Service | MDR THÜRINGEN - Das Radio | 07.02.2012 : Wissenswertes über die Wintervogelwelt
In der Servicestunde erfahren kleine und große Vogelfreunde, welche Vögel man trotz Eis und Schnee beobachten kann und wie man sie artgerecht in den eigenen Garten oder auf den Balkon lockt. Außerdem gibt es Tipps für selbstgebaute Vogelkästen und selbsthergestellte Meisenködel.
Bei den Temperaturen sind auch die letzten Regenwürmer zum Winterschlaf weit unter die Erde abgetaucht und erstarrt. Es ist bitterkalt, der Boden endgültig durchgefroren und es liegt Schnee. Vögel finden jetzt kaum Futter, verbrauchen aber trotzdem viel Energie, um ihre Körpertemperatur von rund vierzig Grad aufrecht zu erhalten. Sie sind jetzt darauf angewiesen, dass sie zusätzliches Futter bekommen.
Vögel richtig füttern
Das Vögelfüttern hat eine lange Tradition und ist bei groß und klein beliebt. An den Futterstellen lassen sich die daheimgebliebenen Vögel aus nächster Nähe beobachten. Allerdings sollte man nicht nach Lust und Laune verfüttern was man übrig hat. Es gibt bestimmte Regeln an die man sich halten sollte. Der NABU gibt folgende Empfehlungen:
- Füttern Sie Vögel erst bei Frost und Schnee, dann aber regelmäßig.
- Wählen Sie Futterspender, bei denen die Vögel nicht in den Körnern herumlaufen müssen. So bleibt das Futter sauber und wird nicht mit Kot verschmutzt.
- Futtersilos sind zu empfehlen, da sich keine Nahrungsreste sammeln können. Das Futter muss vor starkem Wind, Schnee und Regen geschützt werden, da es sonst verderben kann
- Der Futterspender sollte zwei Meter Abstand zur Glasscheibe haben. Katzen dürfen keine Chance haben, das Vogelhäuschen zu erreichen.
- Futterhäuschen sollten regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. Es sollte immer nur wenig Futter nachgelegt werden.
- Für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern eignen sich am besten Sonnenblumenkerne und Freilandfuttermischungen.
- Für Weichfutterfresser, wie Rotkehlchen Meisen und Amseln, können Rosinen, Obst und Haferflocken serviert werden. Verboten ist salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln. Auch Brot sollte nicht verfüttert werden, da es im Magen der Vögel aufquillt.
Futterhäuschen und Futterspender bauen
Es macht Spaß, ein Vogelhäuschen mit der ganzen Familie selbst zu bauen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass das Futter sauber und trocken bleibt und die Vögel am besten nicht in den Körnerhaufen sitzen müssen, um an die Leckereien heranzukommen. Ganz einfach lassen sich Futterspender aus einer Plastikflasche herstellen. Hierfür wird die Flasche aufgehängt und am Flaschenboden mit einem kleinen Bohren zwei Löcher hineingebohrt, die sich gegenüberliegen. Durch diese Löcher wird ein längerer Holzstab gesteckt, der den Vögeln als Sitzstange dient. Über der Sitzstande werden nun kleine Löcher gebohrt, durch die sich die Vögel Körner herauspicken können. Das Futter wird über einen Trichter in die Flasche eingefüllt. Fertig ist der Futterspender. Der Vorteil solcher Futtersilos ist, dass die Vögel nur so viel Nahrung erreichen, wie sie auch tatsächlich fressen.
Ein richtiges Vogelhaus ist nicht nur Futterspender, sondern bietet auch Schutz vor Wind, Regen, Schnee oder gefräßigen Katzen und Raubvögeln. Das Häuschen braucht also ein Dach und es braucht einen kleinen Sitzplatz, damit die Vögel an das Fressen gelangen können. Der Sitzplatz sollte sehr schmal sein, damit die Vögel sich nicht gemütlich ins Futter setzen können und es so verunreinigen. Es wird empfohlen Vogelhäuser aus unbehandelten Naturmaterialien zu bauen. Hobbyhandwerker können sich auf vielen Internetseiten inspirieren lassen.
Übrigens werden Vogelhäuschen von den gefiederten Artgenossen auch gern im Sommer als Windschutz oder Schattenspender genutzt. Und hat sich herumgesprochen, wo ein gutes Vogelhaus aufgebaut ist, kommen die treuen Besucher gern wieder, auch im nächsten Jahr.
Welche Vögel lassen sich beobachten
Jedes Jahr gibt es die jährliche "Volkszählung der Wintervögel in Thüringer Gärten". Auf das Siegertreppchen ganz oben hat es im vergangenen Jahr der Haussperrling geschafft und damit die Kohlmeise von ihrem Platz verwiesen. Der Grund könnte der milde Winteranfang gewesen sein. Solange es im Wald und auf den Feldern noch genügend zu futtern gibt, lassen sich die heimischen Vögel seltener am Futterhäuschen sehen. Dem Spatz, der sich sowieso gern in der Stadt rumtreibt, ist das recht und er hat so das Rennen gemacht. Nach Spatz und Kohlmeise schaffte es die Blaumeise auf Platz drei, gefolgt von Feldsperling, Grünfink und Amsel.



