sobald man merkt, dass es sich nicht um einen seriösen Anruf gehandelt hat, sollte man schnell auflegen. Außerdem sollte der Vorfall sofort der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen kann es sein, dass den Telefonanbietern bereits durch die Bundesnetzagentur verboten wurde, bestimmte Ping-Anrufe abzurechnen. Es bestehe ein sogenanntes Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot. Das Inkassierungsverbot gelte auch, wenn der Verbraucher bereits eine Rechnung erhalten, diese aber noch nicht bezahlt habe.

Hat der Verbraucher schon gezahlt, gibt ihm dieses Verbot allerdings nicht das Recht, eine Rückerstattung zu fordern. Besser sollte sich der Geschädigte an die Verbraucherzentralen wenden, da die Möglichkeit besteht, dass sich diese selber mit dem Anbieter in Verbindung setzen, um eine Lösung zu finden. Beanstandet man Posten auf einer Telefonrechnung, sollte der Widerspruch laut Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen innerhalb von acht Wochen erfolgen.

Zusammengefasst gelte aber: Skepsis sei angebracht, wenn die Nummer unbekannt ist und es mehrfach nur kurz klingelt.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 08. November 2017 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2017, 14:12 Uhr

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