Proteste
Unruhen in Griechenland halten an
Der gewaltsame Tod eines 15-Jährigen hat die schwersten Unruhen in ganz Griechenland seit mehr als 20 Jahren ausgelöst. Wie die Polizei mitteilte, demonstrierten am Sonntag allein in Athen Tausende junge Leute. Es gab Zusammenstöße, Brandsätze flogen. Vermummte zertrümmerten Schaufenster und Autoscheiben und setzten Barrikaden aus Müllcontainern in Brand. Banken und Geschäfte brannten. Die Polizei setzte Tränengas ein.
Mehr als 30 Menschen wurden dabei Behördenangaben zufolge verletzt. Wie die Polizei mitteilte, wurden außerdem rund 20 Demonstranten verhaftet.
Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, Thessaloniki, demonstrierten rund 1.200 Menschen. Auch dort wurde randaliert: Geschäfte und Banken wurden demoliert, das Rathaus und eine Polizeiwache abgegriffen. Außerdem griffen die Unruhen auf andere Städte im Norden des Landes über. Auf die Inseln Kreta und Korfu gingen vor allem Jugendliche auf die Straße.
Ob gezielt geschossen wurde, ist noch unklar
Angefangen hatte es mit Auseinandersetzungen in dem zenralen Athener Stadtviertel Exarchia. Dort hatten nach Polizeiaussagen etwa dreißig jugendliche Autonome die Polizei mit Steinen angegriffen.
Nach Darstellung der Polizei stieg ein Polizist aus dem Streifenwagen aus und gab einen Warnschuss ab, der den Jugendlichen irrtümlich traf. Augenzeugen berichten dagegen von einem Streit mit den im Streifenwagen sitzenden Polizisten. Einer sei dann ausgestiegen und habe den Jugendlichen gezielt erschossen.
Innenminister Prokopis Pavlopoulus beauftragte Staatsanwälte, die Umstände so schnell wie möglich aufzuklären. Die beiden Polizisten wurden festgenommen. In dem Athener Stadtviertel kam es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Jugendlichen.
Von Athen breiteten sich die Krawalle aus
Von Exarchia aus breiteten sich in der Nacht die Proteste auf ganz Athen und andere Städte aus. Jugendliche setzten Dutzende Autos und Müllcontainer in Brand. Schaufensterscheiben wurden zerschlagen. Die Polizei verstärkte ihre Truppen, evakuierte Restaurants, sperrte Straßen für den Verkehr und setzte Tränengas ein.
Der Fall ruft in Griechenland Erinnerungen wach: 1985 war schon einmal ein 15-Jähriger im Stadtviertel Exarchia von einem Polizisten erschossen worden.
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Hörfunk- und TV-Beiträge zu den Unruhen in Griechenland
Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2008, 09:55 Uhr


