Ein Blutstropfen aus einem Finger auf einem Teststreifen.
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Leichter leben | 07.09.2017 | 17:00 Uhr Mit Diabetes leben und Diabetes vorbeugen: Tipps für den Alltag

Diabetes ist ein nach wie vor unterschätztes Volksleiden – immer mehr Menschen leben mit Diabetes und es sind nicht nur die "Alten". Schon 30- bis 40-Jährige bekommen die im Volksmund so genannte Zuckerkrankheit. Bekommt "Zucker", wer zu viel Zucker isst? Das stimmt nur bedingt, denn die Gene spielen eine wichtige Rolle. Übergewicht kann Diabetes begünstigen. Helfer können Bewegung und eine gesunde Ernährung sein.

Ein Blutstropfen aus einem Finger auf einem Teststreifen.
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Jeder dreizehnte Deutsche lebt mit Diabetes. Die sogenannte "Zuckerkrankheit" ist eine schwere Stoffwechselerkrankung. Schuld daran ist ein gestörter Zuckerstoffwechsel, der entweder im Laufe des Lebens entsteht (Diabetes Typ 2) oder angeboren ist (Diabetes Typ 1). Das Hormon Insulin spielt dabei die Schlüsselrolle. Typ-2-Diabetes entsteht unter anderem durch fett- und zuckerreiche Ernährung sowie Bewegungsmangel. Wer hohe Blutzuckerwerte mit einigen Maßnahmen senkt, kann das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, hinauszögern oder gar vermeiden.

Typ 1 oder Typ 2?

Bei Typ 1, einer Autoimmunerkrankung, besteht ein absoluter Mangel an Insulin – dem Stoff, der dafür sorgt, dass Zuckermoleküle "zerlegt" werden und den Körperzellen als Energielieferanten zur Verfügung stehen. Der Körper hat dabei die Inselzellen zerstört, die Insulin herstellen (Zellen der Bauchspeicheldrüse). Diabetes Typ 1 kann auch erblich bedingt sein.

Ein Blutzuckertestgerät mit einem Teststreifen
Ein Blutzuckertestgerät mit einem Teststreifen. Bildrechte: IMAGO

Beim Diabetes Typ 2 liegt zunächst eine Insulinresistenz vor. Dies kann dazu führen, dass der Körper zu wenig oder gar kein Insulin mehr produziert. Zuckermoleküle können nicht mehr ihrer Bestimmung gemäß weiter verarbeitet werden. Sie bleiben in zu hoher Konzentration im Kreislauf und richten an ganz verschiedenen Stellen langsam, aber stetig Schäden an, welche die eigentliche Bedrohung der Diabetes-Erkrankung darstellen.

  • Blutgefäße werden geschädigt, sowohl die großen als auch die kleinsten
  • Der Blutdruck steigt an. Auf Dauer führt dies zu einem zunehmenden Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Augenerkrankungen und Durchblutungsstörungen der Beine

Behandlung

Bei Typ-1-Diabetes:

  • Gabe von Insulin
  • Schulung des Patienten, seinen eigenen Blutzucker-Spiegel zu überwachen und zu regulieren


Bei Typ-2-Diabetes:

  • Kalorienreduzierung
  • Bewegung und körperliche Aktivität
  • medikamentöse Behandlung muss vom Arzt entschieden werden

Sechs Tipps, um Diabetes Typ 2 vorzubeugen

Eine bewusste und ausgewogene Ernährung sowie reichlich Bewegung sind wichtige Maßnahmen, mit denen Sie Typ-2-Diabetes vorbeugen können.

Auf einem Teller ist aus Scrabble-Buchstaben das Wort 'Diabetes' gelegt.
Wer mit Diabetes lebt, sollte darauf achten, was er isst. Bildrechte: IMAGO

  • Essen Sie mehr Obst und Gemüse. Jede Mahlzeit sollte mit Gemüse oder Salat und etwas Obst beginnen. Essen Sie Grapefruits, Stachelbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren, säuerliche Äpfel und Heidelbeeren, sie sind gut für Diabetiker.
  • Essen Sie fettarme Lebensmittel, z.B. fettarme Milch- und Käseprodukte, magere Wurst und mageres Fleisch, aber das nur in Maßen. Mindestens einmal wöchentlich sollte Fisch auf den Tisch.
  • Kochen Sie fettarm. Verwenden Sie Rapsöl (zum Braten) und Olivenöl (für Salate) die festen Fette in der Küche ersetzen.
  • Verzichten Sie auf Fastfood und Fertigsnacks, das sind Kalorienbomben.  
  • Meiden Sie zuckerhaltige Getränke. Trinken Sie gegen den Durst stattdessen Mineralwasser, Obstsäfte mit Wasser vermischt und Kräutertees.
  • Bewegen Sie sich mehr, bauen Sie Bewegungen in Ihren Alltag ein, z.B. Treppen hochlaufen statt Aufzug. Bewegen Sie sich täglich 30 bis 60 Minuten. Gehen Sie spazieren!

Schon kleine Änderungen des Lebensstils fördern Ihre Gesundheit.

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2017, 09:15 Uhr