Liebe, Sex und Zärtlichkeit
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Leichter l(i)eben | 09.10.2017 | 17:00 Uhr OrgasMUSS beim Sex? In wenigen Schritten zum Glück

Was ist das wichtigste beim Sex? Die Nähe, die Gefühle und ... der Höhepunkt. Aber ist der Orgasmus wirklich so wichtig? Offensichtlich, denn viele sehen es als Bestätigung an, wenn der Partner zum Orgasmus kommt. Dabei ist der Höhepunkt nicht ausschlaggebend für guten Sex, meint Dr. Carla Thiele. Sie möchte aufzeigen, dass das Liebesleben auch ohne Orgasmus aufregend sein kann. Und sie will diejenigen ermutigen, die nur sehr schwer zum Höhepunkt kommen.

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Das Wort Orgasmus stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "voller Lust und Leidenschaft". Der Orgasmus kann eine regelrechte Explosion im Körper auslösen. Doch was passiert überhaupt, damit es zum Orgasmus kommt?

Sex lässt sich in vier Stufen einteilen: Lust, Erregung, Orgasmus, Entspannung.

Durch das sexuelle Verlangen können ganz unterschiedliche Reize geweckt werden. Oft empfindet man Lust dadurch, dass man an Sex denkt, darüber redet oder mit jemanden flirtet. Steigert sich die Phase der Lust, so wird man erregt. Der Puls schlägt schneller, die Atmung wird intensiver, die Vagina wird feucht und der Penis steif.

Ist man ausreichend erregt, so befindet man sich in der so genannten Plateauphase. Vor allem für Frauen gilt es diese zu überwinden, um zum Orgasmus zu kommen. Viele bleiben in dieser Phase hängen. Der Trick ist, die Erregung immer weiter zu steigern. Denn dann folgen der Orgasmus und das absolute Loslassen. Nach dem Orgasmus beginnt die Phase der Entspannung. Der Körper kehrt zum Normalzustand zurück. In dieser Phase ist für viele die Zweisamkeit wichtig, um vollkommen zu entspannen.

Ehrlichkeit statt Schamgefühl

Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder zum Orgasmus kommt. Sexualtherapheutin Dr. Carla Thiele hat Tipps:

Die Füße eines Paars beim Sex.
Sexualtherapheutin Dr. Carla Thiele rät, erklären und zeigen Sie Ihrem Partner, was Ihnen gefällt. Bildrechte: IMAGO

  1. Entspannung: Ganz klar hängt uns ein stressiger Alltag in den Knochen. Der Kopf ist voll und schon kann man sich nicht auf ein entspanntes Miteinander einlassen. Auch hemmt viele, die Angst, sowieso nicht zum Höhepunkt zu kommen. All diese Faktoren sollten beiseite geschoben werden. Vieles kann helfen, um sich zu entspannen: Sport, Meditation, Massagen, Sauna …
  2. Konzentration: Handys etc. haben im Schlafzimmer nichts zu suchen. Heutzutage lassen wir uns viel zu sehr von allem Ablenken. Gönnen Sie sich und Ihrem Partner die Zeit zu zweit und genießen Sie diese in vollen Zügen. Der Alltag kann warten.
  3. Selbstbefriedigung: Wer seinen Körper gut kennt, kann auch seinem Partner besser helfen, zu zeigen, was einem gefällt. Die Erfahrungen mit sich selbst können sich also durchaus positiv auf das gemeinsame Sexleben auswirken.
  4. Wenig Alkohol: Sicher kann Alkohol helfen, die Hemmungen zu verlieren. Aber zu viel kann sich wiederum negativ auf die Fähigkeit auswirken einen Orgasmus zu bekommen.
  5. Reden: Gibt es Probleme im Bett, so sollten diese immer angesprochen werden. Vor allem Frauen können sich selten entspannen, wenn es Beziehungsprobleme gibt. Reden hilft, damit man nicht genervt vom Partner ist und das Liebesspiel als solches genießen kann.

Die Expertin freut sich auf Ihre Fragen, ob per Mail oder per Telefon – gerne auch anonym.

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2017, 11:27 Uhr