Interviewreihe Glaubwürdig?!

Motivation, Job und Glaubwürdigkeitsdebatte - vier Journalisten reflektieren ihr Berufsbild

Sie wollen alles ganz genau wissen, Geheimnisse lüften, Geschichten erzählen - doch in der Öffentlichkeit stehen sie teilweise unter heftiger Kritik: Vier Journalisten vom MDR erklären, warum sie ihren Beruf ergriffen haben und wie sie die aktuelle Glaubwürdigkeitsdiskussion wahrnehmen.

Ine Dippmann wollte Fragen stellen, Ludwig Kendzia Geheimnisse lüften aus der Welt von Verbechen, Polizei und Geheimdiensten. Heute müssen sie sich dem Vorwurf aussetzen, ihre Medien würden die Wahrheit verschweigen. Sie spüren täglich, wie viele Medienmacher, wie das Web 2.0 nicht nur für die Nutzer, sondern auch für Macher von Zeitung, Hörfunk und Fernsehen, alles verändert hat. Jeder kann - auch anonym - zu jedem Zeitpunkt im Internet Artikel verfassen, Videos hochladen und diese verbreiten. Die Entwicklung bedingt, dass Informationen höchst unterschiedlicher Qualität und Glaubwürdigkeit nebeneinander wie gleichwertig im Netz erscheinen. Häufig verbreiten sich unseriöse Nachrichten - weil spektakulärer - sogar schneller und umfassender.

Daneben sind Angriffe auf Journalisten und den Journalismus an sich schärfer geworden. „Lügenpresse“-Rufe verdeutlichen, dass konstruktive Kritik an manchen Stellen pauschalen Beleidigungen und Verschwörungstheorien weicht. Stattdessen zeigen Umfragen aber - zum Beispiel der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF oder von infratest dimap im Auftrag des WDR - etwas anderes: dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk wird vertraut. Offenkundig gibt es also eine Diskrepanz zwischen der gefühlten Medien-Wahrnehmung einerseits und den wissenschaftlichen Langzeitstudien andererseits.

Die Interviewpartner

MEDIEN360G-Reporterin Johanna Hoffmeier hat exemplarisch mit vier gestandenen MDR-Kollegen aus Hörfunk und Fernsehen über die derzeitige Situation im professionellen Journalismus, über ihr persönliches Berufsbild und ihre Sicht auf das Verhältnis zwischen Medienmachern und ihrem Publikum gesprochen. Was sind das für Menschen, die dem Lügenpressevorwurf ausgesetzt sind? Wie sehen sie die aktuelle Glaubwürdigkeitsdebatte? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Vor welchen Herausforderungen stehen die Journalisten? Welche Antworten haben sie und welche Fragen bleiben?

Jana Hahn war Nachrichtenchefin beim Nachrichtenradio MDR Info. Seit 2016 ist sie zweite Chefredakteurin des MDR.

Steffen Quasebarth ist Reporter und Moderator des MDR Thüringen Journals und gleichzeitig dienstältester Moderator des MDR.

Ine Dippmann ist Hörfunk-Korrespondentin für MDR Aktuell. Außerdem ist sie seit 2012 Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands (DJV) in Sachsen.

Ludwig Kendzia ist Investigativjournalist bei MDR Thüringen und Autor mehrerer investigativer Reportagen. Seine Themenschwerpunkte sind NSU und Mafia in Mitteldeutschland.

Welche Fehler die Journalisten beispielsweise gemacht haben, als vor zwei Jahren so viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen und wie sie die Probleme der Menschen wieder besser verstehen und darüber berichten wollen, erfahren Sie in unserer Multimediareportage:

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2017, 13:13 Uhr

Alle Interviews

Interview mit Jana Hahn, zweite MDR-Chefredakteurin.
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Interview mit Ludwig Kendzia, MDR-Redakteur.
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Interview mit Ine Dippmann, Hörfunk-Korrespondentin MDR.
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Interview mit Steffen Quasebarth, MDR-Moderator und -Redakteur.
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