Einigung
Gas aus Russland in Sicht
Im dreiwöchigen Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine ist es in der Nacht zum Sonntag zu einer Einigung gekommen. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin und seine ukrainische Amtskollegin Julia Timoschenko verständigten sich auf eine vollständige Wiederaufnahme der Gaslieferungen an die Ukraine und andere europäische Länder. Die russische Gazprom und Naftogaz aus der Ukraine sollen am Montag entsprechende Verträge ausarbeiten und unterzeichnen. Russland kündigte an, nach der Unterzeichnung wieder Gas zu liefern. Die Europäische Kommission äußerte sich am Sonntag zunächst zurückhaltend. In der Vergangenheit hätten sich Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Lieferungen schon mehrmals zerschlagen.
Ukraine soll höhere Gaspreise zahlen
Bisherigen Angaben zufolge soll die Ukraine ab 2010 Weltmarktpreise für russisches Gas zahlen. In diesem Jahr erhält Kiew aber noch einen Rabatt von 20 Prozent, solange die Ukraine die Durchleitungsgebühren nach Europa nicht erhöht. Ob der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko, der Timoschenkos größter innenpolitischer Rivale ist, einen Gaspreis von derzeit 272 Euro pro 1.000 Kubikmeter akzeptiert, steht aber noch nicht fest. Die Ukraine ist für ihre Schwerindustrie auf billiges Gas aus Russland angewiesen.
Auch EU-Länder betroffen
Russland hatte der Ukraine zu Beginn des neuen Jahres den Gashahn zugedreht, nachdem sich beide Seiten nicht auf neue Lieferbedingungen hatten einigen können. Seit eineinhalb Wochen erhalten auch EU-Staaten kein russisches Gas über die Ukraine mehr. Dies führte vor allem in Süd- und Südosteuropa zu Engpässen in der Industrie und beim Heizen.
Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2009, 17:16 Uhr


