Grafik zur Ankündigung der Verleihung des Medienkompetenzpreis 2017
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Medienkompetenzpreis Die Preisträger 2017

Grafik zur Ankündigung der Verleihung des Medienkompetenzpreis 2017
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Kinderbücher verfilmt: Lesekino Magdeburg

Wenn die Eltern wenig Einkommen zur Verfügung haben, sinken oftmals auch die Chancen der Kinder, einen hohen Schulabschluss zu erreichen. Diese Kinder wollte das Projekt „Lesekino“ in Magdeburg erreichen, federführend organisiert vom Offenen Kanal.

Zwei Grundschulen und ein Hort wurden ausgesucht, an denen besonders viele Kinder betreut werden, deren Familien nur wenig Geld zur Verfügung haben. Manche Einrichtung wurde dabei auch von besonders vielen Kindern mit Migrationshintergrund besucht. So nahmen am Projekt schließlich auch Kinder aus Tschechien, Russland, Usbekistan, Vietnam, der Türkei, Syrien und Kamerun teil.

Zunächst lud die Stadtbibliothek Magdeburg die Kinder zu einem Schnuppertag ein. Bei einem Spiel erkundeten sie die Bücher und suchten sich schließlich eine Geschichte aus. Den übrigen Kindern sollten sie nun erklären, warum sie diese Geschichte verfilmen wollen. Außerdem konnten sie die Handlung verändern und anpassen.



Bei eine anschließenden Projektwoche erarbeiteten die Kinder ihren Film. Eine Medien- und eine Theaterpädagogin betreuten sie dabei. Zunächst schrieben die Teilnehmer Texte, übten Rollen und stellten einen Drehplan auf, dann nahmen sie ihre Geschichten auf. Als Kameras nutzten sie dabei leicht zu bedienende Tabletcomputer.

Während der Woche probierten sie vom Darsteller über Kameramann bis zur Regie alle Funktionen aus. Aus zeitlichen Gründen übernahm die Medienpädagogin schließlich den Schnitt. Auf diese Weise entstanden insgesamt sechs Kurzfilme, die öffentlich präsentiert und im Offenen Kanal ausgestrahlt wurden.

HistoryCraft: Virtueller Rundgang durch einen Ort nationalsozialistischer Verbrechen

Beim Projekt HistoryCraft setzten sich Jugendliche mithilfe des Computerspiels Minecraft mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinander. Nach dem Lego-Prinzip des Spiels programmierten sie einen virtuellen Rundgang durch die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Lichtenburg in Sachse-Anhalt. Dem Projekt gingen Diskussionen voraus, ob die Nutzung eines Spiel dem ernsten Thema gerecht wird. Die Organisatoren an der Evangelischen-Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg kamen schließlich zum Ergebnis, dass die Möglichkeiten überwiegen.


Das Medium Computerspiel motivierte die jugendlichen Teilnehmer auf der einen Seite dazu, sich intensiv mit dem Konzentrationslager und der Geschichte seiner Häftlinge auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite wurden sie von passiven Konsumenten zu aktiven Produzenten, indem sie ihr Wissen über die Geschichte des Lagers in das Spiel umsetzten. Die dabei entstandene virtuelle Minecraft-Umgebung können sich andere Spieler kostenlos herunterladen. Wer den Rundgang im Spiel betritt, muss verschiedene Aufgaben lösen, in denen die Geschichte der Häftlinge und ihr Schicksal im Lager erzählt werden. Darunter sind der Kommunist Ernesto Kroch und der sozialdemokratische Kommunalpolitiker Ernst Reuter.

Asyl in Chemnitz – Produktion eines Radiofeatures

Im Jahr 2016 verging kaum ein Tag, an dem in den Medien nicht über Asylsuchende in Deutschland berichteten. 20 Studierende der Europa-Studien und der Interkulturellen Kommunikation wollten im Rahmen des Seminars „Asyl in Chemnitz – Produktion eines Radiofeatures“ einen vertiefenden Beitrag über dieses Thema machen.

Dazu blickten sie auf die Menschen, die auf der Flucht sind und auf Chemnitz als Fluchtort. Sie befassten sich zunächst mit der europäischen und deutschen Asylpolitik und ihren Auswirkungen auf die Stadt, mit Asyldiskursen in Medien und Politik und nicht zuletzt mit der Situation von geflüchteten Menschen in Chemnitz. Ziel war es, ein Radiofeature zu produzieren, das sich auf mehrdimensional mit dem Thema Asyl in Chemnitz auseinandersetzt.

schwarz.weiß.denken

schwarz.weiss.denken ist zunächst ein Gedicht, selbst geschrieben von Jugendlichen. Daraus entstanden ist ein Kurzfilm mit emotionalen und einprägsamen Bildern. Zunächst sehen wir aus Nachrichten bekannte Bilder von zerstörten Landschaften, hungernden Kindern und Kriegsszenen und das Leid, welches Menschen sich gegenseitig antun. Dann erscheint ein schwarz gekleideter junger Mann in einem Keller.



Mit dem Start des Songs wechseln schnelle Bilder – eine Frau mit Burka, die AFD, eine Regenbogenflagge. Eine zweite Person in weißem Pullover taucht auf – schwarz und weiß, die beiden Pole unserer Gedanken. Mit wechselnden Bildfolgen werden beide gegenübergestellt. Doch dann kommt Farbe ins Spiel und mit den Farben ergeben sich neue Chancen. Die Weltkugel wird als Metapher für Gemeinsamkeit aufgerufen und am Ende steht die Frage, ob jeder Einzelne von uns für mehr Gleichheit bereit ist. Unserer Welt steht mehr Vielfalt und Toleranz durchaus gut und jeder einzelne sollte sich fragen, was er bereit ist dafür zu tun.

Teach your Teacher to Code – Bringt euren Lehrer*innen das Programmieren bei

Was Computer und Programmierung angeht, haben Schüler oftmals mehr Ahnung als ihre Lehrer. Beim Projekt "Teach your Teacher to Code - Bringt euren Lehrer*innen das Programmieren bei" ist deshalb der Name Programm. Ab dem Schuljahr 2017/2018 sollen Jugendliche in Workshops mehr über das Programmieren lernen. Dann kreieren sie mit ihren Lehrern Computerprogramme, Spiele oder Roboter, die später im Unterricht nutzbar sein sollen.

Ziel der KF Education UG aus Leipzig ist es, einen Einblick in die Funktionsweisen von Computerprogrammen zu geben und dadurch einen selbstkritischen Umgang aller Beteiligten mit Medien anzuregen. Das Pilotprojekt soll im Raum Leipzig stattfinden. Bei Erfolg wollen die Organisatoren es auf ganz Mitteldeutschland ausweiten - insbesondere auf ländliche Gebiete, in denen es in der Regel wenige medienpädagogische Angebote gibt.

Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2017, 14:45 Uhr