Hintergrund : Wissenswertes zur Mücke
Warum stechen Mücken?
Stechmücken ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften. Für die Reifung der Eier bei der Vermehrung braucht das Weibchen allerdings eiweißreiche Nahrung. Nur darum saugt es Blut - bei Tier und Mensch. Dafür besitzen Mückenweibchen einen hoch spezialisierten Rüssel. Mit ihm stechen sie feine Blutgefäße in der Haut an. Beim Blutsaugen wird Speichelflüssigkeit abgegeben, die unter anderem die Stichstelle betäubt. Das Speichelsekret wird in der Regel erst nach dem Stich vom Immunsystem des Gestochenen erkannt. Es löst den Juckreiz und kleine Schwellungen aus. Die Vermehrung von Mücken ist temperaturabhängig und dauert im Sommer nur wenige Tage. Ein Mückenweibchen kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 300 Eier legen.
Können Mücken Krankheiten übertragen?
Vor allem in den Tropen gelten Mücken als Überträger zahlreicher Krankheitserreger wie Viren, Einzeller und Fadenwürmer. Gefährliche Krankheiten, die mit Stechmücken in Zusammenhang stehen, sind die Malaria oder das Gelbfieber. Doch nicht jede Mückenart kann jeden Erreger übertragen.
Neue Mückenarten
kommt aber auch nördlich des Polarkreises vor.
Rund fünfzig verschiedene Mückenarten gibt es in Deutschland. In den letzten Jahren fanden Insektenforscher in ihren Fallen weitere Arten, die hier bislang nicht heimisch waren. Wahrscheinlich sind diese Einwanderer in Autos oder Gepäckstücken von Reisenden oder mit Gütercontainern nach Deutschland gelangt, vermutet der Mücken-Experte Norbert Becker von der Universität Heidelberg. Die durch den Klimawandel veränderten Bedingungen machen es möglich, dass sich die fremden Gäste auch bei uns wohl fühlen. Es ist wärmer als früher, und es gibt häufiger starke Regenfälle und Hochwasser. Das sind Bedingungen, die tropischen Stechmücken die Anpassung erleichtern.
Zu den Neuankömmlingen zählt die japanische Buschmücke. Sie ist in Süddeutschland inzwischen heimisch und kann Viren übertragen, die das West-Nil-Fieber übertragen oder Gehirnhautentzündung hervorrufen können. Bislang noch seltener anzutreffen ist der asiatische Tigermoskito, durch den sich in den Tropen das Dengue- und das Chikungunya-Fieber ausbreiten.
Überschaubare Risiken
Wer von einem der fremden Blutsauger gestochen wird, erkrankt nicht automatisch an einer tropischen Infektionskrankheit, beruhigt Klaus Stark, Experte für Infektiologie am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Denn die Mücke ist nur Überträger, aber eben nicht Ursache der möglichen Erkrankung. Um gefährlich zu sein, müsste sie vor ihrer Blutmahlzeit bereits einmal einen anderen Menschen oder ein Tier gestochen haben, die selbst bereits mit dem Virus für das Dengue-Fieber oder einem ähnlichen Erreger infiziert war. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist sehr gering, so Stark. Denn trotz des verstärkten Reiseverkehrs bringen nur wenige Reisende Fieberviren mit nach Deutschland.
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