Schneeberg
Entstanden 1471 als Bergbausiedlung, wurden Schneeberg schon 1481 die Rechte einer freien Bergstadt zugesprochen. Über Jahrhunderte bestimmte der Bergbau die Entwicklung und die Geschichte der Stadt. Nach Beendigung der relativ kurzen Silberbergbauphase kam der Förderung und Verarbeitung von Kobalterz dabei bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die größte Bedeutung zu. Kobalterz war Grundlage für die berühmte kobaltblaue Farbe, die u. a. für Meißner Porzellan verwendet wurde. Bis heute hat sich das fast kreisrunde historische Stadtbild mit Bauten von Renaissance bis Barock und der große Marktplatz im Zentrum erhalten.
Stadtkirche St. Wolfgang
Von welcher Seite auch immer man sich der Erzgebirgsstadt Schneeberg nähert, ihre Krone ist der mächtige Kirchenbau von St. Wolfgang. Sie ist eine der großen spätgotischen Hallenkirchen Sachsens und wurde 1516 bis 1540 auf Geheiß des sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen von dessen Architekten Hans von Torgau erbaut. Das dreischiffige Kircheninnere wird besonders durch die umlaufende Empore architektonisch so bestimmt, dass eine Trennung zwischen Chor- und Kirchenschiffbereich wegfällt. Damit ist die Kirche ein sehr früher Typus des reformatorischen Kirchenbaus. Dies deckt sich auch mit der sehr frühen Annahme der Reformation in Schneeberg, in der Bergknappschaft bereits 1518. In der Barockzeit wurde die Kirche innen umgestaltet.
Am 19. April 1945 wurde die Kirche durch amerikanische Tiefflieger fast gänzlich zerstört. Nur der Reformationsaltar von Lukas Cranach d.Ä., der Mittelteil des Taufsteins und sieben Gemälde der Gebrüder Krodel konnten gerettet werden. In über 50 Jahren hat die Kirchgemeinde unter tatkräftiger Mithilfe der Landesdenkmalpflege und der Landeskirche das Gotteshaus in seiner ursprünglichen Konzeption wiedererstehen lassen. Nun schon im achten Jahr können Kirchgemeinde St. Wolfgang und Orgelförderverein ein attraktives Konzertprogramm anbieten. Neben Konzerten der eigenen Kantorei und regionaler Künstler werden viele Gäste, auch im Rahmen des MDR-Musiksommer, begrüßt.
Das Konzert: Johann Sebatian Bachs "Magnificat"
Nicholas McGegan gilt als einer der besten Barockmusik-Experten seiner Generation. Aufgrund seiner Fähigkeit, natürliche Autorität mit Enthusiasmus und Intrepretationsgenauigkeit mit Spaß an der Sache zu verbinden, wird er vom Publikum wie von Orchestern gleichermaßen geschätzt. "Wer beim Dirigat Nicholas McGegans die Augen schließt", schrieb die Los Angeles Times, "dem entgeht Wesentliches. Auf jede seiner Bewegungen reagieren die von ihm geleiteten Musiker augenblicklich und flüssig, die Musik federt, springt ins Leben und bleibt lebendig." Und in einem Interview – befragt über seine Arbeitsweise – bekannte der Dirigent: "Ich arbeite nicht mit den Musikern, ich habe Spaß mit ihnen. Das macht den Unterschied."
Konzerttermin:
08.09.2012 | 17:00 Uhr | Stadtkirche St. Wolfgang
MDR SINFONIEORCHESTER
MDR RUNDFUNKCHOR
Nicolas McGegan, Dirigent
Johann Sebastian Bach, Magnificat u.a.
