Mann hält sich Hand vor das Gesicht
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Leichter Lieben | 07.09.2015 | 17:00 Uhr Guter Sex ohne Stress - Was, wenn die Psyche streikt?

Dr. Carla Thiele arbeitet als Sexualtherapeutin in Leipzig und wundert sich oft darüber, wie wenig viele Menschen über Sex und ihren Körper wissen. Dabei funktioniert guter Sex vor allem ohne Stress. Aber: In vielen Beziehungen gibt es Stress den ganzen Tag über - im Beruf, bei der Kinderbetreuung, im Haushalt ... Da kann die Lust schon mal auf der Strecke bleiben.

Mann hält sich Hand vor das Gesicht
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Stress? – Nein, danke!

Am Anfang einer Beziehung ist der Sex fast immer toll. Doch bei vielen Paaren frisst der stressige und oft eintönige Alltag die Lust auf und erotische Momente werden immer seltener. In ihrem neuen Buch "Guter Sex ohne Stress" gibt die "MDR um 4"-Expertin Tipps, wie Sie aus der Sexflaute herauskommen können.

Fehlender Sex hat oftmals mehrere Ursachen. Der erste Schritt zur Besserung ist aber immer: darüber reden. Viele Menschen trauen sich auch nach Jahren des Zusammenlebens nicht, über ihre Wünsche und Vorstellungen mit dem Partner zu sprechen. Doch auch wenn Sie dafür ihren ganzen Mut zusammennehmen müssen, es lohnt sich!

Mit dem Partner reden – aber wie?

Carla Thiele
Dr. Carla Thiele ist Sexualtherapeutin in Leipzig. Bildrechte: Axel Berger/MDR

Zunächst ist es wichtig, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Ein Beziehungsgespräch braucht Zeit und Raum. Ein einleitender Satz kann zum Beispiel lauten: "Ich möchte mit dir über etwas Wichtiges reden. Hast du dafür jetzt eine halbe Stunde Zeit?"

Während des Gesprächs ist es außerdem wichtig, über die eigenen Bedürfnisse und Ängste in der Ich-Form zu sprechen, um zu vermeiden, dass das Gespräch mit Vorwürfen endet, auf die der Partner nur defensiv reagieren kann. Auch muss man sich selbst zum Zuhören ermahnen. Aufkeimende Aggressionen sollten am besten thematisiert werden, zum Beispiel so: "Mann oh Mann, als ich dir gerade zugehört habe, hat es mir ganz schön die Luft zugeschnürt."

Unlust als Vorbote für eine Krankheit

Depressive Verstimmungen beeinflussen den gesamten Organismus und Alltag eines Betroffenen. Personen, die unter einer Depression leiden, fühlen sich innerlich leer, sie sind antriebslos und leiden unter Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Diese Gefühlszustände wirken sich nicht nur auf den Alltag, den Beruf und die Partnerschaft aus, sondern können auch das Interesse an Sexualität und das lustvolle Empfinden des Sexualaktes beeinflussen. Frauen können aufgrund von depressiven Symptomen unter Orgasmusproblemen und Männer unter Erektionsschwierigkeiten leiden.

Durch Antidepressiva oder andere Psychopharmaka können zwar die Symptome teilweise stabilisiert werden, gleichzeitig können sie jedoch die Lust auf Sexualität verringern. In diesem Fall ist es wichtig, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und gegebenenfalls eine Medikamentenumstellung in Betracht zu ziehen.

Schreiben Sie an Dr. Carla Thiele!

Selbstverständlich werden auf Wunsch alle Daten und Namen vertraulich behandelt.

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2017, 15:36 Uhr