Rückblick | Konzert | 28.07.2012 | Reichenbach, Park der Generationen : Justus Frantz und die Klassiker der Musik
Justus Frantz ist seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast beim MDR MUSIKSOMMER, erfolgreicher Dirigent, engagierter Vermittler klassischer Musik und Förderer junger Talente. In der MDR-MUSIKSOMMER-Reihe "Gartenträume" dirigierte er am 28. Juli die Philharmonie der Nationen. Vor der Kulisse des idyllischen Parks der Generationen in Reichenbach erklang ein Meilenstein der Musikgeschichte: Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie – die Schicksalssinfonie.
Justus Frantz engagiert sich seit vielen Jahren als Musikvermittler und Talentförderer. 1995 gründete er die Philharmonie der Nationen - ein Orchester, in dem junge Musiker aus mehr als 50 Nationen gemeinsam klassische Musik spielen. Sie sind der aktive Beweis für den Gedanken von Völkerverständigung und Weltfrieden - ein Hauptanliegen von Justus Frantz. Auf internationalen Tourneen und Festivals nimmt sich Frantz regelmäßig Zeit, begabte junge Musiker zu entdecken und zu fördern. Mit der Philharmonie der Nationen kam der Hamburger Dirigent und Pianist im Juli nach Reichenbach und widmete sich den Klassikern der Musikgeschichte.
Die verlorenen Musikschätze
Das erste Cellokonzert von Joseph Haydn galt lange Zeit als verschollen, bis ein tschechischer Wissenschaftler 1961 eine Kopie in Prag fand. Heute ist es eines der berühmtesten Cellostücke jener Zeit. Genau wie dem Cellokonzert erging es vielen Werken Joseph Haydns. Seine Ideen verschwanden einfach und lebten allein als Vermerke in Briefen oder Haushaltsbüchern weiter. Ob ihr Verschwinden gewollt oder ungewollt passiert ist, bleibt rätselhaft. Fakt ist, dass sie erst viele Jahre später wieder auftauchten, genau wie die sechs Divertimenti, auf dessen Grundlage Johannes Brahms die Haydn-Variationen schrieb. Obwohl die Urheberschaft bis heute nicht vollständig geklärt ist, weisen sie auf die Handschrift Haydns hin.
Mit Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie ist es da einfacher. Sie war schon zu Lebzeiten des Wiener Klassikers ein Hit. Mit ihrem markanten Anfangsmotiv, das Beethoven selbst mit folgenden Worten beschrieb: "So pocht das Schicksal an die Pforte", folgt sie musikalisch ihrem Weg durch die Nacht zum Licht. Bis heute wird Beethovens "Fünfte" als Schicksalsdrama interpretiert, das von dem leidvollen Ringen eines Menschenlebens nach Erlösung erzählt und damit exemplarisch aus dem Leben des Komponisten selbst.
Klassische Musik und Naturerlebnis
Der große Park im Raumbachtal erhielt 2010 den Namen "Park der Generationen". Zuvor wurde auf dem Gelände die 5. Sächsische Landesgartenschau gezeigt. Der Park bietet ein traumhaftes Ambiente mit vielen Besonderheiten wie die frühere Blumen- und Schmetterlingshalle, der ehemalige Reitstall und der rekonstruierte Güterschuppen.
Musik im Grünen war beim MDR MUSIKSOMMER 2012 hier sowie in vielen anderen Parks und Gärten Mitteldeutschlands zu erleben. Wo sich die Natur von ihrer schönsten Seite zeigte, konnten Konzertbesucher den Genuss klassischer Musik mit dem Naturerlebnis verbinden.
Mitwirkende:
Philharmonie der Nationen
Justus Frantz | Dirigent
Norbert Anger | Violoncello
Das war das Konzertprogramm:
* Johannes Brahms: Variationen für Orchester B-Dur über ein Thema von Joseph Haydn
* Joseph Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur
* Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-Moll
