Eine Anzeige verdeutlicht den Energiefluss im Cockpit eines Porsche Panamera S E-Hybrid, aufgenommen auf einer Konferenz zu Elektromobilität in Leipzig (Sachsen).
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Leichter leben | 18.10.2017 | 17:00 Uhr Hybrid fahren: Mit der Kraft der zwei Motoren

Wer Hybrid fährt, fährt etwas Gemischtes. Wie jetzt? Der Begriff "hybrid" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet etwas Gekreuztes, Gemischtes oder Gebündeltes. Und bei einem Auto mit Hybrid-Antrieb werden zwei unterschiedliche Antriebsarten miteinander kombiniert. Hybridautos haben also zwei Motoren unter der Haube: in der Regel einen Benzin- und einen Elektromotor. Welche Vorteile bietet das für den Besitzer? Andreas Keßler fährt vor.

Eine Anzeige verdeutlicht den Energiefluss im Cockpit eines Porsche Panamera S E-Hybrid, aufgenommen auf einer Konferenz zu Elektromobilität in Leipzig (Sachsen).
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Seit etwa 15 Jahren gibt es Hybridfahrzeuge auf dem deutschen Markt. Trendsetter war Toyota, andere japanische Hersteller zogen nach. Die europäischen Autohersteller sprangen schließlich auch auf den Hybrid-Zug auf, die deutsche Autoindustrie bildete dabei das Schlusslicht.

Besonders attraktiv sind aktuell vor dem Hintergrund der Diskussion um die Elektromobilität "Plug-in"-Hybridfahrzeuge, mit denen man kurze Strecken rein elektrisch fahren kann.

Die Fakten

Ein Peugeot iOn wird an einer Ladesäule auf einer Konferenz zu Elektromobilität in Leipzig (Sachsen) in einer Messehalle geladen.
Sind für kurze Strecken attraktiv: "Plug-in"-Hybridfahrzeuge. Bildrechte: dpa

  • Die Hybridtechnologie kennzeichnet Fahrzeuge, in denen ein Elektro- und ein Verbrennungsmotor entweder zusammen oder einzeln für den Antrieb sorgen.
  • Hybridkonzepte werden in erster Linie aus Verbrauchs- und CO2-Einsparungsgründen gebaut. Im Grunde ist die Hybridtechnik eine Kraftstoffspar-Technik.
  • Hybridautos sind nach landläufiger Definition keine Elektroautos, obwohl sie einen Elektromotor an Bord haben. Dieser Kategorie am nächsten kommen "Plug-in"-Hybridfahrzeuge.
  • Der Grund für den geringen Kraftstoffverbrauch von Hybridfahrzeugen liegt in erster Linie im Vergleich zum Verbrennungsmotor deutlich besseren Wirkungsgrad eines Elektromotors.
  • Durch die gestiegenen Stückzahlen sind Hybridfahrzeuge bezahlbarer geworden. Im Schnitt ist ein Hybridauto heute so teuer wie ein vergleichbares Auto mit Dieselmotor.

Was sonst noch interessant ist

Die Hybridtechnik wird zu den "alternativen" Antrieben gezählt, die alles abdeckt, was nicht konventionell mit Benzin betankt wird. Selbst der Dieselmotor im Pkw war kurz vor und einige Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis etwa Mitte der 1990er Jahre "nur" eine Alternative, bis der TDI-Siegeszug einsetzte. Mit zunehmender Verbreitung schleift sich das Attribut "alternativ" etwas ab, Hybrid-Fahrzeuge fallen deshalb heute schon fast nicht mehr unter diese Kategorie.

Dabei sind echte Alternativantriebe wie Brennstoffzellenfahrzeuge und natürlich die batterieelektrisch fahrenden Autos zwar auch mit der Kraft des elektrischen Stromes unterwegs, aber eben keine Hybriden. Die inzwischen als klassisch zu bezeichnende Kombination aus (Benzin-)Verbrennungsmotor und Elektromotor in seinen diversen Ausprägungen wird mittelfristig den Dieselmotor im Pkw verdrängen, weil er zwar dessen CO2-Werte erreicht, aber technisch einfacher die gesetzlich geforderte Abgasqualität erreicht.

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2017, 11:59 Uhr