Eine Frau kniet neben einem jungen Mann, der leblos auf der Straße liegt, und führt eine Herzdruckmassage durch.
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Leichter leben | 20.04.2017 | 17:00 Uhr Helfen bis der Arzt kommt

Erste Hilfe kann Leben retten! Bis zum Eintreffen des Rettungswagens dauert es hierzulande acht bis zwölf Minuten. Doch was tun, bis der Arzt kommt? Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen - und handeln dann lieber gar nicht. In einer Notsituation mit verletzten, vergifteten oder verunglückten Personen müssen die Helfer vor Ort, die Ersthelfer, die Rettungskette in Gang setzten.

Eine Frau kniet neben einem jungen Mann, der leblos auf der Straße liegt, und führt eine Herzdruckmassage durch.
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Der Erste-Hilfe-Kurs ist oft lange her und die Richtlinien für die Erste Hilfe ändern sich immer mal. Das sind aber alles keine Gründe, nicht anzupacken, wenn jemand Hilfe braucht. Jede Hilfe ist besser als keine!

Was tun im Notfall?

  • Sichern Sie die Unfallstelle bei Verkehrs-, Haushalts- und Arbeitsunfällen ab: schätzen Sie die Art des notfalls ein, denken Sie aber auch an die eigene Sicherheit, nur ein unverletzter Helfer kann helfen.
  • Wählen Sie den Notruf, deutschlandweit 112 (ohne Vorwahl)
  • Bringen Sie, wenn nötig, bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage. Sie dient dazu, das versehentliche Einatmen von Speichel, Erbrochenem oder Blut zu verhindern, damit das Opfer nicht erstickt.
  • Hören Sie Atemgeräusche? Senkt und hebt sich der Brustkorb? Wenn nicht, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage.

Keine Atmung? Mit Herzdruckmassage und Beatmung beginnen

Person auf festem Untergrund auf den Rücken legen. Den Kopf nach hinten überstrecken, um die Atemwege freizuhalten. Vorhandene Hindernisse im Mundraum (z.B. Prothesen) gegebenenfalls entfernen.
Brustkorb freimachen. Der richtige Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbes auf dem Brustbein. Dann mit der Herzdruckmassage mit einer Frequenz von 100 pro Minute und einer Drucktiefe von etwa fünf Zentimetern beginnen.

Wer es sich zutraut, kann die Herzdruckmassage mit der Beatmung abwechseln, das heißt 30 Mal drücken, zweimal beatmen, dann wieder 30 Mal drücken, zweimal beatmen. Das Ganze so lange wiederholen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.

Nicht erweckbar? Patient in stabile Seitenlage bringen

Dr. Thomas Dietz
Dr. Thomas Dietz hat lange als Notfallmediziner gearbeitet. Bildrechte: MDR/Jehnichen

Knien Sie sich als Helfer seitlich neben den Betroffenen, der mit ausgestreckten Beinen auf dem Rücken auf festen Boden liegen sollte. Legen Sie seinen Arm auf Ihrer Seite im rechten Winkel nach oben und legen Sie den anderen Arm über seinen Brustkorb auf die Wange der Person. Jetzt setzen Sie an dem Knie des vorher angewinkelten Beins an und ziehen den Betroffenen zu sich heran. Er rollt dann zu Ihnen auf die Seite. Jetzt noch den Kopf überstrecken, den Mund öffnen sowie die Hände nah an den Körper des Betroffenen legen.

Bleiben Sie beim Betroffenen bis der Rettungsdienst kommt.

Grundsätzlich gilt:

Ein schwarzes Telefon und ein Erste Hilfe Koffer.
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Wer Angehörige hat, die schon einen oder mehrere Herzinfarkte hatten oder unter schweren Herzrhythmusstörungen leiden, sollte unbedingt einen Auffrischungskurs für Erste Hilfe wahrnehmen. Nichts ist schlimmer als in einer Notfallsituation hilflos auf den Rettungsdienst warten zu müssen. Wenn Kinder im Haushalt leben oder häufiger zu Besuch sind, sollte die Telefonnummer des Giftnotrufes im Telefon eingespeichert sein, ebenso die des Kinderarztes.

Giftnotrufnummern

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Telefon: 030 / 19240

Giftinformationszentrum Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Nordhäuser Straße 74
99089 Erfurt
Telefon: 0361 / 730730

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2017, 11:15 Uhr