Di 18.04. 2017 20:45Uhr 29:45 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Mittweida - wo Bahlsen, Horch und Opel studierten

Film von René Römer

Komplette Sendung

Von oben gefilmt: Ein Mann im Interview
Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
MDR FERNSEHEN Di, 18.04.2017 20:45 21:15
Was haben Bahlsen-Keks und Starfighter, ein Audi und ein PAL-Farbfernsehgerät gemeinsam? Wieso kann man Diamant-Fahrrad, MZ-Bike und den FC Barcelona in einem Atemzug nennen? Antwort: All das gäbe es sehr wahrscheinlich nicht ohne die Hochschule in Mittweida. Und das ist keine Übertreibung: Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert verließen die - historisch "Technikum" genannte - Ingenieursschmiede Dutzende clevere Erfinder und Tüftler, die Weltruhm erlangten und die Welt bewegten.

Der deutsche und auch internationale Industrie-Adel schickte seine Söhne (viel seltener auch Töchter) nach Mittweida zum Studium. In der kleinen Handwerker- und Fabrikstadt nahe Chemnitz lernten und logierten legendäre Wirtschaftskapitäne wie August Horch, Hans Bahlsen, Friedrich Opel oder der Triebwerks-Konstrukteur von "Phantom" und "Starfighter" Gerhard Neumann.

Auch Friedrich Nevoigt, der ab 1895 die Diamant-Fahrräder produzierte, der DKW-Gründer und MZ-Urahn Jörgen Skafte Rasmussen oder der Erfinder des PAL-Farbfernsehens Walter Bruch holten sich in Mittelsachsen ihr Examen oder mindestens die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für ihre späteren Karrieren. Schließlich bildete die Hochschule Multitalente wie Udo Steinberg aus, der nicht nur Ingenieurspatente besaß, sondern auch ein Fußball-Künstler war, den DFB 1900 in Leipzig mitgründete, als Torjäger in Chemnitz und Berlin brillierte, beim FC Barcelona spielte und im ersten Spiel gegen Real Madrid zwei Tore beim 3:1 für die Katalanen schoss.

All diesen Biografien und mehr geht der Film auf den Grund. Und taucht 2017 in einen Hightech-Campus ein, der mit Architektur futuristisch klotzt und staunen lässt: In der Forensik werden modernste kriminaltechnische Ermittlungsmethoden wissenschaftlich gepusht, in einem Laserzentrum schneidet Licht dicksten Edelstahl wie Butter. Ein Medienzentrum wartet mit eigenem Fernseh- und Hörfunk-Studio auf und bietet jungen Bands in einem Contest eine Karriere-Chance. Nicht zu vergessen das historische Wasserkraftwerk an der Zschopau, ein Industrie-Dom der Gründerzeit, der ein Hochspannungslabor beherbergt.

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Unterwegs auf dem Campus

Technikumplatz in Mittweida
Die Hochschule Mittweida hat seit 150 Jahren ihren festen Platz im Stadtzentrum. Das Areal vor dem Hauptgebäude heißt passend zum Gründungsnamen "Technikumplatz". Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Technikumplatz in Mittweida
Die Hochschule Mittweida hat seit 150 Jahren ihren festen Platz im Stadtzentrum. Das Areal vor dem Hauptgebäude heißt passend zum Gründungsnamen "Technikumplatz". Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Ein Vorlesungssaal der Hochschule Mittweida
Heute zählt die Hochschule rund 7.000 Studenten. Früher waren es deutlich weniger, allerdings kam damals etwa die Hälfte von ihnen aus dem Ausland. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Professor Ludwig Hilmer wird in einem Büro in der Hochschule Mittweida interviewt.
Unter Prof. Ludwig Hilmer, Rektor der Hochschule Mittweida, kreuzt das ehemalige Technikum den Maschinenbau mit der Informatik. Er ist zudem Dozent für Medienwissenschaften. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Ein Mann in seinem Büro wird Interviewt
Prof. Horst Exner leitet das Laserinstitut der Hochschule, das seit 1972 eine führende Rolle in der Branche hat. Exner war unter anderem an der Entwicklung des 3D-Druckens beteiligt. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Ein Kameramann filmt einen Mann bei der Arbeit
Kameramann Henrik Ditze beim Dreh im Laserinstitut der Hochschule Mittweida. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Von oben gefilmt: Ein Mann im Interview
Wie stark Tradition und Moderne an der Hochschule miteinander verbunden sind, zeigt sich auch im großen Generatoren-Saal des Alten Wasserkraftwerks an der Zschopau. In dem technisch-historischen Denkmal wird ein Hochspannungslabor betrieben. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Ein Professor während einer Vorlesung
Forensik-Guru und Professor für Bio-Informatik: Dirk Labudde. In seinen Vorlesungen erläutert er unter anderem, wie mithilfe einer Software aus einem eingescannten Schädel ein Gesicht rekonstruiert werden kann. Von seinen Forschungen profitiert auch das Landeskriminalamt, das von Labudde beraten wird. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Ein Kameramann filmt das Team im Aufnahmestudio der Hochschule Mittweida
Auch in der Medienfakultät wird praxisorientierte Ausblidung groß geschrieben. Die Studenten können ihr erlerntes Wissen im hochschuleigenen Fernseh- und Radiostudio anwenden. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
Menschen in einem Raum
Im Archiv - dem Gedächtnis der Hochschule - arbeitet unter anderem Dr. Marion Stascheit. Sie weiß (fast) alles über die berühmten Absolventen wie Bahlsen, Horch, Opel und Co. Bildrechte: Hochschule Mittweida/Helmut Hammer
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