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Frühlingsfest : Eisenach feiert den "Sommergewinn"

Egal, wie kalt und lang ein Winter ist: Rettung kommt, denn es gibt einen besonderen Termin in Thüringen. Spätestens wenn der ansteht, weiß man, dass die kalte Jahreszeit vorbei ist: Eisenach feierte am Sonnabend wieder seinen "Sommergewinn" - ein Volksfest zu Ehren des Frühlings.

Eisenach hat am Sonnabend wieder seinen "Sommergewinn" gefeiert. Höhepunkt des Volksfestes war auch in diesem Jahr der Umzug durch die bunt geschmückten Eisenacher Straßen, den bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen rund 70.000 Besucher verfolgten. Beim anschließendem Streitgespräch zwischen Frau Sunna und Herrn Winter auf dem Marktplatz war klar, wer den Kürzeren zog: Der Winter musste sich zugunsten von Frau Sunna verabschieden und wurde als Strohpuppe symbolisch verbrannt.

Eine Woche vor dem "Sommergewinns", das als größtes Frühlingsfest in Deutschland gilt, fanden die sogenannten Kommerschabende in der Werner-Aßmann-Halle statt. In diesem Jahr gestalteten unter anderem das Wartburg-Ensemble, der Tanzverein Eisenach, die Germanen, die Frauen der Festhallen-Reinigung vom Stiegk sowie die Originale Schorsch und Hermine das Programm. Zwei bunte musikalische Abende stimmten perfekt auf das große Volksfest ein.

Tante Frieda und Minchen - zwei Originale verabschieden sich

Sie gehörten zu den bekanntesten Gesichtern beim "Sommergewinn": Tante Frieda und Minchen - zwei echte Originale auf der Bühne. Doch dieses Jahr war es der letzte Auftritt der frechen Klatschweiber, die von Christiane Tomaske und Elfi Walter verkörpert wurden. Ganze 42 Jahre haben sie zusammen gearbeitet, nun verabschiedeten sie sich, als es am schönsten war. Mit Musik und Satire begeisterten sie bei den "Kommerschabenden" am 9. und 10. März ein letztes Mal ihr Publikum.

Sommergewinn zum Frühling?

Der Brauch des "Sommergewinns" geht zurück auf frühere Jahrhunderte, als unsere Vorfahren nur zwei Jahreszeiten kannten: Die kalte, entbehrungsreiche, und die warme, fruchtbringende Zeit - den Winter und den Sommer. Ihre Sehnsucht nach einem leichteren Leben im Sommer brachten die Menschen durch ein Spektakel zum Ausdruck, das seit 1897 wieder pünktlich zum Frühlingsanfang in Eisenach gefeiert wird. Bei diesem ersten Fest der Neuzeit fuhren nur zwei Wagen durch die Stadt, der von Frau Sunna und der von Herrn Winter. Seitdem wird wenige Tage vor dem kalendarischen Frühlingsbeginn der Winter in Eisenach symbolisch vertrieben.

Galerie: Sommergewinn 2012: Frau Sunna und Herr Winter in der Maske

Ein Mann mit Stirnband hat ein blau-bleich geschminktes Gesicht mit Sorgenfalten bekommen Eine Maskenbildnerin schminkt eine blond gelockte Frau ganz bleich Ein blass geschminkter Mann mit mit künstlichem Frost versehenem falschem Vollbart und abstehenden Haaren schaut in die Kamera

Sommergewinn 2012: Wieder kämpfen Winter und Sommer gegeneinander. Wieder wird der Winter verbannt. Und wieder wird die Tradition bis ins Detail gelebt. Sehen Sie hier Bilder von den Vorbereitungen. [Bilder]


Sommergewinns-Symbole

Überall in Eisenach begegnen einem während des mehrtätigen Frühlingsfestes die Symbole Hahn, Brezel und Ei. Sie stehen für den Verkünder des Lichtes, die Unendlichkeit des Naturkreislaufs und die Fruchtbarkeit. Auch mit der üblichen Begrüßung "Gut Ei und Kikeriki" drücken die Eisenacher ihre Freude über das neu erwachende Leben, die Rückkehr des Frühlings und das Ende der kalten Jahreszeit aus.

Zuletzt aktualisiert: 01. April 2013, 17:13 Uhr

Veranstaltungen zum "Sommergewinn"

16.03.2012

18:30 Uhr: Fackel- und Lampionumzug
19:00 Uhr: Eröffnung des Volksfestes
20:00 Uhr: Sommergewinns-Poetry-Slam

17.03.2012

08:00 Uhr: Posaunenblasen
14:00 Uhr: Festumzug

Öffnungszeiten des Volksfestes

17.03.2012
10:00-22:00 Uhr

18.03.2012
11:00-21:00 Uhr

19.-23.03.2012
12:00-21:00 Uhr

24.+25.03.2012
12:00-22:00 Uhr

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