Musiksommer

Rückblick | Konzert | 20.07.2012 | Lutherstadt Eisleben, St. Andreaskirche : Die Meister der alten Musik

Bis heute gilt Dirigent Hermann Max als einer der bedeutendsten Entdecker Alter Musik, der sich unermüdlich für die Aufführung längst vergessener Werke einsetzt. Auch das Konzert am 20. Juli in der St. Andreaskirche in Lutherstadt Eisleben stand im Zeichen von Max’ Bestrebungen. Zusammen mit der von ihm gegründeten Rheinischen Kantorei und dem Orchester "Das kleine Konzert" erklangen geistliche Vokalwerke von Orlando di Lasso bis Felix Mendelssohn Bartholdy.

Schreibtisch mit Partitur und Federkiel aus dem Bachhaus Eisenach

Ein außergewöhnlicher Entdecker

Er forscht, er liest und er stöbert - am liebsten in den Tiefen der hiesigen Bibliotheken und Archive. Dirigent Hermann Max schreibt seit Jahrzehnten die Geschichte der historischen Aufführungspraxis Alter Musik mit. In seinem Forscherdrang, Unerschlossenes vor der Vergessenheit zu bewaren, hat er ganze Zyklen wiederentdeckt. Besonders mit der Aufführung von Kompositionen Johann Sebastian Bachs sowie von dessen Familie, Zeitgenossen, Amtsvorgängern und -nachfolgern hat er dafür gesorgt, eine ganze Epoche der Kirchenmusik wiederzubeleben. Ohne sein Engagement wäre das Bild des Zeitalters des Barocks heute unvollständig.

1977 gründete Max die Rheinische Kantorei, die für mustergültige Interpretationen im Sinne der historischen Aufführungspraxis steht. Die schlank geführten Stimmen bestechen durch einen hellen, strahlenden Klang, absolute Intonationsgenauigkeit, Transparenz und Leichtigkeit. Das macht das Ensemble bis heute zu einem der führenden Vokalinterpreten Alter Musik. Die anspruchsvollen Orchesterpartien ihrer Konzerte übernimmt das Orchester "Das Kleine Konzert", das sich durch präzises Zusammenspiel und meisterhafte Interpretationen auszeichnet.

Das musikalische Erbe der alten Meister

In Lutherstadt Eisleben warteten die interpretatorischen Meister der Alten Musik mit Liedern, Kantaten und Motteten auf, von Orlando di Lasso über Johann Walter bis Felix Mendelssohn Bartholdy - bedeutende Werke geistlicher Vokalmusik.

Zudem gedachten die Sänger und Musiker des Wirkens Martin Luthers und seiner ganz besonderen Beziehung zur Musik. Das Konzertprogramm basierte auf bekannten Kirchenliedern wie "Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort" oder "Aus tiefer Not schrei ich zu dir", die Luther nach intensiver Auseinandersetzung mit der Musik von Pierre de la Rue oder Josquin des Prèz komponiert hatte.     

Auf den Spuren Martin Luthers

Die neue Konzertreihe "Lutherorte" initiierte der MDR MUSIKSOMMER für die Lutherdekade "Luther2017 - 500 Jahre Reformation". Seit 2008 widmet sie sich jedes Jahr einem anderen Aspekt;  2012 war es "Reformation und Musik". Bei 16 Konzerten in 14 Städten entlang des Lutherwegs und in bedeutenden Predigt- und Lebensorten Martin Luthers setzten erlesene Ensembles wie die Cappella Sagittariana Dresden, der Thomanerchor Leipzig oder die Gächinger Kantorei Luthers Kompositionen und Texte in Bezug zu Bearbeitungen und themenverwandten Werken aus verschiedenen Jahrhunderten.

Konzertreihe: Neue Konzertreihe: Lutherorte

Mit einer Konzertreihe widmete sich der MDR MUSIKSOMMER erstmals der Lutherdekade 2008 bis 2017 "Reformation und Musik". Gleichzeitig wurde damit auch an einigen Orten des Jubiläums "800 Jahre Anhalt" gedacht. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2012, 11:27 Uhr

Mitwirkende

Das Kleine Konzert
Rheinische Kantorei
Hermann Max | Dirigent

Das war das Konzertprogramm:

Werke von Johann Walter, Orlando di Lasso, Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Gottfried August Homilius und Felix Mendelssohn Bartholdy

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