Spielorte

In ihrer wechselvollen Vergangenheit erlebte die über 1.200 Jahre alte Elbestadt neben schweren Zerstörungen immer wieder Blütezeiten, die das heute sehr vielfältige Stadtbild prägen. Verbliebene architektonische Zeugen aller Stilepochen erinnern an die einstige Pracht und den Reichtum der ehemaligen Kaiserstadt.

Magdeburg war zwischen 950 und 1250 nicht nur wichtige Metropole des ottonischen Deutschen Reiches, sondern ein Zentrum der damaligen Welt. Nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg erlebte die Stadt im 17./18. Jahrhundert einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde zu einer der schönsten Barockstädte Deutschlands.

Nicht zuletzt wegen der Schönheit des Klosters Unser Lieben Frauen wird die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts liebevoll als Perle der "Straße der Romanik" bezeichnet. Neben dem Kloster und verschiedenen Kirchen aus dieser Zeit ist es vor allem der Magdeburger Dom - das Wahrzeichen der Stadt - der das historische Stadtbild formt.

Der Dom St. Mauritius und Katharina

Magdeburger Dom
Der Dom ist der erste gotische Kathedralbau auf deutschem Boden.

Der Dom, gebaut zwischen 1209 und 1520, war der erste gotische Kathedralbau auf deutschem Boden. Hier ruhen die Erzbischöfe Friedrich von Wettin und Wichmann unter bronzenen Grabplatten, hervorragende Zeugnisse der berühmten Magdeburger Gießkunst.

937 gründete Otto I. ein Kloster zu Ehren seines Lieblingsheiligen Mauritius, dessen Kirche er seit 955 zur Basilika für seine weitreichenden Pläne ausbaute, um 968 Magdeburg zum Erzbistum zu erheben. Für diesen romanischen Dom ließ er antike Spolien und Kunstwerke aus Italien nach Magdeburg bringen, die im heutigen Dom noch zu sehen sind (Taufstein, Säulen). Sowohl Ottos Gemahlin Editha als auch er selbst fanden im ersten Dom ihre Grablege. Als der ottonische Dom 1207 bei einem Stadtbrand zerstört wurde, lies der Erzbischof Albrecht von Käfernburg einen Dom nach französisch-gotischem Vorbild errichten, der in den Anfangspartien noch fast romanisch anmutet. In fünf Bauabschnitten entstanden der Hohe Chor mit Umgang und Kapellenkranz (1209-1220), die Chorempore mit der Erweiterung des Langchores und der Festlegung der neuen Proportionen des Langhauses (1220-1235), der Hochchor und das Querhaus (1235-1253) und das Langhaus nach Westen bis zu einer Gesamtlänge des Domes von 120 m (1274-1363). Nach der feierlichen Innenweihe ruhte der Dombau über hundert Jahre, erst im letzten Bauabschnitt (1477-1520) vollendete man die Domtürme mit eines Gesamthöhe von 104 Metern.

Vieles aus der Innenausstattung ging in der Reformation, im Dreißigjährigen Krieg, während der großen Restaurierung vo 1826 und im Zweiten Weltkrieg verloren. Geblieben sind dennoch Kunstwerke von internationalem Rang: Reste aus dem romanischen Dom (Osterleuchter, Bronzegrabplatten), vor allem die gotischen Sandsteinplastiken des 13. Jahrhunderts (Herrscherpaar, Mauritius, Katharina, Kluge und Törichte Jungfrauen, Wundertätige Madonna) und die Westfassade, die Renaissancekanzel aus Alabaster und die Renaissance- und Barockepitaphien der evangelischen Domherren.

Eröffnungskonzert des MDR MUSIKSOMMERS im Magdeburger Dom

MDR SINFONIEORCHESTER und MDR RUNDFUNKCHOR
MDR SINFONIEORCHESTER und MDR RUNDFUNKCHOR beim Eröffnungskonzert.

In der stimmungsvollen Atmosphäre des Magdeburger Doms eröffnen Sinfonieorchester und Rundfunkchor des MDR unter Leitung Jun Märkls den 21. MDR MUSIKSOMMER. "Sondern ich wöllt alle künste, sonderlich die Musica, gern sehen im dienst des, der sie geben und geschaffen hat." – Diese Worte Martin Luthers setzte Felix Mendelssohn Bartholdy als Motto über die Partitur seiner Sinfonie-Kantate "Lobgesang". Entstanden für die 1840 in Leipzig aufwändig ausgerichtete "Gutenbergfeier" anlässlich des 400 Jahre zuvor erfundenen Buchdrucks mit beweglichen Lettern, erklang das Werk erstmalig unter der Leitung des Komponisten am 26. Juni 1840 in der Leipziger Thomaskirche. Den Text für diese den Geist der Reformation atmende Komposition stellte Mendelssohn selbst aus der Bibel zusammen, wobei er in symbolischer Überhöhung Gutenbergs historische Tat mit dem Sieg des Lichts und der Kraft des Guten über Anfechtung und Finsternis gleichsetzte.

Magdeburg: Der 21. MDR MUSIKSOMMER ist eröffnet

Im Magdeburger Dom haben das MDR SINFONIEORCHESTER und der MDR-RUNDFUNKCHOR unter Leitung von Jun Märkl am Sonnabend den MDR MUSIKSOMMER eröffnet. Freiheit und Reformation waren der thematische Rahmen. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2011, 14:23 Uhr

Konzerttermin:

23.06.2012 | 19:00 Uhr | Dom

MDR SINFONIEORCHESTER
MDR RUNDFUNKCHOR
Jun Märkl, Dirigent

Felix Mendelssohn Bartholdy: 2. Sinfonie "Lobgesang"

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