Vier Eier liegen neben anderen Lebensmitteln in einem Kühlschrank.
Besonders Kühlkombinationen haben eher Schwierigkeiten mit der Kälte als mit der Wärme. Bildrechte: IMAGO

Der Redakteur | 08.11.2017 Helfen geringe Temperaturen, den Stromverbrauch eines Kühlschrankes zu senken?

MDR THÜRINGEN-Hörer Thomas Karl aus Göttingen hat einen Kühlschrank, der in einer ungeheizten Scheune steht. Er möchte wissen, ob niedrige Temperaturen helfen, den Stromverbrauch des Gerätes zu senken? Und was passiert mit dem Kühlschrank, wenn es Frost gibt? Thomas Becker - alias Der Redakteur - hat recherchiert.

von Thomas Becker

Vier Eier liegen neben anderen Lebensmitteln in einem Kühlschrank.
Besonders Kühlkombinationen haben eher Schwierigkeiten mit der Kälte als mit der Wärme. Bildrechte: IMAGO

Zunächst ist es durchaus so, dass eine geringere Umgebungstemperatur dazu führt, dass der Kühlschrank weniger Strom verbraucht. Doch es gibt Grenzen. Bestimmt werden diese durch die sogenannte Klimaklasse des Kühlschranks. Kurioserweise bekommen Kühlschränke – besonders aber Kühlkombinationen - eher Schwierigkeiten mit der Kälte als mit der Wärme. Denn Temperaturen von weit über 30 Grad sind in unseren Breiten eher selten.

SN = Subnormal. Für Räume mit einem Temperaturbereich von +10 °C bis +32 °C.

N = Normal. Für Räume mit Temperaturen von +16 °C bis +32 °C.

ST = Subtropisch. Für Tropenklima mit Temperaturen von +16 °C bis +38 °C.

T = Tropisch. Für einem Temperaturbereich von +16 °C bis +43 °C.

Wer hingegen seine Kühl/Gefrierkombination in die Scheune stellt, riskiert vielleicht sogar schon in dieser Jahreszeit, dass die Temperaturen unter 10 Grad absinken. Dann wird es hart für den Kühlschrank. Erstens, weil das Öl im Kompressor zähflüssig wird, wodurch der Verschleiß deutlich ansteigt und zweitens, weil er kaum noch laufen muss. Das Hauptproblem ist die geringe Laufzeit des Systems für das Gefriergut. Bei den Kombinationsgeräten mit nur einem Kompressor steckt der Temperaturfühler im Kühlteil. Der sieht natürlich nur selten oder gar keine Notwendigkeit an den Kompressor zu melden: "Mach mal Deinen Job, mir wird zu warm!“ Die Folge: Stillstand des Systems und im benachbarten Eisfach beginnt der Frühling.

Eigentlich beginnt das Problem aber schon früher. Schon wenn die Temperatur in dem Raum, in dem sich der Kühlschrank befindet, unter 18 Grad sinkt, läuft der Kompressor so selten, dass das Gefrierfach immer wieder mal antauen würde. Um dem entgegenzusteuern gibt es im Kühlschrank im Bereich der Lampe tatsächlich eine kleine Heizung – manchmal ist es auch die Lampe selbst. Diese erwärmt dann den Bereich in dem sich auch der Temperaturfühler befindet ganz leicht und sorgt dafür, dass der Kühlschrank wieder läuft. Auch wenn das nach "Gas und Bremse gleichzeitig“ klingt -  die Leistungsaufnahme der kleinen Heizung ist so gering (etwa 8 Watt) und damit viel geringer als ein zum Beispiel zweiter, eigener Kompressor für das Gefrierteil, so dass das in der Gesamtenergiebilanz nicht auffällt.

Grundsätzlich sollte man immer darauf achten, dass die Klimaklasse des Kühlschranks zum geplanten Aufstellort passt. Die empfohlene Umgebungstemperatur wird an den Geräten immer angegeben. Einzelgeräte wie Gefriertruhen und Kühlschränke ohne Gefrierteil sind zumindest für das Kühl- und Gefriergut nicht so kritisch, für das Gerät selbst wegen des Öls aber schon. Trotzdem gibt es eine Lösung für die Scheune und die wertvolle Ernte: Geräte mit einer sogenannten Tiefentemperaturtauglichkeit. Die halten sogar Umgebungstemperaturen bis minus 15 Grad aus.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 08. November 2017 | 16:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2017, 20:19 Uhr