Der Redakteur | MDR 1 RADIO THÜRINGEN | 19.10.2007

Warum drehen sich die Auto-Räder scheinbar rückwärts?

Warum sieht es bei schnell fahrenden Autos so aus, als würden sich die Räder rückwärts drehen?

Dieser Eindruck tritt praktisch nur im Film auf, denn er ist an eine schnelle Abfolge von Einzelbildern gebunden, die erst im Gehirn zu einem Bildfluss zusammengesetzt werden. Ein Film besteht aus 24 bis 25 Einzelbildern pro Sekunde. Vollzieht in dem Bruchteil einer Sekunde, der zwischen zwei Einzelbildern vergeht, das Rad zum Beispiel eine Dreivierteldrehung, wird davon nur der Anfangs- und der Endpunkt festgehalten. Das Auge hat aber aus Gewohnheit die Neigung, bei Bewegungen stets den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten als den wahrscheinlichsten anzunehmen. Deshalb schickt es nicht eine Dreiviertelbewegung vorwärts ans Gehirn, sondern eine Viertelbewegung rückwärts. Der Bildfluss, der im Gehirn entsteht, ist dann nicht der einer schnellen Vorwärts-, sondern der einer langsameren Rückwärtsdrehung des Rades. Am besten ist das in alten Westernfilmen, an den Bewegungen großer Wagenräder mit dicken Holzspeichen zu sehen.

In der Wirklichkeit funktioniert die optische Täuschung meist nicht. Das Bild der schnell rotierenden Radspeichen verschwimmt. Nur wenn man die Bewegung des Rades durch einen Zaun sieht, hat man denselben Eindruck wie im Film. Weil man das Rad nur in den Zwischenräumen zwischen den Zaunlatten sieht, wird der Bildfluss auch hier in viele Einzelbilder zerlegt.

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2007, 13:47 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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