MDR um zwölf | 06.02.2012 | Reiseservice : Thema: Sicher in den Winterurlaub
2012 erwartet die Tourismusbranche ein Reise-Rekordjahr. Laut einer repräsentativen Umfrage will ein Viertel der Deutschen in diesem Jahr öfter verreisen als 2011. Und "MDR um zwölf" gibt ihnen auch weiterhin dazu die passenden Tipps - im Reiseservice mit Michael Wenkel.
Die Winterferien in Thüringen und Sachsen-Anhalt beginnen gerade, danach ist Sachsen dran. Viele reisen in die Berge und hoffen auf tiefen Schnee und die wenigsten denken daran, dass sie sich im Urlaub verletzen könnten. Was gehört denn zur Winterurlaubsausrüstung dazu?
Zum Winterurlaub gehören auch Versicherungspolicen - egal ob man auf dem Snowboard den Hang hinunterfegt oder nur auf Langlaufskiern unterwegs ist. Allein in Österreich sind im letzten Jahr fast 60.000 Ski- und Snowboardunfälle gezählt worden. Dramatisch angestiegen sind auch Rodelunfälle - es gab in dieser Saison sogar schon Tote. Die Schlitten - besonders die Plastikbobs - sind inzwischen schnelle Geschosse, mit denen auch Erwachsene auf steilen, schnellen Pisten ins Tal rasen. Wenn dann noch ohne Helm und vielleicht unter Alkohol gefahren wird, sind Kopf oder Wirbelsäule schnell kaputt - und zwar dauerhaft.
Welche Versicherung muss ich den unbedingt haben?
Auf jeden Fall sollten Wintersportler eine Auslandsreise-Krankenversicherung haben. Die gesetzlichen Kassen übernehmen nämlich nur das, was sie auch für eine Behandlung in Deutschland zahlen würden. Und das ist fast immer weniger als das, was ein Arzt im Ausland berechnet. Patienten werden häufig nur gegen Bezahlung behandelt, also als Privatpatient. Auf der Differenz zwischen Krankenkassensatz und Privatarztrechnung bleibt dann der Patient sitzen.
Wie ist das mit Leistungen, die in Deutschland nicht übernommen werden?
Das beste Beispiel ist der Krankenrücktransport bei Notfällen. Der ist wirklich nur mit einer Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt. Wenn ich die nicht habe und ich erkranke im Ausland so schwer, dass ich nach Deutschland zurückgebracht werden muss, dann zahle ich das selbst. Und das kann mit einem Rettungsflugzeug leicht in den zweistelligen Tausenderbereich gehen.
Sind alle Auslandsreise-Krankenversicherungen gleich?
Nein, vor allem beim Preis gibt es erhebliche Unterschiede. Meine Police kostet z.B. 6 Euro pro Jahr. Dafür bin ich für jede Reise bis zur Dauer von 42 Tagen privat und dienstlich versichert. Das Paket ist aber auch 26 Euro zu haben. Das ist einfach überteuert. Also unbedingt Preise vergleichen! Ich empfehle auch immer diese Versicherung einzeln abzuschließen – die gilt dann ein Jahr und verlängert sich automatisch.
Was muss man bei der privaten Unfallversicherung beachten?
Wichtig wäre vor allem, dass Risikosportarten mitversichert sind. Leider sind diese nicht genau definiert, so dass manche Versicherer Skifahren oder Snowboarden dazurechnen, andere nicht. Das sollte unbedingt mit der Versicherung geklärt werden. Bei einigen Unternehmen kann man das gegen einen Aufschlag versichern. Ist das nicht möglich, Finger weg und einen anderen Anbieter suchen! Sonst steht man bei einem Unfall mit Invalidität erstmal ohne Geld da.
Apropos Invalidität - was passiert eigentlich, wenn ich nach einem Unfall meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
Das ist generell ein Problem – auch bei schwerer Krankheit. Nur wer vor dem 2. Januar 1961 geboren ist, erhält überhaupt eine Berufsunfähigkeitsrente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung. Alle Jüngeren müssen sich privat absichern. Je früher man das tut, umso günstiger ist das. Wenn ich also durch einen Wintersportunfall meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ist die Berufsunfähigkeitversicherung die einzige Möglichkeit, meinen Lebensstandard zu sichern.
Da bekommt man ja fast ein flaues Gefühl vor dem Winterurlaub …
Jeder soll sich auf seinen Winterurlaub freuen. Wenn ich jedoch weiß, welche Folgen Leichtsinn haben kann, dann bin ich vielleicht etwas achtsamer. Deshalb nicht überschätzen auf dem Abfahrtshang, Helm auf setzen und kein Sport nach der Apres Ski-Party!
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