Ein Mann und eine Frau im Bett
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Leichter l(i)eben | 07.08.2017 | 17:00 Uhr Wenn Sex krank macht: So erkennen Sie Geschlechtskrankheiten und schützen sich davor

Es brennt, es juckt. Betroffenen fällt es oft schwer, darüber zu sprechen. Geschlechtskrankheiten sind mit vielen Tabus belegt. Dr. Carla Thiele möchte genau diese Tabus brechen. Bei "MDR um 4" zeigt die Sexualtherapeutin auf, wie akut die Lage ist. Außerdem möchte die Expertin helfen, darüber offen zu sprechen und den Betroffenen Mut machen. Die Infizierten schämen sich ihrer Meinung nach zu Unrecht. Außerdem lädt Dr. Carla Thiele zur Sprechstunde und widmet sich den Fragen der Zuschauer.

Ein Mann und eine Frau im Bett
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Sex ist bekannt als die schönste Nebensache der Welt. Doch was ist, wenn nach einer wundervollen Nacht, das böse Erwachen kommt und man sich mit einer Geschlechtskrankheit infiziert hat. In den letzten Jahren ist auch in den Industrie-Nationen wieder ein Anstieg der Erkrankungsraten zu verzeichnen – trotz aller Safer-Sex-Kampagnen.

Über Geschlechtskrankheiten zu sprechen ist ein No-Go. Die Betroffenen schämen sich und alle anderen ekelt es vielleicht an. Dennoch ist es wichtig, zu wissen, wie man sich schützen kann. Deshalb sprechen wir gemeinsam mit unserer "MDR um 4"-Expertin Dr. Carla Thiele darüber.

Die Ärztin und Sexualtherapeutin freut sich auf alle Fragen der Zuschauer, per Telefon, E-Mail oder Facebook.

verschieden farbige Kondome
Die Expertin rät, wer sich bestmöglich schützen möchte, verhütet beim Sex immer mit einem Kondom. Bildrechte: colourbox.com

Eine Infektion muss nicht zwangsläufig durch vaginalen Sex erfolgen. Natürlich sind auch Anal- und Oral-Sex eine häufige Ursache. Unter anderem aufgrund des größeren Risikos einer Infektion beim Analverkehr, sind homosexuelle Männer von einigen Geschlechtskrankheiten tendenziell häufiger betroffen.

Doch auch wenn man in erster Linie von sexuell übertragbaren Krankheiten spricht, kann man sich auch ohne Sex anstecken, wie zum Beispiel durch Hautkontakt, Tröpfcheninfektion oder – je nach Krankheitserreger – auch durch die gemeinsame Nutzung von Toiletten oder Hygieneartikeln. Wer sich und seine Sexualpartner bestmöglich schützen möchte, sollte daher beim Sex immer mit Kondom verhüten.

Die folgende Checkliste kann helfen, beobachtete Symptome einzuordnen.

Aber: Bei dem kleinsten Verdacht sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Denn es besteht in manchen Fällen die Gefahr, erheblicher Spätfolgen. Das bedeutet, dass Beschwerden auch erst Jahre nach der eigentlichen Ansteckung auftreten.


Checkliste Geschlechtskrankheiten

AIDS

Kategorie A

  • Fieber
  • Kopf- und Halsschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Ausschlag

Kategorie B

  • Dauerhaft erhöhte Körpertemperatur
  • Nervenleiden (Neuropathien)
  • Mundsoor (Pilzinfektion im Mund- und Rachenbereich)
  • Herpesinfektionen
  • durch das Epstein-Barr-Virus verursachte Zungenbeläge

Kategorie C

  • Lungenentzündungen
  • anhaltende Durchfälle
  • Ungewollter Verlust an Gewicht
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Chlamydien

  • Jucken der Scheide
  • Übelkeit und Erbrechen
  • beim Wasserlassen tritt vermehrt ein Brennen auf
  • Brennen auch beim aktiven Sex
  • leichte bis schwere Schmerzen im Unterleib
  • vermehrt kommt es zu einem gelb klebrigen Ausfluss
  • bei aktivem Sex kommt es zu Blutungen
  • auch Zwischenblutungen können erfolgen
  • unübliche Monatsblutungen
  • zusätzliche Ausscheidungen und Ausfluss von Flüssigkeit

 Feigwarzen

  • einzelne Warzen oder sogar Gruppenbildung möglich
  • selten tritt ein Jucken oder ein Brennen auf
  • um die Warzen treten Risse auf, die auch bluten können
  • Warzen beim Mann vornehmlich am Penisschaft
  • Warzen bei Frauen an den Schamlippen
  • bei Oralsex können Mundschleimhäute betroffen sein

 Herpes Genitalis

  • leichten Beschwerden bis hohes Fieber mit Muskelschmerzen und Kopfschmerzen können auftreten
  • im Intimbereich tritt ein brennender Schmerz auf
  • Schmerzen beim Wasserlassen

 Scheidenpilz

  • Brennen im Vaginalbereich
  • massiver Juckreiz
  • Rötungen und Schwellungen
  • Wasserlassen verbunden mit Schmerzen

 Tripper

Bei Männern

  • Brennender und stechender Schmerz in der Harnröhre
  • Ausfluss (gelbe schleimige Flüssigkeit), der zunächst gering ist, dann aber schnell an Menge zunimmt
  • eitriger Stuhlgang begleitet von Schmerzen

Bei Frauen

  • teilweise übel riechender Ausfluss aus der Scheide
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Kontaktblutungen oder eitriger Ausfluss ist möglich
  • entzündet sich die Gebärmutter, kommt es zu Fieber und Schmerzen im Unterbauch

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2017, 10:23 Uhr