Verkündigungssendung | 06:05 Uhr und 09:05 Uhr

An(ge)dacht!

Täglich um 06:05 Uhr und 09:05 Uhr hören Sie auf MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT das Wort zum Tag. In dieser Woche spricht Bernhard Oestreich aus Friedensau. Um 06:05 Uhr wird es bei MDR FIGARO übertragen.

Dr. Bernhard Oestreich
Dr. Bernhard Oestreich

Dienstag, 09.02.2010 - Glücklich leben

Es gibt ein Lied, das geht so: "Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht."

Sonst rechnen wir ja anders: Der hat's im Leben zu etwas gebracht, der ein schnelles Auto fährt und auf einem gut gepolsterten Bankkonto sitzt. Das ist ja auch nicht zu verachten. Und doch, was dieses Lied sagt, stimmt: Menschen froh zu machen, ist besser. Besser als teuren Urlaub machen, besser als die neueste Kino-Anlage im Wohnzimmer. Es macht einfach glücklicher.

Was kann man tun, damit Menschen froh werden? Bestimmt haben Sie auch – nach Ihren Möglichkeiten – für die vom Erdbeben Getroffenen in Haiti gespendet. Da sind sie froh, wenn sie etwas zu essen und zu trinken bekommen. Und wenn ein Kind nicht länger allein herumirren muss, sondern Eltern oder Verwandte gefunden werden.

Was können wir heute tun? Es muss ja nicht Geld kosten. Einem alten Menschen zuhören. Jemanden anrufen, der allein ist. Vor den Kollegen, den Kunden, den Kindern heute nicht den Gestressten herauskehren. Ein paar Minuten Zeit nehmen, das macht froh. Wenn dann heute Abend der Tag vorbei ist, wird es für Sie und andere ein guter Tag gewesen sein.

"Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht."

Einen guten Tag wünscht Bernhard Oestreich aus Friedensau.

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Angedacht! vom 9. Februar 2010 (Verkündigungssendung)

Angedacht! Eine kleine Portion Optimismus zum Start in den Tag. Heute mit Bernhard Oestreich aus Friedensau. (09.02.2010)

Montag, 08.02.2010 - Nicht weit zur Ewigkeit

Auf einem Gedenkkreuz für den Tiroler Waldarbeiter Martin steht:

Es ist nicht weit
zur Ewigkeit.
Um acht ging Martin fort,
um zehn Uhr war er dort.
(Erich Kästner, Kürz und bündig: Epigramme. Zürich: Atrium 1950, Vorwort, S. 10.)

Haiti – die Menschen waren bei der Arbeit, die Kinder in der Schule, die Urlauber im Hotel. Die Erdstöße dauerten nur ein paar Sekunden. Das Leben kann schnell zu Ende sein. Auch bei uns. In den Todesanzeigen steht: "Nach kurzer heimtückischer Krankheit…" Oder: "…wurde durch einen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen."

Wie lebt man damit? Nicht dran denken? Das geht nicht. Was wir aus der Nachbarschaft hören, was in den Nachrichten kommt: Zu oft ist dafür gesorgt, dass wir uns erinnern: Es ist nicht weit zur Ewigkeit.

Nie mehr lachen? Das hilft nicht. Das macht den kurzen Weg zur Ewigkeit nicht länger, nur trauriger.

Wie dann leben? Die Ewigkeit, die so nah ist, – Gottes Ewigkeit – beleuchtet unseren Weg. Da setzt man die Schritte anders. Ich nehme mir heute dreierlei vor. Erstens: Vieles, was mich aufregen könnte, ist im Licht der Ewigkeit gar nicht wichtig. Zweitens: Das Schöne, was ich erlebe, auch das Kleinste, ist nicht selbstverständlich. Drittens: Heute kann ich etwas tun, bestimmt auch etwas, was im Licht der Ewigkeit bestehen kann. Ob ich es morgen noch tun kann, weiß ich nicht.

Gott sei mit Ihnen auf Ihren Wegen, das wünscht Bernhard Oestreich aus Friedensau.

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Angedacht! vom 8. Februar 2010 (Verkündigungssendung)

Angedacht! Eine kleine Portion Optimismus zum Start in den Tag. Heute mit Bernhard Oestreich aus Friedensau. (08.02.2010)

Sonntag, 07.02.2010 - Ehrlichkeit als Zeichen für Gottes Zukunft

Was für eine Welt: Die Regierung kauft gestohlene Informationen über Menschen, die Steuern hinterzogen haben. Das ist doch in jeder Hinsicht schlimm: Erstens gibt es Leute, die ihre Steuern nicht bezahlen – dazu noch Leute mit viel Geld. Kriminell. Zweitens gibt es Leute, die stehlen Daten, um sie für Millionen zu verkaufen. Auch kriminell. Und drittens kauft die Regierung die Informationen, weil sie dringend das Geld braucht und es ihr ja auch zusteht.

Aber gestohlenes Gut zu kaufen, ist das nicht eigentlich auch unmoralisch? Die Regierung muss der Kriminalität entgegentreten. Das geht nicht ohne Entscheidungen, die an der Grenze des Moralischen fallen. Aber nicht alles, was richtig und nötig ist, ist auch gut.

Ich kann mir eine bessere Welt vorstellen. Aber wo gibt es eine bessere Welt? Es gibt kein Land ohne Geldgier und Kriminalität. Und früher war es auch nicht besser. Ist der Ehrliche der Dumme? Ist die Sehnsucht nach einer besseren Welt eine Illusion?

Ja – wenn es keinen Gott gäbe! Dann müssten wir uns damit abfinden, dass jeder zusieht, wo er bleibt – und es genauso machen. Aber weil Gott eine bessere Welt versprochen hat, lohnt es sich ehrlich zu sein. Ehrlichkeit setzt ein Zeichen für die Zukunft Gottes mit uns Menschen. Ein Zeichen für das, was am Ende gewinnt. Ehrlich währt am längsten.

Bernhard Oestreich aus Friedensau

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Angedacht! vom 7. Februar 2010 (Verkündigungssendung)

Angedacht! Eine kleine Portion Optimismus zum Start in den Tag. Heute mit Bernhard Oestreich aus Friedensau. 159805 (07.02.2010)

Die vergangenen "An(ge)dacht!"-Folgen finden Sie hier


Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2010, 09:23 Uhr

 

Wort zum Tag

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.

Kurzbiografie Dr. Bernhard Oestreich

Jahrgang 1949, lehrt Neues Testament an der Theologischen Hochschule Friedensau, einer Institution der Adventisten in der Nähe von Magdeburg. Zuvor arbeitete er jahrelang als Pastor in Mecklenburg. Er studierte Theologie in Friedensau, Leipzig, Halle, Rostock und in den USA. Er ist verheiratet und hat fünf erwachsene Kinder.

 
 
 
 
 
 
 

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