Januar : Schnee, Regen und Wind
Fünf Pullover, gefütterte Gummistiefel, Mütze - die Schäferin Kerstin Doppelstein macht sich dick eingemummelt auf den Weg. Kurz nach sieben, es ist nicht wirklich hell, die Kälte schleicht sich schon an. Als erstes muss die Schäferin eine neue Koppel bauen, die Herde hat ihre Weide am Cospudener See. Einsam ist es um diese Jahreszeit da draußen, nur ein paar Hundehalter sind noch mit ihren Vierbeinern beim morgendlichen Gassigehen.
2013 wird ein entscheidendes Jahr
Die Stäbe vom Weidenetz ist mit Raureif überzogen, ein schönes Bild - wenn man sie nicht anfassen muss. Doch die Schäferin muss, schließlich wollen die Schafe auf eine neue Weide. Kerstins Schritt ist schnell, Bewegung hilft auch gegen die Kälte. Stillstand ist eh nicht ihre Sache. Die 34jährige Schäferin hofft, dass der Winter in Leipzig nicht so streng und lang wird und sie gut in das neue Jahr starten kann. 2013 wird ein entscheidendes Jahr für sie, ihr 5. als Schäferin. "Ich bin jetzt eher nicht so der Typ der sagt, neues Jahr neues Glück. Sondern ich denke immer, gib was Du kannst und versuch das zu erreichen, was Du möchtest", sagt die junge Frau.
Landschaftspflege am Cospudener See
Von den Schafen leben können, das will Kerstin Doppelstein dieses Jahr schaffen. Ihr Haupteinkommen ist die Landschaftspflege, die tierischen Rasenmäher halten das Gras auf den Deichen des Elsterflutbettes kurz und auch rings um den Cospudener See sind die Schafe unterwegs. Inzwischen ist es kurz nach 10 Uhr, die neue Koppel ist fast fertig. Jetzt muss Kerstin Doppelstein noch nach den anderen Herden sehen: Nach rund 120 Mutterlämmern in Knauthain, der kleinen Herde mit den Milchschafen am Pumpenhaus und den Böcken, die in einem Gehege am Cospudener See stehen. Fast 50 Kilometer werden am Ende des Tages zusammenkommen.
Bald kommen die ersten Lämmer
Die Schäferin ahnt, dass der Stress bald noch zunehmen wird: Die ersten Lämmer werden wohl im Januar kommen. Nicht der richtige Zeitpunkt, aber Ende August hatte ein fremder Hund einen Weidezaun niedergerissen und zwei ihrer Herden zusammengetrieben. "Und da haben die Böcke eben gedeckt, wild drauflos. Verhindern konnte ich das nicht", sagt die Schäferin und zuckt mit den Schultern. Nun muss sie sehen, wie sie klar kommt.


