Umtrieb am Cospudener See : Hütehunde - die wichtigsten Helfer der Schäferin
Die zweite Januarwoche ist rum, Kerstin Doppelstein muss umtreiben, das Futter auf der Koppel ist runter. Und die Herde ist größer geworden, denn inzwischen hat Kerstin Doppelstein noch die Mutterlämmer aus Knauthain geholt, hat so nur noch eine Herde. Fast 400 Schafe und Ziegen. Die müssen nun auf eine frische Wiese getrieben werden. Keine leichte Aufgabe, ohne die Hütehunde würde es nicht gehen. "Der Rufus ist echt eine Wucht, der sieht schon, nein, der ahnt manchmal irgendwie, was ich im nächsten Moment vorhabe", schwärmt die Schäferin.
Fünf Hunde und doch ein Problem
Doch Rufus, der Border Colliie, ist nicht einsatzfähig, er humpelt seit ein paar Tagen. Lili muss ran. Sie ist vier Jahre, auch ein Border Collie. "Ohne Probleme ist das nicht", sagt Kerstin Doppelstein. Erstens sei Lili gerade läufig und zweitens fehle der Hündin manchmal das letzte Fünckchen Biss oder das Selbstbewusstsein, sich bei den Schafen durchzusetzen. Aber die anderen drei Hunde der Schäferin sind auch nicht 100-prozentig fit. "Kaya ist zu jung, zu unerfahren. Paul, mit 12 Jahren der älteste, kann nicht mehr so gut hören und Merlin kränkelt", erzählt Kerstin Doppelstein. Also muss Lili allein ran. Unwägbarkeiten gebe es einige, sagt Kerstin Doppelstein: "Spaziergänger, Radfahrer, am schwierigsten sind andere Hunde, vor allem die nicht angeleinten – ich weiß nie, was passiert und hoffe, dass wir alle gut durchkommen."
"Weiter raus, geh gerade und Platz"
Rund ein Kilometer ist die neue Koppel entfernt. Runter von der Koppel, rein ins Elsterflutbett. Kerstin Doppelstein vorne weg, Lili muss gucken, dass kein Schaf den Anschluss verpasst oder sich seitlich in die Büsche schlägt. Die Hündin wetzt die Seiten entlang. "Weiter raus, geh hinter", die Kommandos der Schäferin sind knapp und zackig. Ein paar Schafe büchsen trotzdem auf halber Strecke auf den Deich und über einen Graben aus. Mehrarbeit für Lili, doch die vierjährige Hündin schafft es, alle wieder zusammenzutreiben. Alles geht gut, gut 20 Minuten später stehen 400 Schafe und Ziegen auf der frischen Koppel. Bis morgen, dann muss Kerstin Doppelstein schon wieder eine neue bauen. Die Weideflächen am Cospudener See werden knapp.
