Musiksommer

Rückblick | Konzert | 24.08.2012 | Eisenach, Wartburg : "Goldberg-Variationen" im Trio

Die "Goldberg-Variationen" gehören heute zu den bedeutendsten und zugleich meistgespielten Klavierwerken von Johann Sebastian Bach. Was einst als Ständchen für einen schlaflosen Dienstherren gedacht war, erklingt heute in Konzertsälen auf der ganzen Welt. Auch das Dresdner Streichtrio holte Bachs Meisterwerk auf die Bühne, beim MDR-MUSIKSOMMER-Konzert am 24. August.

Dresdner Streichtrio

Etwas Sanftes und zugleich Aufmunterndes wünschte sich Hermann Carl von Keyserlingk, russischer Diplomat und Förderer von Johann Sebastian Bach, als er wieder einmal eine schlaflose Nacht hinter sich hatte. Die vielen Gedanken in seinem Kopf könne er einfach nicht beruhigen, wenn er nachts im Bett läge, klagte er. Deshalb solle Bach doch ein Werk für ihn schreiben, das ihm sein lieb gewonnener Hausmusiker, der Cembalist Johann Gottlieb Goldberg, zum Einschlafen vorspielen könne. Bach erfüllte seinem Mäzen den Wunsch und entschied sich für sich verändernde, in ihrem Kerngedanken aber gleichbleibende Variationen.

Die "Goldberg-Variationen" werden von einer "Aria" eingeleitet, der 30 musikalische Veränderungen folgen. Die Variationen orientieren sich dabei aber nicht an der bewegten Melodie der Arie, sondern ausschließlich an der ruhigen Basslinie. Das Dresdner Streichtrio widmete sich Bachs Werk in einer Bearbeitung. Gleichberechtigt ersetzten Violine, Viola und Violoncello die verschiedenen Stimmen des Klaviers und gaben der Bachschen Vorliebe für Verflechtungen, Verwicklungen und Auflösungen das höchste Maß an Ausdruck.

 "... ein Ensembleklang, der in der Trio-Landschaft wahrlich seinesgleichen suchen dürfte"

Ein Denkmal aus Metall, dass den Komponisten Johann Sebastian Bach darstellt.
Eisenach gedenkt J. S. Bach.

1995 fanden sich Prof. Jörg Faßmann, Sebastian Herberg und Michael Pfaender zusammen, um sich neben ihren Verpflichtungen beim MDR SINFONIEORCHESTER und der Sächsischen Staatskapelle der Gattung des Streichtrios zu widmen. Zu Unrecht stehe sie im Schatten des Streichquartetts, sagen die drei Musiker, die, inspiriert von vielen Werken bedeutender Komponisten des 20. Jahrhunderts, wie Jean Françaix oder Alfred Schnittke, versuchen, das zu ändern. Jedes Streichtrio beherberge so viele Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, dass es ein Muss sei, sie auf den nationalen wie internationalen Konzertbühnen neu erblühen zu lassen.

Vielfach für ihr Engagement und ihren vollendeten Ensembleklang von der Presse gefeiert, reist das Dresdner Streichtrio durch ganz Deutschland und gastierte auch schon bei verschiedenen Musikfestivals wie dem MDR MUSIKSOMMER.

Das Repertoire des Trios umfasst neben Originalkompositionen für die Besetzung Violine, Viola und Violoncello sämtliche Streichtrios von Beethoven, Mozart und Schubert. Darüber hinaus widmet es sich mit großem Interesse den Werken der Moderne.

Musik auf der Wartburg

Die "Konzerte auf der Wartburg" sind die erste und damit älteste Reihe des MDR MUSIKSOMMERS. "Wir haben sie 1993 ins Leben gerufen, und kommen seither immer wieder gern auf die Wartburg", sagt Oliver Jueterbock, Manager des MDR MUSIKSOMMERS. Seitdem haben viele international bekannte Stars das Publikum im Kammermusiksaal mit ihren Interpretationen begeistert.

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Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2012, 14:56 Uhr

Mitwirkende:

Dresdner Streichtrio

Das war das Konzertprogramm:

Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen BWV 988 (bearbeitet vom Dresdner Streichtrio)

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